Zugang zu Normen heißt leichterer Zugang zu Exportmärkten

Damit eines zum anderen passt: Normen beseitigen Handelshemmnisse - WK Salzburg geht Info-Partnerschaft mit Österreichischem Normungsinstitut ein

Salzburg (OTS) - Salzburg, 16. November 2004/WKS. Die Wirtschaftskammer Salzburg und das Österreichische Normungsinstitut ON - das österreichische Dienstleistungszentrum für Normen, Regelwerke, Zertifizierung und Recht der Technik - sind heute, Dienstag, 16. 11., eine "Info-Partnerschaft" eingegangen. WKS-Präsident Komm.-Rat Julius Schmalz und ON-Vizedirektorin DDr. Elisabeth Stampfl-Blaha unterzeichneten dazu in Salzburg eine entsprechende Vereinbarung. Ermöglicht wird den Wirtschaftskammermitgliedern damit der einfachere Zugang zu den immer wichtiger werdenden vielfältigen Normen samt Beratung und Unterstützung bei der Suche nach den jeweils richtigen Normen. Dabei handelt es sich um die erste Partnerschaft dieser Art in Österreich. "Die Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Normungsinstitut ermöglicht es der Wirtschaftskammer Salzburg, einen umfassenden und kompetenten Erstinformationsservice rund um Normen anzubieten", macht WKS-Präsident Komm.-Rat Julius Schmalz den Sinn und Nutzen der Zusammenarbeit klar. "Dies stellt eine weitere Maßnahme dar, um unseren Betrieben das Exportieren zu erleichtern", so Schmalz.
Als ON-Infopartner wird die WKS nicht nur über bereits vorhandene Normen informieren. Der Service umfasst auch Auskünfte darüber, welche Themen derzeit in Vorbereitung sind und welche Möglichkeiten es für die Unternehmen gibt, an der Normung mitzuarbeiten und so die Inhalte von Normen - auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene - mitzugestalten. Weitere Themen sind die Zertifizierung auf Normkonformität von Produkten und Dienstleistungen sowie Weiterbildungs- und Service-Angebote des ON.

Ztl.: Beseitigung vielfältiger Handelshemmnisse
Normen sorgen dafür, dass eines zum anderen passt, bei technischen Produkten, bei Dienstleistungen, im Umweltschutz, im Vergabewesen und vielen anderen Bereichen der Wirtschaft. Ständig kommen neue Bereiche hinzu, von Kunsttransporten bis Call-Centers, von Reinigungsarbeiten bis zum Umweltschutz. Auch die Qualität von Dienstleistungen werde heute mit Normen festgelegt und gemessen. Kaum ein Bereich der Wirtschaft kommt ohne Normen aus.
Diese Normen werden aber nicht "von oben erlassen" oder vom Normungsinstitut gemacht, sondern von jenen erarbeitet, die sie benötigen und später auch anwenden, wie dazu ON-Vizedirektorin DDr. Elisabeth Stampfl-Blaha feststellt. Experten aus der Wirtschaft erarbeiten die Inhalte der Normen im Konsens mit Vertretern von Verwaltung, Wissenschaft, Prüfstellen und Verbrauchern. Das Österreichische Normungsinstitut - ein privater Verein, der auf Basis des Normengesetzes 1971 agiert - ist dafür die unparteiische Plattform und managt diese Arbeiten. Darüber hinaus ermöglicht das ON den direkten Zugang zu 16.000 ÖNORMEN (darunter alle Europäischen Normen), zu den rund 13.700 Internationalen Normen (ISO) und zu Normungsdokumenten aus aller Welt. Im Web-Shop des ON stehen rund 150.000 Dokumente zum Download bereit, darunter auch sämtliche DIN-Normen, ISO- und IEC-Dokumente.
Diese Normen sorgen für Kompatibilität, erleichtern die Vergleichbarkeit von Produkten und Dienstleistungen, sparen Transaktionskosten im Export, sorgen für rationelle Planungs- und Produktionsabläufe, definieren den Stand der Technik bzw. eines "Code of good practice" und beseitigen damit in Summe die unterschiedlichsten Arten von Handelshemmnissen - auf nationaler, auf europäischer und internationaler Ebene.

Ztl.: Normen Voraussetzung für Ausweitung der Exportmärkte
Der volkswirtschaftliche Nutzen der Normung macht laut einer Studie der Technischen Universität Dresden und des Fraunhofer Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung allein für Österreich 1,74 Mrd. Euro aus. Etwa ein Viertel des Wirtschaftswachstums dürfte laut dieser Studie auf die direkten und indirekten Wirkungen der Normung zurückzuführen sein. Jeder Euro, der in die Normung investiert wird, bringt ungefähr den vierzigfachen Ertrag.
Vor allem aber sorgen Normen im Export für die Beseitigung von Handelshemmnissen bzw. ist es für Exporteure von enormer Bedeutung, die jeweils richtigen Normen anzuwenden und schon im Vorfeld die Inhalte der Normen und damit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mitzubestimmen. Sie sind Voraussetzung, dass Betriebe in andere Staaten liefern können. Der Zugang zu Europäischen (ÖNORMEN EN) und Internationalen Normen (ISO) und ihre Anwendung helfen dabei, Absatzmärkte zu erweitern. Wer die Norm prägt, gestaltet damit die Rahmenbedingungen.
Vielfach ist es für Unternehmen notwendig, sich zuerst zu informieren, welche Norm in bestimmten Fällen zum Tragen kommt. Große Betriebe sind dabei oft im Vorteil, kleine Betriebe und insbesondere solche, die neu in den Export in neue Märkte einsteigen wollen und deshalb über die Normung Bescheid wissen müssen, im Nachteil. Vor allem in dem für Salzburger Betriebe so wichtigen Export von Dienst-und Planungsleistungen sind Kenntnisse der Normen Voraussetzung, um Leistungen auf anderen Märkten zu erbringen.
Die Nutzung der Normen hat sich in den vergangenen Jahren weitgehend geändert. Während früher im Wirtschaftsförderungsinstitut eine Übersicht der meist verwendeten Normen in Papier zur Einsicht "vorrätig" war, ist dies bei der Fülle neuer, vor allem auch Europäischer Normen nicht mehr machbar. Zwischen dem Österreichischen Normungsinstitut und der Wirtschaftskammer Salzburg wurde deshalb eine neue Vereinbarung zur Errichtung einer "Info-Partnerschaft" ausgearbeitet, die es allen Salzburger Betrieben ermöglicht, kostenlos in die jeweils für den Betrieb maßgeblichen und wichtigen Normen in den Büros der Regionalpolitischen Abteilung, der Sparte Gewerbe und Handwerk sowie den Bezirksstellen der Wirtschaftskammer Einsicht zu nehmen, ohne bereits den Ausdruck der gesamten Norm zu bestellen bzw. zu bezahlen.
12 MitarbeiterInnen der Wirtschaftskammer wurden dazu eingeschult, für den Betrieb die jeweils interessanten Normen abzurufen und eine Einsicht in die Norm im jeweiligen Büro der Wirtschaftskammer zu ermöglichen. Die sechs Ansprechpartner in der Wirtschaftskammer Salzburg sind dabei:
- Sparte Gewerbe und Handwerk (Spartengeschäftsführer Dr. Franz Hirnsperger)
- Bezirksstelle Hallein (Bezirksstellenleiter Mag. Maximilian Klappacher)
- Bezirksstelle St. Johann (Bezirksstellenleiter Mag. Josef Felser) - Bezirksstelle Zell am See (Bezirksstellenleiter Mag. Dietmar Hufnagl)
- Bezirksstelle Tamsweg (Bezirksstellenleiter Dr. Franz Lüftenegger) - Regionalpolitische Abteilung (Abteilungsleiter Dkfm. Dr. Richard Schmidjell / Charlotte Grothusen).
Mit dieser ON-Info-Partnerschaft ist es den Salzburger Betrieben auf schnellem und kurzem Weg möglich, in die für sie wichtigen Normen Einblick zu nehmen. Sollten Salzburger Unternehmen daran interessiert sein, so genügt eine entsprechende Terminvereinbarung, um die Einsichtnahme zu ermöglichen.
Das Österreichische Normungsinstitut wird im Rahmen der Info-Partnerschaft die Mitarbeiter, die für die Normeneinsicht in der Wirtschaftskammer Salzburg zuständig sind, weiterschulen und entsprechend über Neuerungen informieren. Möglich ist allerdings nur eine Einsichtnahme bzw. ein Suchen der jeweils relevanten Normen. Eine "Mitnahme" der Normen ist nicht möglich; diese können dann vom Betrieb direkt beim Österreichischen Normungsinstitut bestellt werden.
Im ON (www.on-norm.at) gibt es dann auch tiefer gehende Informationen zum Umfeld der Normung, zu den Möglichkeiten der Mitarbeit und Mitgestaltung der Norminhalte (national ebenso wie europäisch und international) und zur Zertifizierung von Produkten und Dienstleistungen auf Normkonformität.


Eine Aussendung der Wirtschaftskammer Salzburg, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Julius-Raab-Platz 1, 5027 Salzburg, Tel. 0662/8888-346, Fax: 0662/8888-388, E-Mail:
bbauer@wks.at

Rückfragen & Kontakt:

Dkfm. Dr. Richard Schmidjell, Leiter der Regionalpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Salzburg, Tel. 0662/8888-347, Fax: 0662/8888-672, E-Mail: rschmidjell@wks.atmailto:bbauer@sbg.wk.or.at

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