Grünewald: Gesundheitspaket belastet mittlere und untere Einkommensgruppen

Grüne fordern Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage

Wien (OTS) "Das 'Gesundheitspaket' ist sozial unausgewogen, verstärkt die soziale Ungleichbehandlung mittlerer und unterer Einkommensgruppen, ist kein nachhaltiger Sanierungsbeitrag der Kassen und ersetzt keine gesundheitspolitisch notwendigen Reformen", kritisiert der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die von der Regierung als "Finanzausgleich" präsentierten Maßnahmen scharf.
"Die Streichung des Zuschusses bei den Sehbehelfen halte ich gesundheitspolitisch für sehr gefährlich", so Grünewald weiter. "Wenn die Menschen nicht mehr zum Augenarzt, sondern nur noch zum Optiker gehen, besteht die Gefahr, dass krankhafte Augenveränderungen wie z.B. Grauer Star, Netzhauterkrankungen, usw. nicht oder zu spät erkannt und behandelt werden".

Die Erhöhung des Beitragssatzes zur Krankenversicherung sei ebenfalls eine sozial unausgewogene Maßnahme: "Durch die Beitragsdeckelung der Höchstbeitragsgrenze sind alle Personen über einem Monatseinkommen von 3.450 Euro nicht mehr betroffen. Gerade Menschen in den unteren Einkommens- und Bildungsschichten erkranken viel früher und häufiger als Menschen im obersten Einkommens- und Bildungsfünftel. Daher führen diese Maßnahmen zu einer zusätzlichen Benachteiligung und unakzeptablen Mehrbelastung dieser Gruppen", so Grünewald weiter und fordert noch einmal eine Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage auf 4.080 Euro.

Die von Länder- und Regierungsseite angestrebten Gesamtmehreinnahmen von 300 Mio. Euro werden außerdem nur zu 50 Prozent den Krankenversicherungen zugute kommen. Die anderen 50 Prozent entlasten die Länder und Gemeinden in ihren Spitalsbudgets, ohne dass den Kassen dabei ihrem Finanzierungsanteil (ca. 70 Prozent) adäquate Mitspracherechte zugestanden werden.

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Rückfragehinweis: Klub für Frauen, Gabriele Spiegelfeld-Quester

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