GLOBAL 2000: Landwirtschaftsminister Pröll lässt Pestizidenquete scheitern

Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 bedauert die vergebene Chance zum konstruktiven Dialog

Wien (OTS) - Die im Sommer vom Landwirtschaftsministerium angekündigte gemeinsame Enquete zur Pestizidproblematik ist gescheitert. Helmut Burtscher, Pestizidexperte von GLOBAL 2000, äußert sich enttäuscht: "Die Enquete hätte ein wichtiger Schritt hin zu einer sachlichen und lösungsorientierten Auseinandersetzung mit dem Thema Pestizide und Lebensmittelsicherheit sein können. Weshalb Landwirtschaftsminister Pröll diese Chance nicht genutzt hat, ist unverständlich." Die Einigung auf die Enquete erfolgte vor dem Hintergrund der sommerlichen Kontroverse rund um den EU-Bericht zu Pestizidrückständen in Lebensmitteln. Es wurde vereinbart, dass Experten aus den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittelkontrolle, EU-Kommission und Handel gemeinsam mit GLOBAL 2000 Zukunftsperspektiven der Lebensmittelsicherheit im Bereich der Pestizide erörtern. Es wurde vereinbart, die Enquete noch im Sommer 2004 abzuhalten (siehe OTS106, OTS103 vom 6.8.2004). Seither ist es jedoch laufend zu Verzögerungen gekommen. Inzwischen ist der Termin seit beinahe drei Monaten überfällig. "In dieser Zeit hat das Landwirtschaftsministerium trotz mehrmaliger Nachfrage von GLOBAL 2000 um einen Termin für ein erstes Planungsgespräch nicht einmal reagiert. Wir können nicht länger davon ausgehen, dass Landwirtschaftsminister Pröll daran interessiert ist, das Problem von Pestizidrückständen in Lebensmitteln ernsthaft anzugehen. Dass dringender politischer Handlungsbedarf besteht, haben aber sowohl der EU-Bericht zu Pestizidrückständen in Lebensmitteln als auch der EU-Inspektionsbericht, der der österreichischen Pestizidkontrolle ein negatives Zeugnis ausstellt, gezeigt", so Burtscher.

Landwirtschaftsminister Pröll ist nun aufgefordert, zum Scheitern der Enquete Stellung zu nehmen. "Die Notwendigkeit die geschilderten Probleme aktiv anzugehen besteht weiterhin. GLOBAL 2000 wird auch in Zukunft für einen Dialog mit Landwirtschaftsminister Pröll offen sein", so Burtscher abschließend.

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