Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 12.Nov. 04 1,292 2,17% 3,80% 2195,2 4139,3 10469,8 05.Okt. 04 1,286 2,16% 3,85% 2180,6 4076,9 10314,8 Veränderung -0,47% 0,01%Pkt -0,05%Pkt 0,67% 1,53% 1,50%

Die US-Wirtschaftsdaten fielen diese Woche besser aus als vom Markt erwartet. Das Handelsbilanzdefizit fiel im September auf USD 51,6 Mrd (Markterwartung: 54 Mrd; August: 53,5 Mrd). Die Arbeitslosenrate verzeichnete zwar einen leichten Anstieg und betrug in Oktober 5,5% (September: 5,4%), dennoch sorgten sowohl der Anstieg des monatlichen Beschäftigungszuwachses um 337,000, als auch dessen Aufwärtsrevisionen der beiden Vormonate um insgesamt 131,000 für eine positive Überraschung. Am Mittwoch revidierte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Wachstumsprognose für die Eurozone von 2,5% J/J auf 2% J/J für das laufende Jahr nach unten. Laut EZB wirkten die hohen Ölpreise konjunkturschwächend. Die Wirtschaftsaussichten haben sich im November gemäß der jüngsten Umfrage unter institutionellen Investoren und Analysten etwas verschlechtert. Der entsprechende Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für die Eurozone ist von 37,6 Punkten in Oktober auf 22,1 Punkte in November gefallen. In Deutschland wuchs das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal gemäß der ersten offiziellen Schätzung lediglich um 0,1% Q/Q (Markterwartung: 0,3%). Zusätzlich wurde das Wachstum des Vorquartals von 0,5% Q/Q auf 0,4% Q/Q nach unten revidiert. In der gesamten Eurozone wuchs die Wirtschaft im selben Quartal um 0,3% Q/Q (Markterwartung: 0,4%; Q2: 0,5%). Auch die japanische Wirtschaft ist im dritten Quartal mit 0,1 Prozent Q/Q (Q1: 0,3%) unerwartet schwach gewachsen. In den nächsten Tagen werden in den USA neue Zahlen zum Verbrauchervertrauen, Einzelhandelsumsatz und Industrieproduktion veröffentlicht. Zusätzlich steht der Frühindikator für Oktober und der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia auf dem Programm. In der Eurozone werden Industrieproduktion und Handelsbilanz veröffentlicht.

Die US-Notenbank hat bei ihrer Sitzung am 10. November den Leitzins zum vierten Mal seit Juni um 25 Basispunkte auf zuletzt 2,0 Prozent angehoben und ihre Politik der maßvollen Zinserhöhungen bekräftigt. Damit entspricht das US-Leitzinsniveau jetzt dem der Europäischen Zentralbank. Die Rendite der zehnjährigen Benchmarkanleihe der Eurozone markiert mit aktuell 3,80 Prozent den niedrigsten Wert seit Juni 2003. Der Grund für den Rückgang lag vor allem in den zuletzt schwach ausgefallenen BIP-Zahlen. Nicht zuletzt wegen des gesunkenen Ölpreises erachten wir den jüngsten Renditerückgang als übertrieben und erwarten in den nächsten Tagen eine Gegenbewegung.

Der Dollar hat sich in der vergangenen Woche leicht abgeschwächt. Zwischenzeitlich markierte die US-Währung im Verhältnis zum Euro mit 1,30 ein neues Rekordtief. Der Widerstand gegen einen weiteren Euroanstieg scheint aber zuzunehmen. EZB-Präsident Trichet bezeichnete die jüngsten Wechselkursausschläge Anfang letzter Woche als "fast schon brutal und nicht willkommen". Mit steigendem Interventionswillen der EZB sollte sich der weitere Anstieg des Euros im Verhältnis zum US-Dollar in Grenzen halten. In der nächsten Woche erwarten wir eine Seitwärtsentwicklung.

Die Aktienmärkte konnten in den letzten Tagen mit dem weiter gesunkenen Ölpreis auf den niedrigsten Stand seit 7 Wochen und einigen Impulsen von Unternehmensseite in der gegenwärtigen Berichtssaison weiter zulegen. Der ATX markierte mit 2219,2 Punkten zwar ein neues Allzeithoch, blieb mit seiner Wochenperformance aber hinter den wichtigsten Aktienmärkten zurück. Bei den ATX-Unternehmen fiel das Kursplus in der letzten Woche mit 15,6 Prozent auf zuletzt EUR 58,95 bei der Aktie der VA Technologie AG am deutlichsten aus. Siemens hat kürzlich rund 16 Prozent der Anteile von Mirko Kovats erworben und ein Übernahmeangebot zu EUR 55 je Aktie angekündigt. Auch in der nächsten Woche sollte die nun wieder freundlichere Stimmung an den Märkten anhalten und den Aktienkursen leichte Kurszuwächse bescheren.

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