VEÖ: Schlussfolgerungen des Regulators nicht nachvollziehbar

Großkunden profitieren bestätigt von Liberalisierung

Wien (OTS) - "Ich finde die Aussagen von Regulator Walter Boltz hinsichtlich der Preisbildung an der europäischen Strombörse in Leipzig mehr als eigenwillig", so Ulrike Baumgartner-Gabitzer, Generalsekretärin des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), "speziell seine Schlüsse bezüglich der Zusammenhänge zwischen Forward- und Spotmarktpreisen."****

Es müsse dem Regulator schließlich bekannt sein, dass Forward-Preise immer die Zukunft abbilden, das heißt zukünftige, preisrelevante Einfluss- und Risikofaktoren eingepreist werden. "Derzeit heißt das etwa, dass die zunehmende Verknappung der Erzeugungskapazitäten in Europa und zu erwartende Kosten aus diversen EU-Richtlinien auf die Forward-Preise durchschlagen".

Spotmarktpreise wiederum spiegeln ausschließlich die aktuelle Situation wider. "Das heißt, wenn es so wie im letzten Sommer durch die extreme Hitze zu einer Verknappung des Angebots kommt, steigen die Spotmarkt-Preise deutlich. Umgekehrt wiederum, wenn so wie derzeit eine gute Angebotssituation herrscht, schlägt sich das in niedrigeren Preisen auf dem Spotmarkt nieder."

Aus der Tatsache, dass die Forward-Preise über den Spotmarkt-Preisen liegen, also zu schließen, dass die Preisbildung an der Strombörse nicht funktioniert, sei "eine wirklich fragwürdige Schlussfolgerung", betonte die VEÖ-Generalsekretärin. Schon aus seiner logischen Funktion heraus wird sich der Spotmarktpreis immer über oder unter dem Forward-Preis befinden - entsprechend der aktuellen Angebotssituation.

"Großkunden zahlen für Strom nach wie vor deutlich weniger als vor der Liberalisierung, was nicht nur vom Regulator, sondern auch jüngst von Böhler-Uddeholm-General Raidl für sein Unternehmen bestätigt wurde. Auch die EU bescheinigt Österreich mit einer Wechselrate von 15 Prozent im Business-Bereich einen funktionierenden Wettbewerbsmarkt", kann die VEÖ-Generalsekretärin den laufend wiederholten Vorwurf mangelnden Wettbewerbs absolut nicht nachvollziehen.

Und zum Thema des regionalen Wettbewerbs nicht nur für Großkunden "ist anzumerken, dass beispielsweise der Strompreis für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden in Deutschland bei Euro 12,59 für 100 Kilowattstunden - ohne Steuern - liegt, in Italien sogar bei Euro 14,34. Österreich liegt mit Euro 9,81 hier deutlichst günstiger."

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