Prälat Leopold Ungar Medienpreis an Florian Klenk (Falter) und Ed Moschitz (ORF) Utl. "Sonderpreis der Jury" für Regina Strassegger (ORF/3sat)

Wortlaut der Begründung der Jury:

Der Prälat Leopold Ungar Medienpreis 2004
wird vergeben an

Florian Klenk, "Falter" und an Ed Moschitz, ORF, Redaktion "Am Schauplatz"

den "Sonderpreis der Jury" erhält Regina Strassegger, 3sat/ORF

Begründung der Jury

Florian Klenk, Falter

Die Jury würdigt mit der Auszeichnung die hervorragende und nachhaltige Arbeit von Florian Klenk in der journalistischen Auseinandersetzung im Grenzbereich zwischen sozialer Verantwortung und der Arbeit von Justiz und Polizei. Der Ausgezeichnete zeigt mit einer großen schreiberischen Qualität gesellschaftspolitische und rechtsstaatliche Problemzonen sowie Themen mit sozialpolitischer Relevanz auf und analysiert mit fundierten juridischen Kenntnissen.

Florian Klenk zeichnet sich dadurch aus, dass er Themen nicht nur einmalig aufgreift, sondern beständig am Thema bleibt, bis es auch Lösungen gibt.

Mit verantwortlich für diese herausragende journalistische Leistung ist aber zweifellos das "Biotop Falter". Es ist letztlich Frucht des redaktionellen Umfeldes und der Konzeption des Mediums, dass hier wichtige Themen in dieser Form aufgegriffen werden können. Die Jury will die Auszeichnung von Florian Klenk über den persönlichen Aspekt hinaus deshalb auch ausdrücklich als Zeichen der Anerkennung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen der Zeitschrift "Falter" verstanden wissen.
Redaktionellen Raum für großanzulegende Reportagen und Analysen anzubieten ist die Sache der Chefredaktion und des Herausgebers, diesen Raum mit Qualität ausfüllen zu können, dies verlangt nicht nur nach dem Können des Redakteurs, sondern nach Rahmenbedingungen, die diese Arbeit ermöglichen. Sie scheinen beim Falter in besonderer Weise gegeben zu sein.

Ed Moschitz, ORF, Redaktion "Am Schauplatz"
Erhält den Prälat Leopold Ungar Medienpreis 2004 für die Sendung "Dorf ohne Mütter" in der ORF Sendereihe "Am Schauplatz" Erstsendung am 4.5.2004

Im ständigen Wechsel der Perspektive erzählt Ed Moschitz die Geschichte der Heimkehr einer jungen Frau aus Moldawien nach zwei Jahren Arbeit in Österreich. Über das individuelle Schicksal hinaus wird die Situation in einer der ärmsten Regionen Europas erlebbar; der soziale Bruch, der soziokulturelle Schock in der Begegnung zweier Welten. Ed Moschitz ist mit seiner dokumentarischen Annäherung an das Thema nie aufdringlich, nichts wirkt gestellt. Er lässt den Menschen vor der Kamera ihre Würde. Wenn er Emotionen sichtbar werden lässt, wahrt er trotzdem die notwendige Distanz. Notwendige Informationen um die Lebenssituation der Leitfigur des Filmes besser zu verstehen, werden kompakt und verständlich angeboten.

Die Jury zeichnet hier auch die Bereitschaft eines Journalisten aus, Grenzen zu überwinden, aber auch Grenzen zu akzeptieren. Lebenssituationen in anderen Ländern zu verstehen und verstehbar zu machen, verlangt nach Recherche und Professionalität im Einordnen der Fakten, aber auch nach Sensibilität im Umgang mit den handelnden Personen. Dass Ed Moschitz aber auch Fragen stehen lässt, und nicht der Versuchung erliegt alles zu kommentieren und zu werten, ist für die Jury Ausdruck des Respektes vor den Menschen und ihrem Leben. Dieser Respekt ist nach Meinung der Jury auch ein wesentlicher und wahrnehmbarer Teil des Selbstverständnisses der Redaktion von "Am Schauplatz". Da gutes Fernsehen auch Produkt von gutem Teamwork ist, gilt die Anerkennung der Jury auch den beteiligten MitarbeiterInnen im Bereich Kamera und Schnitt.

Die Jury hat darüberhinaus beschlossen einen

"Sonderpreis der Jury" an
Regina Strassegger, für die Fernsehdokumentation
"Nelson Mandela - Freiheitskämpfer, Versöhner, Ikone" produziert für 3sat, Sendung 12.5.2004
zu vergeben.

Es gelingt Regina Strassegger in der Dokumentation über Nelson Mandela eine der herausragenden Persönlichkeiten unserer Zeit in beispielhafter Weise darzustellen ohne sich dabei der klassischen Stilform des persönlichen Interviews zu bedienen.

In einer Zeit, in der Medien versucht und gefährdet sind, nur das zu bearbeiten, was auf sie an Informationen auf den leicht zugänglichen Informationsschienen einströmt, durchbricht Regina Strassegger jede Versuchung der "bequemen" - weil zeitökonomischen - Engführung. Sie investiert Zeit für Recherche. Die Dokumentation hat eine überdurchschnittlich hohe Qualität in Bildgestaltung, Kameraführung, Wahl der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, in Interview und Schnitt.

Die Jury vergibt diesen Sonderpreis auch als Auszeichnung für eine Journalistin, die Auslandsthemen in einer Form aufgreift, die über den tagesaktuellen Bezug, aber auch über eine auf reine Bildästhetik abzielende Form der Dokumentation weit hinausgeht.
Im Sinne des Namensgebers des Preises, Prälat Leopold Ungar, ist dieser Sonderpreis auch ausdrücklich als Ermutigung zu verstehen, auch in der Zeit der neuen Technologien nicht auf die Bedeutung der konkreten Recherche im direkten Gespräch mit konkreten Menschen zu vergessen und die dafür notwendige Zeit zu investieren und investieren zu lassen.

Die Anerkennung der Jury gilt aber auch den anderen für den Prälat Leopold Ungar Medienpreis nominierten Journalistinnen und Journalisten, nämlich:

Claudia Feiertag, "Die Furche", für "Weder willig noch tabulos" und "Begleitung bis zuletzt"
Cornelia Krebs, ORF-Ö1, für Journalpanorama "Blumen gegen Punks -Graz und seine Subkultur"
Alexander Lass, "Augustin", für mehrere Artikel zum Thema "Asyl" Niki Nussbaumer, "KURIER", für die Reportagen "Wenn der Hunger weh tut, ist alles andere egal" und "Indien- Waisenkinder und Leprakranke, Hoffnung und Hilfe"
Andrea Puschl, ORF, "Thema", für den Beitrag "FC Schwarze Perle" 13.9.2004
Eva Weissenberger, "Falter", für die Reportage "Frauen ohne Zimmer" und ihre Kommentare in der Tageszeitung "Die Presse"

Der Leopold Ungar Medienpreis wurde 2004 erstmal vergeben. Der Preis ist von Caritas der Erzdiözese Wien und Raiffeisen Niederösterreich-Wien initiiert und durchgeführt worden und soll ab nun jährlich vergeben werden.

Für den Prälat Leopold Ungar Medienpreis konnten journalistische Beiträge veröffentlicht im Zeitraum von Oktober 2003 bis September 2004 in die Bewertung der Jury einbezogen werden. Zugelassen waren JournalistInnen von Print- und elektronischen Medien in Österreich. Es waren Einreichungen durch den/die Autor/in genauso zulässig wie durch Dritte. Die Jury konnte außerdem auch selbst nominieren. 49 Einreichungen wurden bearbeitet, neun Journalistinnen und Journalisten wurden nominiert. Die Jury bildeten Dolores Bauer, Barbara Coudenhove-Kalergi, Hubert Gaisbauer, Heinz Nußbaumer, Kurt Ceipek (Raiffeisen) und Peter Wesely (Caritas).

Prälat Leopold Ungar Medienpreis an Florian Klenk (Falter) und Ed Moschitz (ORF) (2)
Utl.: "Sonderpreis der Jury" für Regina Strassegger (ORF/3sat) =

Wien (OTS) - Wortlaut der Begründung der Jury:

Der Prälat Leopold Ungar Medienpreis 2004
wird vergeben an

Florian Klenk, "Falter" und an Ed Moschitz, ORF, Redaktion "Am Schauplatz"

den "Sonderpreis der Jury" erhält Regina Strassegger, 3sat/ORF

Begründung der Jury

Florian Klenk, Falter

Die Jury würdigt mit der Auszeichnung die hervorragende und nachhaltige Arbeit von Florian Klenk in der journalistischen Auseinandersetzung im Grenzbereich zwischen sozialer Verantwortung und der Arbeit von Justiz und Polizei. Der Ausgezeichnete zeigt mit einer großen schreiberischen Qualität gesellschaftspolitische und rechtsstaatliche Problemzonen sowie Themen mit sozialpolitischer Relevanz auf und analysiert mit fundierten juridischen Kenntnissen.

Florian Klenk zeichnet sich dadurch aus, dass er Themen nicht nur einmalig aufgreift, sondern beständig am Thema bleibt, bis es auch Lösungen gibt.

Mit verantwortlich für diese herausragende journalistische Leistung ist aber zweifellos das "Biotop Falter". Es ist letztlich Frucht des redaktionellen Umfeldes und der Konzeption des Mediums, dass hier wichtige Themen in dieser Form aufgegriffen werden können. Die Jury will die Auszeichnung von Florian Klenk über den persönlichen Aspekt hinaus deshalb auch ausdrücklich als Zeichen der Anerkennung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen der Zeitschrift "Falter" verstanden wissen.
Redaktionellen Raum für großanzulegende Reportagen und Analysen anzubieten ist die Sache der Chefredaktion und des Herausgebers, diesen Raum mit Qualität ausfüllen zu können, dies verlangt nicht nur nach dem Können des Redakteurs, sondern nach Rahmenbedingungen, die diese Arbeit ermöglichen. Sie scheinen beim Falter in besonderer Weise gegeben zu sein.

Ed Moschitz, ORF, Redaktion "Am Schauplatz"
Erhält den Prälat Leopold Ungar Medienpreis 2004 für die Sendung "Dorf ohne Mütter" in der ORF Sendereihe "Am Schauplatz" Erstsendung am 4.5.2004

Im ständigen Wechsel der Perspektive erzählt Ed Moschitz die Geschichte der Heimkehr einer jungen Frau aus Moldawien nach zwei Jahren Arbeit in Österreich. Über das individuelle Schicksal hinaus wird die Situation in einer der ärmsten Regionen Europas erlebbar; der soziale Bruch, der soziokulturelle Schock in der Begegnung zweier Welten. Ed Moschitz ist mit seiner dokumentarischen Annäherung an das Thema nie aufdringlich, nichts wirkt gestellt. Er lässt den Menschen vor der Kamera ihre Würde. Wenn er Emotionen sichtbar werden lässt, wahrt er trotzdem die notwendige Distanz. Notwendige Informationen um die Lebenssituation der Leitfigur des Filmes besser zu verstehen, werden kompakt und verständlich angeboten.

Die Jury zeichnet hier auch die Bereitschaft eines Journalisten aus, Grenzen zu überwinden, aber auch Grenzen zu akzeptieren. Lebenssituationen in anderen Ländern zu verstehen und verstehbar zu machen, verlangt nach Recherche und Professionalität im Einordnen der Fakten, aber auch nach Sensibilität im Umgang mit den handelnden Personen. Dass Ed Moschitz aber auch Fragen stehen lässt, und nicht der Versuchung erliegt alles zu kommentieren und zu werten, ist für die Jury Ausdruck des Respektes vor den Menschen und ihrem Leben. Dieser Respekt ist nach Meinung der Jury auch ein wesentlicher und wahrnehmbarer Teil des Selbstverständnisses der Redaktion von "Am Schauplatz". Da gutes Fernsehen auch Produkt von gutem Teamwork ist, gilt die Anerkennung der Jury auch den beteiligten MitarbeiterInnen im Bereich Kamera und Schnitt.

Die Jury hat darüberhinaus beschlossen einen

"Sonderpreis der Jury" an
Regina Strassegger, für die Fernsehdokumentation
"Nelson Mandela - Freiheitskämpfer, Versöhner, Ikone" produziert für 3sat, Sendung 12.5.2004
zu vergeben.

Es gelingt Regina Strassegger in der Dokumentation über Nelson Mandela eine der herausragenden Persönlichkeiten unserer Zeit in beispielhafter Weise darzustellen ohne sich dabei der klassischen Stilform des persönlichen Interviews zu bedienen.

In einer Zeit, in der Medien versucht und gefährdet sind, nur das zu bearbeiten, was auf sie an Informationen auf den leicht zugänglichen Informationsschienen einströmt, durchbricht Regina Strassegger jede Versuchung der "bequemen" - weil zeitökonomischen - Engführung. Sie investiert Zeit für Recherche. Die Dokumentation hat eine überdurchschnittlich hohe Qualität in Bildgestaltung, Kameraführung, Wahl der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, in Interview und Schnitt.

Die Jury vergibt diesen Sonderpreis auch als Auszeichnung für eine Journalistin, die Auslandsthemen in einer Form aufgreift, die über den tagesaktuellen Bezug, aber auch über eine auf reine Bildästhetik abzielende Form der Dokumentation weit hinausgeht.
Im Sinne des Namensgebers des Preises, Prälat Leopold Ungar, ist dieser Sonderpreis auch ausdrücklich als Ermutigung zu verstehen, auch in der Zeit der neuen Technologien nicht auf die Bedeutung der konkreten Recherche im direkten Gespräch mit konkreten Menschen zu vergessen und die dafür notwendige Zeit zu investieren und investieren zu lassen.

Die Anerkennung der Jury gilt aber auch den anderen für den Prälat Leopold Ungar Medienpreis nominierten Journalistinnen und Journalisten, nämlich:

Claudia Feiertag, "Die Furche", für "Weder willig noch tabulos" und "Begleitung bis zuletzt"
Cornelia Krebs, ORF-Ö1, für Journalpanorama "Blumen gegen Punks -Graz und seine Subkultur"
Alexander Lass, "Augustin", für mehrere Artikel zum Thema "Asyl" Niki Nussbaumer, "KURIER", für die Reportagen "Wenn der Hunger weh tut, ist alles andere egal" und "Indien- Waisenkinder und Leprakranke, Hoffnung und Hilfe"
Andrea Puschl, ORF, "Thema", für den Beitrag "FC Schwarze Perle" 13.9.2004
Eva Weissenberger, "Falter", für die Reportage "Frauen ohne Zimmer" und ihre Kommentare in der Tageszeitung "Die Presse"

Der Leopold Ungar Medienpreis wurde 2004 erstmal vergeben. Der Preis ist von Caritas der Erzdiözese Wien und Raiffeisen Niederösterreich-Wien initiiert und durchgeführt worden und soll ab nun jährlich vergeben werden.

Für den Prälat Leopold Ungar Medienpreis konnten journalistische Beiträge veröffentlicht im Zeitraum von Oktober 2003 bis September 2004 in die Bewertung der Jury einbezogen werden. Zugelassen waren JournalistInnen von Print- und elektronischen Medien in Österreich. Es waren Einreichungen durch den/die Autor/in genauso zulässig wie durch Dritte. Die Jury konnte außerdem auch selbst nominieren. 49 Einreichungen wurden bearbeitet, neun Journalistinnen und Journalisten wurden nominiert. Die Jury bildeten Dolores Bauer, Barbara Coudenhove-Kalergi, Hubert Gaisbauer, Heinz Nußbaumer, Kurt Ceipek (Raiffeisen) und Peter Wesely (Caritas).

Rückfragen & Kontakt:

Peter Wesely
Pressesprecher Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: (++43-1) 87812 - 221 od. 0664/1838140
p.wesely@caritas-wien.at http//www.caritas-wien.at

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