3sat-Dokumentarfilmpreis für "Hans im Glück"

Wien (OTS) - Der mit 6.000 Euro dotierte 3sat-Dokumentarfilmpreis der 28. Duisburger Filmwoche ging am Samstag, dem 13. November 2004, an den Film "Hans im Glück" des Schweizers Peter Liechti. 1951 in St. Gallen geboren, arbeitet er seit 1986 als freier Filmschaffender, als Autor, Kameramann und Produzent.

In seinem 90-minütigen Dokumentarfilm begibt sich der Filmemacher auf einen Fußmarsch von Zürich nach St. Gallen, um mit dem Rauchen aufzuhören. Unterwegs gerät er in einen Zustand des "gedanklichen Hyperventilierens". Erlebtes vermengt sich mit Erinnertem, der Blick verschwimmt zu einem Vexierbild, in dem Vertrautes fremd wird und Fremdes vertraut.

"Einer macht sich auf den Weg, um eine Sucht abzulegen, die er liebt, und findet dabei die Welt wieder, in der sie entstand. Das ist ein Film, in dem die Sorgfalt und die Genauigkeit der Beobachtung zu einer reifen poetischen Form finden. Im "Vorsichhinschweizern" zwischen Zürich und St. Gallen erlebt Peter Liechti die Qual und das Glück, nicht zu rauchen. Im Entzug schärft sich die Wahrnehmung der Dinge, die er mag und nicht mag. Der Prozess des Filmemachens wird konkret als Fußmarsch und Forschungsreise, und beim Übersteigen des Säntis wird auch filmisch sinnfällig, was es heißt, über den Berg zu sein", urteilte die Jury.

Der 3sat-Dokumentarfilmpreis wird für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm im Wettbewerb der Duisburger Filmwoche vergeben. Die Entscheidung fällte eine unabhängige Jury aus drei Filmkritikern, der Christoph Schneider aus Zürich, Fritz Wolf aus Düsseldorf sowie - als neues Mitglied - Alexandra Seibel aus Wien angehören.

In seinem Fernsehprogramm zur 28. Duisburger Filmwoche zeigt 3sat noch am Sonntag, dem 28. November, um 22.05 Uhr den Dokumentarfilm "Kanegra" (2004) von Katharina Copony in Erstausstrahlung. Der im Auftrag von 3sat entstandene Film begleitet eine Gruppe von Patienten des Beratungszentrums für psychische und soziale Fragen aus Graz bei ihrer einwöchigen Reise in das kroatische Kanegra.

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