Intermodalen Verkehrsabläufen gehört die Zukunft

Ein Schlüssel zur intelligenten Mobilität - VOR-Dialoge als Plattform für das Arbeitsfeld "Öffentlicher Verkehr"

Wien (OTS) - Sich mit auch international relevanten Projekten und mit Ideen für das Arbeitsfeld "Öffentlicher Verkehr" auseinander zu setzen - dem dienen die VOR-Dialoge als interne Plattform der Verkehrsfachleute. Kürzlich befasste man sich mit dem Thema "Zauberwort VEMA - Schlüssel zur intelligenten Mobilität", als Podiumsgäste, seitens MD-Stadtbaudirektion, DI Bernhard Engleder (Leiter des Referates für Sonderaufgaben), OAR Günhter Ertl (Wiener Linien) und Dr. Franz Pohl (Austria Research Center Seibersdorf). Das Verkehrsmanagement im klassischen Sinn ist an sich nicht neu, ihm dienen etwa die 1250 Ampelanlagen in Wien und damit indirekt auch dem Öffentlichen Verkehr bzw. dem VOR. Die immer komplexer werdenden Verkehrsabläufe verlangen nach einer neuen Qualität des Verkehrsmanagements, das nicht nur nach neuen Mobilitätskriterien funktioniert, sondern auch in späterer Folge Prognosen für verkehrspolitische Entscheidungen ermöglichen wird. Engleder einleitend zum Grundsätzlichen: Es geht darum, die Verkehrsträger und die Institutionen, bis hin zur Polizei, in der Region - nicht durch Länder- oder Gemeindegrenzen getrennt - besser zu koordinieren. Der bestehende Verkehrsrechner in der Roßauer Kaserne ist 15 Jahre alt. Er wird erneuert und damit die Grundlagen geschaffen, wie das zukünftige Verkehrsmanagement auf der Basis einer intermodalen Zusammenarbeit funktionieren soll. Bei der laufenden Verbesserung der zukünftigen Verkehrsabwicklung "muss der intermodale Charakter in noch größerem Ausmaß als bisher berücksichtigt werden, die Stadt Wien ist dabei initiativ geworden". Die Umsetzung soll in 3 Phasen erfolgen. Der Verkehrsteilnehmer soll vor Antritt der Fahrt entscheiden können, welche Verkehrsträger er wählt. Der Zeithorizont liegt bei 2009.

Es geht im Vorfeld um ein Organisationskonzept - ein Arbeitsübereinkommen von Wien, Niederösterreich, VOR, Wiener Linien, ÖBB, Polizei, und ebenso um ein Systemkonzept dafür, in welchen Schritten die Daten der einzelnen Verkehrsträger mit der Software zusammengeführt werden können. Wichtige Vorarbeit dazu ist die Erstellung eines Verkehrslagebildes als Überblick über den motorisierten Individualverkehr; für einen Pilotversuch wurden Taxis mit GPS-Sendern ausgestattet. Zehn ausgewählte Routen (z.B. Wiental, Fahrt zum Flughafen) werden dabei besonders betrachtet Für die Realisierung, sind, so Engleder, mehrere Phasen vorgesehen. In Summe werden für dieses Vorhaben rund 10 Millionen Euro veranschlagt. Zur Erreichung eines effizienten Verkehrsmanagements geht es um die Aufteilung des vorhandenen Raumes gemäß den verkehrspolitischen Vorgaben, auch um Geschwindigkeitsreduktion bzw. -anpassung. In Wien bedeutet dies insbesondere die Verstärkung und Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs und damit ein klares Bekenntnis zum Masterplan Verkehr.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Umsetzung der Wiener Verkehrspolitik sind die Maßnahmen bei ampelgeregelten Verkehrsflächen, so Ertl. Von den (alle Zahlen im folgenden gerundet) 1250 Verkehrsampeln sind 800 mit dem Öffentlichen Verkehr verknüpft, 600 sind auf Bevorrangung geschaltet. Bis längstens 2020 sollen alle Ampeln mit Bevorrangung ausgestattet sein sein, bereits jetzt werden neue Anlagen nur mehr so gebaut. Etwa 95 Prozent der Haltestellen (darunter die zahlreichen Kaps) dienen der Bevorrangung der öffentlichen Verkehrsmittel, die fehlenden etwa 5 Prozent sind besonders schwierige Örtlichkeiten, vor allem bei der Straßenbahn, wo oft Bahnsteigkanten ein Platzproblem darstellen Vom 180 Kilometer langen Liniennetz der Straßenbahn sind bereits 130 Kilometer abmarkiert; deutlicher Nachholbedarf besteht beim Liniennetz der Autobusse, hier sind Busspuren mit 9,5 Kilometern Länge vorhanden. Endziel ist ein Modal split von etwa 40 Prozent. "Jedenfalls ist VEMA ganz sicher das, was Wien braucht", fasst Ertl zusammen.

Der Seibersdorfer Experte Franz Pohl sieht in Projekten wie "Open SPIRIT/Vienna SPIRIT" eine Info-Plattform, die die Entscheidungsfreiheit bzw. Wahlmöglichkeit der Verkehrsteilnehmer begünstigt und bereichert, im Sinn von "Verfügbarkeit und Gesamtfunktionalität". Endziel der Intermodalität liegt aber im Öffentlichen Verkehr. Das betrachtet auch die Geschäftsführung des VOR so, denn "Hauptbereich für den VOR sind die Pendler, es gilt die Zahl intermodaler Nutzer zu erhöhen". Eine verkehrspolitische Unterstützung dazu bietet der Wiener Verkehrsmasterplan, wichtig sind auch Park & Ride-Anlagen. (Schluss) red

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