"Neues Volksblatt" Kommentar: "Fundamente" (Von Werner Rohrhofer)

"Neues Volksblatt" Kommentar: "Fundamente" (Von Werner Rohrhofer)

Linz (OTS) - Der Begriff "Fundamentalismus" hat gute Chancen, zum Wort des Jahres gekürt zu werden. Von den USA über die Niederlande bis in den Nahen Osten: Überall heißt es, "fundamentalistische Kräfte" seien am Werk.
Nun ist es grundsätzlich positiv zu bewerten, wenn Menschen oder eine Gesellschaft "Fundamente" im Sinn von Werten und Traditionen haben, die hochgehalten werden.
Die Grenze zum Fundamentalismus wird dort überschritten, wo diese Werte und Traditionen absolut gesetzt werden. Der Fundamentalist sagt, dass sein "Fundament" unverrückbar und das einzig richtige und wahre sei. Diese Ausschließlichkeit mündet häufig in ein simples Weltbild, das nur mehr "Gut" oder "Böse" und "Schwarz" oder "Weiß" kennt. Daraus resultieren Feindbilder, die wiederum zu Intoleranz und Aggression bis hin zu Terror führen können.
Das bedeutet aber auch: Jede Meinung, jede Religion, jede Ideologie kann "fundamentalistisch" - also mit dem problematischen Anspruch "Ich habe recht und sonst niemand" - vertreten werden. So gesehen steckt in jedem von uns ein kleiner "Fundamentalist".

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