E-Control: Argumente für Gaspreiserhöhungen können nur schwer nachvollzogen werden

Wien (OTS) - Etliche Gasversorger haben angekündigt, noch im Laufe dieses Winters - also mitten in der Heizperiode - ihre Gaspreise zu erhöhen. "Im freien Wettbewerb steht es den Unternehmen natürlich völlig frei, wann sie ihre Preise erhöhen. Ich kann nur die Argumente dazu nicht nachvollziehen.", wundert sich der Geschäftsführer der Energie-Control GmbH, DI Walter Boltz. Die Gaseinstandspreise, die sich mit einer zeitlichen Verzögerung von bis zu sechs Monaten an der Entwicklung der Ölpreise orientieren, sind zwar in den vergangenen Wochen gestiegen, aber das jetzt verkaufte Gas wurde bereits vor mehreren Monaten zu noch deutlich günstigeren Preisen gekauft und eingespeichert. "So lagen zum Beispiel die Gaspreise vom Jänner bei 13,1 Cent pro Kubikmeter Gas, jetzt liegen sie bei knapp 15 Cent pro Kubikmeter. Dass die Unternehmen die Gaspreise gerade mitten in der Heizperiode erhöhen, ist für die Konsumenten natürlich ein schwerer Schlag. Eine Verschiebung der Gaspreiserhöhungen bis in den Frühjahr wäre aus Kundensicht sicher wünschenswert gewesen.", so Walter Boltz.

Durchschnittlicher Erdgasimportpreis seit Jän. 2001: finden Sie im ANHANG.

Generell war der durchschnittliche Erdgasimportpreis seit Juli 2003 auf durchgängig niedrigem Niveau und steigt erst seit Kurzem wieder an. "Folgt man der Argumentation der Gasversorger, dann hätten die niedrigen Einstandspreise sich bei den Kunden durch Preisreduktionen bemerkbar machen müssen. Das war aber nicht der Fall.", so Walter Boltz.

Preisvergleiche helfen sparen - Gasversorgerwechsel zahlt sich aus Dass es jetzt zu teils massiven Gaspreiserhöhungen kommen, ist für die Konsumenten natürlich nicht erfreulich. "Aber gerade deshalb sind jetzt genaue Preisvergleiche wichtig und Informationen unerlässlich. Wenn alle derzeit angekündigten Preiserhöhungen tatsächlich umgesetzt werden, muss man sich als Konsument schon überlegen, ob es nicht vielleicht auch Alternativen gibt. Einsparungsmöglichkeiten sind nämlich trotzdem nahezu in ganz Österreich möglich", ist Walter Boltz überzeugt.

Mit dem Tarifkalkulator der E-Control unter www.e-control.at können einfach Tarifvergleiche durchgeführt werden. Auch die Mitarbeiter der Energie-Hotline der E-Control unter 0810 810 224 (zum Ortstarif) helfen bei einem Tarifvergleich. "Früher mussten die Konsumenten jede Gaspreiserhöhung mitmachen, ohne sich dagegen wehren zu können. Durch die Liberalisierung der Energiemärkte haben die Kunden aber jetzt die Möglichkeit, sich nach Alternativen umzuschauen und können dadurch Preiserhöhungen eventuell vollständig entgehen.

In Niederösterreich beispielsweise liegt die Differenz eines Durchschnittshaushalts mit einem Verbrauch von 1.500 m3 bereits vor der angekündigten Gaspreiserhöhung zwischen dem günstigsten Anbieter und dem lokalen Versorger bei immerhin knapp 75 Euro jährlich", so Walter Boltz.

Wer wird erhöhen, wer hat schon erhöht?

Aktuelle Tarifanpassungen bei Erdgas - Stand 17.11.04 finden Sie im ANHANG.

Gleichbehandlungsprogramm nicht von allen eingehalten
"Das Argument der Preiserhöhungen ist aber nicht das einzige, das mich im Moment im Hinblick auf die Kunden verwundert. Unerfreulich ist zudem, dass es bei einigen Gasversorgern auch im Hinblick auf die gesetzlich geforderte Gleichbehandlung aller Kunden offenbar nicht zum Besten steht.", ärgert sich Walter Boltz. Eine aktuelle Studie der E-Control zeigt nämlich, dass nicht alle Gasversorger die Vorgabe, Maßnahmen zum Ausschluss diskriminierenden Verhaltens zu setzen, ernst nehmen. So wird beispielsweise beim größten österreichischen Netzbetreiber, der Wiengas, diesem gesetzlichen Auftrag überhaupt nicht entsprochen. Der aktuelle Gleichbehandlungsbericht ist auf der Homepage der E-Control unter www.e-control.at abrufbar.

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