AK: Bildungsbudget verschlechtert Chancen der Jungen

Wien (OTS) - Mit ihrem Bildungsbudget verschlechtert die Regierung die Zukunftschancen der österreichischen Jugendlichen weiter", kritisiert Johanna Ettl, Leiterin des Bereiches Bildung in der AK Wien. Zum Beispiel sind die geplanten Aufwendungen im Schulbereich mit 9,3 Prozent der Gesamtausgaben auf dem niedrigsten Stand seit Bestehen der ÖVP-FPÖ-Regierung - die vorgesehene Erhöhung um 70 Millionen Euro fließt in die Verwaltungsausgaben und deckt nicht einmal den Mehrbedarf für die normalen Gehaltserhöhungen und Vorrückungen des Lehrpersonals. Die AK fordert mehr Geld für die Bildung, für ausreichend Lehrer an den Pflichtschulen, für ausreichend Plätze an berufsbildenden Schulen und Fachhochschulen und für bessere Studienbedingungen an den Universitäten.

Bereits mit dem letzten Budget hat sich die Regierung aus der bildungspolitischen Verantwortung verabschiedet, kritisiert Ettl. Jetzt setzt sie ihren Kurs auf Kosten der österreichischen Kinder und Jugendlichen fort:

+ 3.400 Lehrer weniger für Volksschule, Hauptschule: Das ist zu befürchten, weil die Regierung den entsprechenden Budgetansatz um 56 Millionen Euro kürzen will - und das, obwohl seit dem Jahr 2000 bereits 5.500 Landeslehrerstellen abgebaut wurden. Trotz SchülerInnenrückgang wird das Budget für den Pflichtschulbereich nicht reichen - außer die Regierung hält ihre Zusage von 10.000 zusätzlichen Ganztagsplätzen nicht ein und erhöht weiter die Klassenschülerzahlen in den Pflichtschulen.

+ Kein einziger Schulplatz zusätzlich an berufsbildenden Schulen:
Hier wird die geringfügige Steigerung des Budgets allein durch die normalen Gehaltserhöhungen und Vorrückungen des Lehrpersonals aufgefressen. Mit Verbesserungen ist weder bei den Schulplätzen zu rechnen noch in Bezug auf niedrigere Klassenschülerzahlen, Förderun-gen zum Verhindern von Drop-Outs und Alternativangebote für Lehrstellen Suchende.

+ Keine neuen AnfängerInnen-Plätze an Fachhochschulen im Herbst 2004 - und höchstens 300 neue Plätze ab Herbst 2005: Dazu kommt es, weil die von der Regierung geplante bescheidene Erhöhung des Budgetpostens für die Fachhochschulen gerade zur Finanzierung jener bestehenden Studienplätze reicht, die bisher von den Ländern vorfi-nanziert wurden.

+ Die Aufwendungen für die Universitäten sollen bei den gesetzlichen Verpflichtungen nur geringfügig erhöht werden -inklusive Hochschulraumbeschaffung und laufendem klinischem Mehraufwand sinken sie sogar! Dabei haben die Unis seit dem Jahr 2000 im Investitionsbereich einen Nachholbedarf von zumindest 100 Millionen Euro. Außerdem sollen die Mittel für die Studienförderung trotz steigender Studentenzahlen bereits das dritte Jahr nicht erhöht werden. Dringend nötig wäre ein budgetäres Sofortprogramm für die Universitäten.

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