Josef "Pepi" Strobl für Slowenien mit Rossignol

FIS-Vorstand erteilt Doppelstaatsbürger aus Tirol und Ljubljana Startberechtigung

Oberhofen/Innsbruck (OTS) - Josef "Pepi" Strobl, der 30jährige Abfahrts- und Super-G-Rennläufer aus dem Lechtaler Ort Holzgau, ist ab sofort für Slowenien startberechtigt, hat der Vorstand der FIS, des Internationalen Skiverbandes, am Freitag bei seiner Sitzung in Oberhofen (CH) beschlossen. Strobl hat dank eines Urgroßvaters aus Dobrava (in der Nähe von Novo Mesto, südöstlich von Ljubljana) seit dem 29. September die slowenische Staatsbürgerschaft und wird komplett mit Rossignol-Material ausgerüstet, und zwar mit Skiern, Skischuhen, Bindungen, Skistöcken, Brillen und Helmen.

"Ich habe alles gewechselt: Die Nation, das Material und die Freundin - aber das mit der Freundin war Zufall", berichtet ein sichtlich erleichterter Pepi Strobl, der zuletzt kaum mehr für die Speed-Truppe des ÖSV nominiert worden war, nachdem er zuvor sechs Weltcup-Rennen (drei Abfahrten, zwei Super-Gs, einen Riesenslalom) für den ÖSV gewonnen hatte. Skigeschichte hat Pepi Strobl mit seinem Abfahrts-Sieg in Val d’ Isère 1994 geschrieben, als er bei seinem ersten Weltcup-Start (mit Startnummer 61) als erster Rennläufer der Weltcup-Geschichte gleich an die Spitze des Klassements fuhr.

"Zehn Jahre nach diesem historischen Sieg möchte ich jetzt das erreichen, was mir mit dem ÖSV nie gelungen ist: Eine Medaille bei einem Großereignis - also zunächst einmal bei der Weltmeisterschaft in Bormio ab 28. Jänner. Ich werde (im grünen Rennanzug des slowenischen Skiverbandes/Smučarska Zveza Slovenije) alle Abfahrten und Super-Gs fahren und, falls ich gut in Schuss bin, auch Riesenslalom. Im Slalom ist mir aber zu viel Plastik", sagt Strobl, der sich im slowenischen Team ausgesprochen wohl fühlt. "Im Team gibt es mehr Gemeinsamkeiten als bei den Österreichern. Dort warst Du nach dem Konditions- und Schneetraining meist allein - im slowenischen Team unternehmen wir jedoch auch abseits des Trainings viel gemeinsam".

"Mit Andrej Jerman (ebenfalls auf Rossignol), Gregor Sparovec sowie drei jungen Läufern habe ich den Sommer über intensiv trainiert, drei Wochen davon in Zermatt und den Rest im Pitztal, wobei es in der Qualität des Trainings kaum Unterschiede zu den Österreichern gibt". Slowenisch-Kenntnisse seien zwar nicht nötig, weil im Team meist Deutsch gesprochen werde, aber er habe dennoch bereits Einiges gelernt. "Ja, +Dober dan+ (Guten Tag) und +Hvála+ (Danke)" schmunzelte Rossignol-Teamkollegin und Neo-Landsfrau Tina Maze bei der Rossignol-Teampräsentation in Sölden. "Es ist doch mehr", konterte Pepi, "ich kann auch noch den Blödsinn, den man zuallererst lernt - aber der ist nicht jugendfrei".

"Bis jetzt habe ich nur gute Reaktionen auf meinen Komplett-Wechsel erfahren", sagt Josef Strobl, der seit heuer für den Skiklub Kranjska Gora (ASK) antritt und in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana eine Wohnung sucht. Ab dem 27. November geht es allerdings in Übersee gleich ordentlich zur Sache: In Lake Louise (Can) und Beaver Creek (USA) stehen zwei Abfahrten und zwei Super Gs auf dem Programm, in den USA auch noch ein Riesenslalom (und ein Slalom, doch - siehe oben). Die slowenische Mannschaft fliegt am 17. November nach Nordamerika und trainiert bis dahin noch im Pitztal.

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