AK Wien Vollversammlung lehnt Regierungspläne für Harmonisierung als unfair und ungerecht ab

AK Wien will Harmonisierung, die für alle gerecht ist und keine Berufsgruppe bevorzugt

Wien (OTS) - Als unfair und ungerecht kritisiert die
Vollversammlung der AK Wien die Regierungspläne für eine Pensionsharmonisierung. Für viele ASVG-Versicherte werden die Pensionsverluste aus der so genannten Pensionsreform 2003 durch neue Abschläge, die nicht vom Verlust-Deckel erfasst sind, auf 20 Prozent und mehr aufgedoppelt - gerade über 50-Jährige sind davon am stärksten betroffen. Frauen benachteiligt die Regierung gleich mehrfach: Für sie soll es nach dem Regierungsentwurf auf Jahrzehnte keine Möglichkeit geben, vor dem Regelpensionsalter in Pension zu gehen. Die Bewertung der Ersatzzeiten reicht bei Frauen bei weitem nicht aus um die Verluste durch die Lebensdurchrechnung wett zu machen. Viele Frauen und Männer, die lange und hart gearbeitet haben, kommen nie auf die von der Regierung verlangten Beitragsjahre, die für kurze Zeit noch einen Pensionsantritt mit 60 bzw 55 Jahren ermöglichen - weil etwa am Bau oder in der Tourismusbranche Arbeitslosigkeit oder Zeiten längerer Krankheit leider zum Alltag zählen. Die so genannte Hacklerregelung der Regierung kritisiert die Vollversammlung der AK Wien als Schutz mit Ablaufdatum: bereits in fünf Jahren gibt es keine Hacklerregelung mehr. Arbeitsmarktpolitische Begleitmaßnahmen ist die Regierung komplett schuldig geblieben und von Beitragsgerechtigkeit für alle - also einschließlich für Bauern und Selbstständige - kann keine Rede sein.

Damit die Harmonisierung für alle fair und gerecht ist und keine Berufsgruppe bevorzugt, fordert die 141. Vollversammlung der AK Wien:

+ Gerechter Einstieg in das harmonisierte Pensionsrecht durch Aufsetzen auf der Rechtslage vor den Pensionskürzungen 2003.
+ Insbesondere keine "Aufdoppelung" der Verluste der Pensionsreform 2003 durch Korridorabschläge außerhalb der Verlustbegrenzung.
+ Bessere Bewertung von Kindererziehungszeiten und Zeiten der Arbeitslosigkeit
+ Für Frauen: Schwerarbeiterregelung mit 55 und Pensionskorridor mit 57
+ Einbeziehung von besonders belastenden Frauentätigkeiten in die "Schwerarbeit"
+ Höhere Steigerungsprozentsätze für alle Schwerarbeiter
+ Hacklerregelung mit 55 bzw 60 ("40/45 Versicherungsjahre sind genug")
+ Beitragsharmonisierung: einheitlicher Beitragssatz für alle Berufsgruppen

Rückfragen & Kontakt:

Doris Strecker
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2677
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0005