Häupl: Verwertung von Wissen ist entscheidend für die Zukunft!

Matinee "European Cities 2010 - 2030 - 2050 - Neue Perspektiven für Europas Städte"

Wien (SPW) - Im Rahmen der von der SPÖ Wien, dem Renner Institut und der Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung initiierten Diskussionsreihe "Wiener Visionen" fand am Samstag eine Matinee zum Thema "European Cities 2010 - 2030 -2050- Neue Perspektiven für Europas Städte" im Auditorium des Museums Moderner Kunst in Wien statt. Unter der Moderation von Peter Huemer diskutierten Wiens Bürgermeister Michael Häupl, der Bürgermeister von München, Christian Ude, der Vizebürgermeister von Ljubljana, Anton Colaric, sowie die Wissenschafter Matthias Horx (Leiter des Zukunftsinstituts Kelkheim) und Josef Penninger (Leiter des Instituts für Molekulare Biotechnologie, Wien) die neuen Herausforderungen an europäische Städte, welche sich durch die Erweiterung Europas und die fortschreitende Globalisierung ergeben. Die vermutlich größte Herausforderung, welche sich europäischen Städten stellt ist, in Zukunftsbranchen wie Biotechnologie zu investieren. Unerlässlich für die Etablierung dieser Branche ist der Wissensfaktor, wie Wiens Bürgermeister Michael Häupl feststellte: "Der entscheidende Punkt ist, wie verwertbares Wissen produziert werden kann, sodass die Geburt einer Idee zu einem marktfähigen Produkt führt." An die Städte stelle sich nun die Aufgabe, Infrastruktur zu schaffen, was in Wien beispielsweise durch die Errichtung des Technologiezentrums TECHbase erfolge. ****

Eine weitere große Herausforderung stellt die Optimierung der Lebensqualität in einer Stadt dar. Innerhalb der wissensökonomischen Gesellschaften kommt es laut Matthias Horx zur Herausbildung einer neuen kreativen Klasse. Für die Zukunft und die Dynamik von Städten gelte es also, dieses kreative Potential anzuziehen und zu halten, was einerseits durch Infrastrukturen und Bildungsstandorte, aber vor allem auch durch die Lebensqualität geschehe. Chancen, eine noch bessere Lebensqualität in Wien zu schaffen, sieht Michael Häupl in der Europäisierung Wiens. Denn: "Europa ist der Raum und das Biotop, in dem Wien gedeihen kann." Obwohl Wien schon jetzt eine sehr hohe Lebensqualität bietet und beispielsweise als Musikhauptstadt weltberühmt ist, stellte der Bürgermeister fest, dass es wichtig sei "nicht nur reproduzierend aus der Vergangenheit zu leben", sondern auch produktiv in die Zukunft zu gehen.

Auch demographische Entwicklungen, wie die Zunahme der Lebenserwartung stellen die Sozialdemokratie vor neue Herausforderungen, wie Münchens Bürgermeister Christian Ude konstatierte. In Zukunft werde es also auch Aufgabe der Politik sein, neue Lebensformen für das Alter zu entwickeln, wie beispielsweise Selbstorganisation in Form von Rentnerwohngemeinschaften. Darüber hinaus spiele der Faktor Zuwanderung auch in Zukunft eine große Rolle. Michael Häupl stellte klar: "Wien ist eine Zuwanderungsstadt und wir brauchen Zuwanderung für unsere Zukunft." Die entscheidende Diskussion wäre allerdings, wie die Stadt und die Bevölkerung mit MigrantInnen umgeht. Häupl: "Wir wollen versuchen mit MigrantInnen so umzugehen, damit sie diese Stadt als neue Heimat sehen!" Außerdem unterstrich Michael Häupl, dass es Aufgabe der Sozialdemokratie sei, auch in Zukunft eine Schutzfunktion gegenüber den sozial Schwachen zu übernehmen, vor allem im Hinblick darauf, dass sich die Arbeitswelt verändert. Solidarität werde auch weiterhin eine große Rolle in der sozialdemokratischen Politik spielen.

In der Diskussion wurde außerdem klar, dass sich die Städte in den neuen Mitgliedstaaten der Europäischen Union vor Herausforderungen sehen, die in Wien oder München schon bewältigt wurden. Anton Colaric, Vizebürgermeister von Ljubljana, unterstrich die Notwendigkeit sich Fragen der Städteplanung und Infrastruktur zu widmen. Ein weiteres Fazit der Veranstaltung: Zukunftsvisionen sollen vor allem Herausforderungen an die Städte und die Politik erkennen und nicht stur linearen Prognosen folgen. (Schluss) lw/gd

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