Tabakwerbung: Engagement der Interessenvertretung führt zu Verbesserungen

Fristerstreckung, Begriffsdefinition positiv - Weiter prinzipielle Ablehnung von Kommunikationsbeschränkungen - Verweis auf Modelle zur Selbstregulierung

Wien (PWK819) - Einen Erfolg können die Interessenvertreter der heimischen (Werbe-)Wirtschaft verbuchen: Deren konstruktive wie engagierte Verbesserungsvorschläge haben Eingang in eine Überarbeitung der Novelle zum Tabakgesetz gefunden und zu Verbesserungen für die Wirtschaft geführt: Statt eines drohenden totalen Kommunikations- und Werbeverbots in Sachen Tabakwaren kam es durch das Engagement der Wirtschaftsvertreter zu substanziellen Veränderungen durch Anpassung an die EU-Richtlinie, was einige Verbesserungen für die Werbewirtschaft bringt.

Thomas Gams, stellvertretender Obmann des Fachverbandes Werbung + Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), und Konrad Maric, Beauftragter des Fachverbandes Werbung für internationale Kontakte, listen konkret auf, wo den Anregungen der Wirtschaft entsprochen wurde:

Tabaktrafikanten dürfen ihre Produkte am Point of Sale, also vor und in der Trafik, weiter bewerben.
Die Begriffsdefinition von Werbung/Sponsoring wurde nach anfänglichen Unklarheiten im ministeriellen Erstentwurf nun weiter gefasst.
Die Einführung des Gesetzes wurde weitgehend an die EU-Regulative angeglichen und tritt am 1. August 2005 - also 6 Monate später - in Kraft.
Werbung für Tabakerzeugnisse in der Form von Plakatwerbung sowie Kinowerbung im Rahmen nicht jugendfreier Kinovorstellungen ist bis 1. Jänner 2007 erlaubt.
Auch Sponsoring von Veranstaltungen/Aktivitäten, die nur in einem Staat stattfinden und auch keine sonstige grenzüberschreitende Wirkung haben, bleibt bis 1.1.2007 erlaubt.

Aufrecht erhält die österreichische Werbewirtschaft allerdings ihre Bedenken bezüglich des Zeitpunkts des Inkrafttretens des Gesetzes vor der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes über die betreffende EU-Richtlinie: "Es wäre begrüßenswert, wenn hier dieselbe Vorgangsweise wie in unserem Nachbarstaat Deutschland, der ja auch Österreichs wichtigster Partnermarkt ist, gewählt werden würde: Dort werden entsprechende Bestimmungen in Medien, die auch ins Ausland ausgeliefert werden, vorläufig nicht umgesetzt. Dadurch drohe, so Maric, ein massiver "Overflow" von Tabakwerbung aus Deutschland zu Ungunsten der österreichischen Wirtschaft.

Gams und Maric stellen klar: "Wir kämpfen vehement gegen jede Art der Beschränkung der kommerziellen Kommunikation. Wenn einmal eine EU-Regulative vorliegt, ist es zu spät. Die Ergebnisse dieser Verhandlungen sind ein notgedrungener Kompromiss, aber keine Lösung des Problems." In Zukunft gelte es, sich rechtzeitig noch intensiver mit den Anliegen der österreichischen Werbewirtschaft in die europäische Gesetzesdiskussion einzubringen. Statt Beschränkungen und Verboten empfehlen die Experten die weitaus besseren und erfolgreicheren Modelle der Selbstregulierung. (JR)

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