"Weltjournal" am 17. November: Droht weltweite Epidemie aus Thailand?

Vogelgrippe in Südostasien wieder ausgebrochen

Wien (OTS) - Die Weltgesundheitsorganisation WHO schlägt Alarm: In Südostasien ist die Vogelgrippe, die man nach der Notschlachtung von mehr als 200 Millionen Hühnern besiegt glaubte, wieder ausgebrochen. Bisher konnten sich Menschen nur bei Tieren anstecken. In Thailand ist aber kürzlich eine Frau gestorben, die sich bei ihrer Tochter angesteckt hatte. Sollte das Virus mutiert sein oder sich mit einem Erreger der Menschengrippe vermischt haben, könnte dieses Killervirus eine weltweite Epidemie auslösen. Thailands Regierung hatte im Frühjahr die Situation noch vertuscht, jetzt versucht man, der Gefahr mit einer groß angelegten Kampagne zu begegnen. Gerhard Tuschla berichtet für das "Weltjournal" - zu sehen am Mittwoch, dem 17. November 2004, um 22.30 Uhr in ORF 2 - aus Thailand.

Die weiteren, von Annette Scheiner präsentierten Beiträge:

Niederlande: Das geteilte Land

Seit dem Mord an dem Filmemacher Theo van Gogh steht Holland unter Schock, die Bevölkerung ist gespalten. Viele hinterfragen das bisherige Klischee vom tolerantesten Land Europas und von der gelungenen Integration der moslemischen Einwanderer. Schon viel früher hatte der vor zwei Jahren ermordete Rechtspopulist Pim Fortyun öffentlich und oft provokant Kritik an den Moslems und am Koran geübt. Die aus Afrika stammende Parlamentarierin Ayaan Hirsi Ali trat in seine Fußstapfen, sie war und ist das Hauptziel islamischer Fundamentalisten, seit langem steht sie unter Personenschutz. Das "Weltjournal" zeigt ein Porträt der umstrittenen Politikerin.

Nigeria: Aufstand gegen Ölmultis

Seit Monaten bedrohen hohe Ölpreise den Aufschwung der Weltwirtschaft. Die Krise im Irak, die Hurrikanschäden im Golf von Mexiko und ein Aufstand gegen die Ölmultis in Nigeria, Afrikas größtem Erdölexporteur, haben dazu beigetragen. Mit 2,5 Millionen Barrel Erdöl pro Tag ist Nigeria der siebentgrößte Produzent der Welt. Seit Jahren tobt im Mündungsgebiet des Niger, wo die ergiebigen Quellen liegen, ein Kampf um die Ressourcen zwischen den Erdölmultis, die sich mit der korrupten Regierung geeinigt haben, und den Stämmen, die in diesem Gebiet leben. Laut einer Erhebung der Ölfirma Shell kostet dieser Konflikt 1.000 Menschen pro Jahr das Leben. In den vergangenen Monaten wurde die Ölförderung immer wieder durch Kämpfe blockiert. Eine Reportage aus dem Krisengebiet von Martin Adler.

Donaudelta: Das bedrohte Paradies

Das Delta der Donau im Grenzgebiet zwischen der Ukraine und Rumänien ist das letzte noch intakte Flussdelta Europas. Diesem einzigartigen Naturschutzgebiet droht Gefahr, denn die Ukraine hat mit dem Bau eines Kanals begonnen, um einen eigenen Schifffahrtsweg zum Schwarzen Meer zu bekommen. Naturschützer fürchten, dass dieser Kanal das Ökosystem des Deltas zerstören wird. Internationale Proteste hat die Ukraine bisher ignoriert, allerdings könnte die Wahl des Präsidenten am kommenden Wochenende Rettung für die Natur bringen: der Reformer Juschtschenko wird - wenn er siegt - vermutlich dem Kurs der EU folgen und den Weiterbau verhindern. Eine Reportage von Lutz Ehrlich.

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