OEGV: Regierung spart bei Brillen am falschen Platz

Offenkundiges Einsparpotential von 80 Millionen Euro bei Generika bleibt weiterhin ungenützt

Wien (OTS) - Trotz mehrfacher Zusage der Regierung, die Verordnung von Generika durch eine gesenkte Rezeptgebühr zu fördern, wurde jetzt diese Chance für das österreichische Gesundheitssystem vertan. Die mögliche Kosteneinsparung bei Verdoppelung des Verordnungsanteils von Generika auf 20 Prozent könnte bei 35 Millionen Euro, bei Anhebung auf ein europäisches Niveau sogar bei 80 Millionen Euro liegen. Mit der verabschiedeten Gesundheitsreform verzichtet die Regierung jedoch auf diese Einsparmöglichkeit. Stattdessen wurde die Kostenunterstützung für Brillen um 35 Millionen gestrichen.

Zusätzliche Belastung der Beitragszahler nicht notwendig

"Zu Recht fordern PatientInnen dazu eine Erklärung von der Regierung. Für BeitragszahlerInnen ist diese Belastungswelle alles andere als 'eine sehr vernünftige Linie'", so Wolfgang Andiel, Obmann des Österreichischen Generikaverbandes (OEGV). "Die gestrichene Unterstützung für Sehbehelfe stellt eine zusätzliche finanzielle Belastung für den Beitragszahler dar und ist absolut nicht notwendig. Wäre die Zusage der Generikaförderung eingelöst worden, müssten den Menschen nicht 35 Millionen Euro für Brillen weggenommen werden. Im Gegenteil: Es könnten die zusätzlich eingesparten Arzneimittelkosten sinnvoll für Leistungen zur Förderung der Patientengesundheit investiert werden."

Generikaförderung in Österreich - lediglich ein Lippenbekenntnis

Mit der neuen Verfahrensordnung ist der Weg zur Kassenfreiheit unter großen Zugeständnissen der österreichischen Generika-Unternehmen neu geregelt worden: Der Preisunterschied von Generika zu Ursprungs-Arzneien bei Markteintritt liegt dabei bei 44 Prozent und wird bis 2006 mindestens 48 Prozent betragen. "Die Preissenkung von Generika allein reicht aber nicht aus, um den Generika-Anteil zu erhöhen", stellt Andiel fest.

"Wir haben schmerzhafte wirtschaftliche Einschnitte, um das große Ziel der Regierung, den Generika-Anteil zu verdoppeln, mitgetragen", so Andiel. "Nun droht das Projekt 'Arzneimittelkosten durch Generikaförderung dämpfen' zu scheitern. Die angekündigten flankierenden Maßnahmen wie niedrigere Rezeptgebühr, Neugestaltung des Entlassungsbriefs, raschere Zulassung von Generika stehen immer noch aus und waren anscheinend lediglich ein Lippenbekenntnis. Mehr Generika helfen dem Gesundheitssystem einfach, effizient und rasch Kosten zu senken; das weiß auch die Regierung. Ohne flankierende Maßnahmen ist ein solches Projekt aber zum Scheitern verurteilt. Hier nicht stärker aktiv zu werden, ist unverantwortlich", betont Andiel.

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