Vorsorgemedizin - ade?

Die ÖOG protestiert gegen die im Finanzausgleich beschlossene massive Diskriminierung schlecht sehender Patienten/innen in Österreich.

Wien (OTS) - Die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (die Vereinigung österr. Augenärzte) hat in ihrer Vorstandssitzung am 13.11.2004 einstimmig folgende Resolution beschlossen:

Die ÖOG protestiert aufs Schärfste gegen die im Finanzausgleich beschlossene massive Diskriminierung schlecht sehender Patienten/innen in Österreich. Die Gewährung eines Kassenbeitrages für Brillen muss für die gesamte Bevölkerung gewährleistet bleiben, und darf nicht nur auf Kinder, sozial Bedürftige und schwer Sehbehinderte reduziert werden.

Durch den fehlenden Kostenersatz für die Brille fällt der Anreiz, einen Augenarzt aufzusuchen weg. Damit entfällt auch die derzeit selbstverständliche Untersuchung des Sehorgans anlässlich einer Brillenverordnung, bei der - wissenschaftlichen Studien zufolge - oft Augen- oder Allgemeinerkrankungen erstmals entdeckt werden (z.B. Grauer Star, Grüner Star, Netzhauterkrankungen, Augentumoren, Diabetes mellitus, Bluthochdruck).

Die geplante Sparmaßnahme spricht dem medizinischen

Vorsorgegedanken Hohn. Nicht nur wir Ärzte, sondern auch die Krankenkassen sind über den geplanten Schritt bestürzt, befürchten sie doch hohe Kosten infolge zu spät erkannter Krankheiten.

Die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft fordert die Abgeordneten zum Nationalrat auf, diesen Tiefschlag gegen die Gesundheitsvorsorge nicht zuzulassen.

OMR Dr. Roderich Fellner, Präsident der ÖOG
MR Dr. Helga Azem, Vorstandsmitglied der ÖOG, Fachgruppenobfrau in der Ärztekammer Wien
Prim. Univ. Prof. Dr. Susanne Binder, Vorstandsmitglied der ÖOG, Primarärztevertreterin

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