AKNÖ-Staudinger: "Zeit für den partnerschaftlichen Weg!" (1)

122. Vollversammlung der AKNÖ - Alfred Kermer neuer Vizepräsident

Wien (AKNÖ) - Bei der heutigen 122. Vollversammlung der NÖ Arbeiterkammer forderte Präsident Staudinger mehr Gerechtigkeit und eine gemeinsame Vorgehensweise aller Politiker bei der Reformierung des Gesundheitssystems. Eine Absage erteilte er der Arbeitszeitverlängerung und Arbeitszeitflexibilisierung. Stolz ist der Präsident auf die Gelder, die die AK für ihre Mitglieder zurückholen konnte. Gerade Fälle wie der um den REWE-Konzern hätten gezeigt, wie wichtig die Tätigkeit der Arbeiterkammern sei. Zum neuen Vizepräsidenten der AKNÖ wurde Alfred Kermer gewählt.

Vehement lehnte Staudinger den Vorwurf zurück, die AK sei eine Propagandaeinrichtung: "Jeder Eingriff in Arbeitnehmergelder bedeutet eine Schwächung und Zerschlagung einer wichtigen und seriösen Arbeitnehmerinstitution - und das hieße weniger Leistung, weniger Schutz und weniger Rechtsdurchsetzung für die Beschäftigten!"
Wie wichtig die AK für die Durchsetzung der Rechte der Arbeitnehmer sei, beweisen die Rechtsschutzbilanzen: Vor Gericht und außergerichtlich haben die Arbeiterkammern im Vorjahr 284 Millionen Euro für ihre Mitglieder erkämpft. Allein in NÖ wurden im ersten Halbjahr 31 Mio Euro für die Mitglieder "zurückgeholt". Das sei ein Vielfaches dessen, was über die Umlagen eingenommen werde.
Dennoch zeige gerade diese Summe, wir rau es in der Arbeitswelt mittlerweile geworden sei. Auch das Engagement der AKNÖ für die Handelsangestellten von REWE beweise dies.

Die Arbeitsmarktdaten vom Oktober sowie die kürzlich präsentierte Einkommensanalyse verdeutlichen, wie brenzlig die Situation auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor sei: Im Bundesländerranking ist NÖ vom 6. auf den 7. Platz zurückgefallen - zur Zeit sei die höchste Arbeitslosigkeit seit Einrichtung der Arbeiterkammern zu verzeichnen. Aber selbst einen Job zu haben bedeute noch keine gesicherte Existenz, kritisierte Josef Staudinger. Vor allem die Einstiegsgehälter junger Menschen seien viel zu niedrig: "In allen Reden heißt es immer, die Jugend sei die Zukunft der Gesellschaft! Aber wie soll das gehen, wenn sich die Jugend nichts mehr leisten kann?"

Keine Arbeitszeitverlängerung

An Arbeitszeitflexibilisierung und -verlängerung gab es eine klare Absage: "Die NÖ Beschäftigten sind flexibel genug und höchst produktiv! Es wäre an der Zeit, einen partnerschaftlichen Weg zu gehen", so Staudinger. Einen solchen partnerschaftlichen Weg habe der Präsident vor allem bei der Diskussion um die Gesundheitsreform vermisst. Trotz allem ist Staudinger stolz auf das Gesundheitssystem.

Seine Bitte an die Politiker: "Nicht einseitig, sondern gemeinsam! Hier ist Partnerschaft gefragt, hier ist Solidarität gefragt!" Denn es könne nicht sein, dass einerseits den Arbeitnehmern Schutz, Hilfe und Unterstützung weggenommen würden, andererseits diese aber immer mehr zur Finanzierung des Gesundheitssystems betragen müssen.

Bei dieser 122. Vollversammlung stand auch eine personelle Änderung an: Der bisherige Vizepräsident Walter Pecina scheidet mit Ende November aus der Kammer aus, ihm folgt mit 1. Dezember Alfred Kermer in seiner Funktion als Vizepräsident und Vorstandsmitglied.
Seinen Dank für ihr langjähriges Engagement sprach Josef Staudinger auch den beiden Vizepräsidenten a.D., Manfred Kubica und Günther Drochter aus: Beiden wurde erst kürzlich der Ehrenring, die höchste Auszeichnung der AK Niederösterreich, verliehen.

Forderungspaket angenommen

Eine umfangreiche Resolution des AKNÖ-Vorstands mit arbeitsmarkt-, wirtschafts- und sozialpolitischen Forderungen wurde den Versammlungsteilnehmern vorgelegt und einstimmig angenommen.
Dieses Forderungspaket der AKNÖ ist im Internet unter http://noe.arbeiterkammer.at zu finden.

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