ÖGB: Qualifizierungsprogramme für arbeitslose Frauen ausbauen

Equal-Projekt Fempowerment zieht Bilanz

Wien (ÖGB) - Die Arbeitslosigkeit unter den Frauen steigt kontinuierlich. Ende Oktober waren bereits 108.071 Frauen als arbeitslos registriert. Finden Frauen einen Job, so ist das immer häufiger eine atypische Beschäftigung. "Qualifizierungsprogramme für Frauen, vor allem für niedrig Qualifizierte und für Wiedereinsteigerinnen sind deshalb besonders wichtig", sagt Elisabeth Rolzhauser, Expertin für atypische Beschäftigung im ÖGB. Vier Equal-Projekte zur Qualifizierung von Frauen laufen demnächst aus. "Es ist zu befürchten, dass die innovativen Kurskonzepte nach Auslaufen der Projekte in einer Schublade verstauben. Das Arbeitsmarktservice soll die Kurse in sein reguläres Maßnahmenprogramm übernehmen", fordert Rolzhauser. Über die Erfolge der Equal-Projekte ziehen die Beteiligten heute im Rahmen der Fachtagung "An-Ein-Aus-Sichten" in Villach Bilanz.++++

"Fempowerment" heißt das Wiener Equal-Projekt zur Qualifizierung von Frauen. Unter inhaltlicher Koordination des abzwien haben bei diesem Projekt erstmals verschiedene Wiener Bildungseinrichtungen, darunter das bfi wien, die Berater und ibis acam, zusammengearbeitet. Der ÖGB zählt zu den strategischen EntwicklungspartnerInnen des Projekts. Zielgruppe von Fempowerment sind junge Frauen und Wiedereinsteigerinnen mit niedriger Qualifikation. Insgesamt 80 Frauen von 15 bis 50 Jahren nahmen an den sechs Monate dauernden Kursen teil. Durch die Vermittlung von EDV-Kenntnissen, durch Bewerbungstrainings, E-Learning und die Absolvierung von Praktika gelang den meisten Teilnehmerinnen eine berufliche Neuorientierung. "Auch über ihre Rechte im Fall einer atypischen Beschäftigung haben wir die Frauen informiert, bzw. über Stolpersteine, die in Werkverträgen eingebaut sein können", berichtet Rolzhauser.

Die Bilanz des Projektes kann sich sehen lassen: Beinahe allen Frauen konnte ein Praktikum vermittelt werden, mehr als die Hälfte der jungen Frauen haben einen Lehrplatz bekommen und 14 Fempowerment-Teilnehmerinnen hatten bereits während des Kurses eine fixe Zusage für einen Arbeitsplatz.

Die ersten Fempowerment-Kurse starteten Anfang 2003, das Projekt läuft mit März 2005 aus. Bis dahin soll an der Nachhaltigkeit des Projekts gearbeitet werden. Das abzwien wird auf einer CD-Rom, der "Fempowerment-Box" die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Equal-Projekt dokumentieren. "Angesichts der hohen Frauenarbeitslosigkeit wäre es traurig, wenn die mit Fempowerment und den anderen Equal-Projekten gewonnenen Erfahrungen nicht weiter genützt werden. Das Arbeitsmarktservice sollte derart innovative Kurskonzepte aufgreifen und weiterführen", fordert Rolzhauser. (mfr)

ÖGB, 18. November
2004
Nr. 753

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