AK Wien-Vollversammlung: mehr Lehrstellen für Wien

Mehr als 5.000 Jugendliche haben keine Lehrstelle - Wirtschaft und Bundesregierung müssen handeln

Wien (OTS) - Die Entwicklung bei den Lehrstellen ist weiter Anlass zur Sorge. Ende Oktober standen 5.043 Wiener Jugendlichen, die keine Lehrstelle in einem Betrieb hatten, nur 235 offene Lehrstellen gegenüber. Die Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien fordert Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein auf, für diese Jugendlichen endlich "selbständige Ausbildungseinrichtungen" zu genehmigen und zu finanzieren. Darüber hinaus verlangt die Vollversammlung der AK einen finanziellen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben.

Ende Oktober 2004 waren 1.885 Jugendliche unmittelbar auf der Suche nach einer Lehrstelle, 1.199 absolvierten kurzfristige Schulungen, weitere 1.959 befanden sich in zehnmonatigen Auffangnetz-Lehrgängen. Trotz gesetzlicher Erleichterungen für Lehrbetriebe, wie etwa Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen und der Lehrlingsausbildungsprämie, sind immer weniger Betriebe bereit, Lehrlinge auszubilden. Ende Oktober 2004 waren nur 235 offene Lehrstellen beim Arbeitsmarktservice gemeldet.

Um die prekäre Situation zu entschärfen, verlangt die Vollversammlung der AK zusätzlich zu den zehnmonatigen Auffangnetz-Lehrgängen die Einrichtung und Finanzierung von so genannten "selbständigen Ausbildungseinrichtungen". Die Ausbildung darin soll der in einem Betrieb gleichgestellt sein und mit einer Lehrabschlussprüfung enden. Dazu könnten bestehende Kapazitäten in Lehrwerkstätten genutzt werden. Die Jugendlichen könnten in diesen Ausbildungseinrichtungen eine qualifizierte Ausbildung über die gesamte Lehrzeit hindurch absolvieren.

Darüber hinaus muss endlich ein finanzieller Ausgleich zwischen ausbildenden und nichtausbildenden Betrieben geschaffen werden. Mit diesem Lastenausgleich sollten ausbildende Betriebe unterstützt und "selbständige Ausbildungseinrichtungen" finanziert werden. Sollte ein solcher Lastenausgleich nicht durch freiwillige Vereinbarungen erreicht werden können, so fordert die Vollversammlung der AK den Gesetzgeber auf, einen verpflichtenden Ausbildungsfonds zu schaffen.

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