ENTSCHLIESSUNGSANTRAG BETREFFEND BILINGUALEM UNTERRICHT FÜR GEHÖRLOSE KINDER

Brader bringt gemeinsamen ÖVP-FPÖ-Antrag ein

Wien, 16. November 2004 (ÖVP-PK) Die Abgeordneten der Regierungsfraktionen, Dr. Alfred Brader (ÖVP) und Dr. Helene Partik-Pable (FPÖ) haben heute, Dienstag, im Plenum des Nationalrates einen Entschließungsantrag betreffend bilingualem Unterricht für gehörlose Kinder eingebracht. ÖVP-Abg. Brader hat diesen Antrag im Rahmen seines Debattenbeitrages im Wortlaut zur Kenntnis gebracht:
****

"Um Kindern mit einer Hörbehinderung eine fundierte Wissensbasis vermitteln zu können, die ihnen bestmögliche Chancen und Möglichkeiten in Beruf und Gesellschaft ermöglicht, ist einerseits auf ein entsprechendes gebärdensprachliches Angebot, andererseits aber auch auf die neueren medizinischen Errungenschaften Rücksicht zu nehmen. Seit einiger Zeit gelangen auch in Österreich verstärkt Cochlea-Implantate zum Einsatz, mittels derer für viele Kinder mit einem Rest-Hörvermögen die Möglichkeit besteht, das selbe Wissen und die selben Berufsvoraussetzungen zu erlangen wie ihre hörenden Kolleginnen und Kollegen. Für jene Kinder und Jugendlichen, die über kein Cochlea-Implantat verfügen oder trotz Cochlea-Implantat nicht in der Lage sind dem lautsprachlichen Unterricht umfassend zu folgen, wird die Gebärdensprache auch weiterhin das wichtigste Sprachwerkzeug sein, um komplexe Inhalte zu begreifen und um an den Lernprozessen teilnehmen zu können.

Um Verbesserungen für die Teilnahme von Kindern mit Hörbehinderungen am Unterricht zu erwirken, stellen die unterfertigten Abgeordneten daher folgenden Entschließungsantrag:

Der Nationalrat wolle beschließen:

Um für Kinder mit Hörbehinderungen die besten Bildungschancen zu gewährleisten, wird die Bundesministerin für Bildung darum ersucht, eine wissenschaftliche Studie in Auftrag zu geben, in der die Möglichkeiten und Konsequenzen des Einsatzes von Cochlea-Implantaten und der Gebärdensprache für Kinder und Jugendliche im Unterricht untersucht und diesbezügliche internationale Erfahrungen ausgewertet werden. Anhand von Berufskarrieren gehörloser und schwerhöriger Jugendlicher der letzten 10 Schuljahrgänge in ganz Österreich, soll die pädagogische Methodik überprüft und verbessert werden. Weiters wird die Bundesministerin für Bildung ersucht im Rahmen der Lehrplanerstellung für die Pädagogischen Hochschulen die Qualität der Gebärdensprachausbildung für LehrerInnen, welche gehörlose Kinder unterrichten werden, weiterhin zu stärken."
(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK0009