Zuwenig Bewusstsein für Basel II bei KMUs

Wien (OTS) - 85 Prozent der KMUs fühlen sich zu wenig informiert. Trotz intensiver Informationskampagnen der Österreichischen Nationalbank und der Wirtschaftkammer muss noch viel Bewusstseinsarbeit erfolgen, berichtet Josef Christl, Mitglied des Direktoriums der Österreichischen Nationalbank. Dabei bietet Basel II auch Chancen. Gemäß zweier Studien ist damit zu rechnen, dass mehrheitlich für KMUs günstigere Finanzierungsbedingungen herrschen werden. Die österreichischen Banken scheinen sehr gut gerüstet. Die Eigenmittelquote liegt mit 14 Prozent weit über der geforderten Quote von 8 Prozent. Nichts deutet auf eine Kreditverknappung in Österreich hin, wie von manchen Experten befürchtet wird.

Franz R. Hahn vom Wirtschaftsforschungsinstitut wies darauf hin, dass unter gewissen Szenarien sich die gutgemeinten Intensionen von Basel II auch ins Gegenteil verkehren können und das Finanzsystem instabiler machen. Diese Gefahr wurde von den anderen Podiumsdiskutanten René Alfons Haiden (Vizepräsident und Basel II-Beauftragter der Wirtschaftskammer Österreich) und Hans-Georg Kantner (Basel II-Beauftragter des KSV) nicht so gesehen.

Die Podiumsdiskussion beendete das Symposium, das am Nachmittag mit Vorträgen von Bankenvertretern (BAWAG/PSK Gruppe; RZB; Erste Bank und Bank Austria Creditanstalt) begann. In vier Fachforen wurden die Auswirkungen von Basel II auf Bonitätssysteme und auf die Kreditkalkulation, sowie auf operationales Risiko und Ansätze zur integrierten Gesamtbanksteuerung eingegangen.

Kompetenzzentrum Basel II an der Fachhochschule des bfi Wien

Die Fachhochschule (FH) des bfi Wien hat im Jahr 2003 von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft als einziger Wiener Erhalter den Zuschlag zur Durchführung eines "Forschungsstrukturaufbau-Vorhabens" erhalten. In diesem Rahmen führt sie anwendungsbezogene Forschung mit Schwerpunkt auf dem Bereich "Basel II" und leistet dadurch einen Beitrag zur Erforschung der Auswirkungen von Basel II auf Banken und andere Unternehmen.

Die FH des bfi Wien besaß bereits zu Start des Vorhabens durch ihren Studiengang "Bank und Finanzwirtschaft" sowie durch ihren MBA "Risk Management" Kernkompetenzen in diesem Bereich. Im Rahmen des Projekts werden intensive Forschungsaktivitäten durchgeführt sowie nationale und internationale Kooperationen mit Universitäten, Fachhochschulen geschlossen.

Mit dem Kreditschutzverband von 1870 befindet sich soeben ein Projekt in der Abschlussphase, mit Bank Austria Creditanstalt, Finanzmarktaufsicht und RZB werden Kooperationsgespräche geführt. Kooperationsinteresse gibt es auch von ausländischen Hochschulen, wie der Fachhochschule Beider Basel und der Hochschule für Bankwirtschaft in Frankfurt / Main.

Mit der Herausgabe der Schriftenreihe "Wirtschaft und Management" zum Schwerpunktthema "Risikomanagement" und dem gestrigen Symposium "Auswirkungen von Basel II auf Wirtschaft und Banken" ist es der FH des bfi Wien gelungen, wesentliche Kompetenzträger auf diesem Gebiet zusammenzubringen und ihr Know-how weiterzugeben. Weiters wurde eine eigene Basel II Homepage eingerichtet - http://basel2.fh-vie.at.

Das Studienangebot an der FH des bfi Wien

Derzeit besuchen 1.250 Studenten einen der vier FH-Studiengänge:
Bank- und Finanzwirtschaft, Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung, Logistik und Transportmanagement, Projektmanagement und Informationstechnik. 525 Absolventen haben ihr Studium bereits abgeschlossen. Seit Oktober 2003 wird auch der postgraduale universitäre Lehrgang MBA-Risk Management angeboten.

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Rückfragen & Kontakt:

Fachhochschule des bfi Wien
Prof. (FH) Dipl.Vw. Michael Jeckle
Lehrgangsmanager MBA-Risk Management und Lektor an der FH bfi Wien
michael.jeckle@fh-vie.ac.at
Tel.: 01/720 12 86-46
Mag. Eva-Maria Schlattau (Projektleiterin)
evamaria.schlattau@fh-vie.ac.at
Tel.: 01/720 12 86-48

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