Albanien: Bilaterale Handelsbeziehungen legen zu

Schenz: Albanien wurde bisher von Austro-Unternehmen zu wenig beachtet - Steigende Exportzahlen deuten eine positive Trendumkehr an

Wien (PWK810) - Heute (Freitag) veranstaltete die Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ gemeinsam mit der RZB und dem Institut für Donauraum im Beisein des albanischen Wirtschaftsministers Anastas Angjeli eine Fachkonferenz zum Thema "Albanien - Status Quo und Perspektiven". WKÖ-Vizepräsidend Richard Schenz wies in einer anschließenden Unterredung mit dem Wirtschaftsminister auf die im Steigen begriffenen bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Albanien hin, auch "wenn Albanien bisher von österreichischen Unternehmen noch zu wenig beachtet wurde." Aber alleine die Exportzahlen lassen auf ein größeres Interesse schließen. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres legten die rot-weiß-roten Ausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,6% auf 12,7 Millionen Euro zu. Die Importe steigerten sich sogar um 23,9% -wenn auch auf bescheidenerem Niveau, nämlich 3,2 Mio Euro.

"Aber nicht nur Ex- und Importe legen zu. Auch die österreichischen Investitionen in Albanien können sich sehen lassen", so Schenz, "denn mit der Übernahme der größten albanischen Bank, der bisher staatlichen Savings Bank, durch die RZB im April dieses Jahres rückte Österreich erstmals zu den bedeutendsten Investoren in Albanien auf." Hervorzuheben sind bei den österreichischen Investitionen noch das Rogner-Hotel in Tirana und die Erdölprospektion der OMV. Bei erfolgreichem Verlauf könnte die OMV zu den wichtigsten ausländischen Investoren in Albanien aufsteigen. Die Strabag hat kürzlich als erste österreichische Baufirma in Albanien eine Tochtergesellschaft gegründet. Schenz: "Mit der Eröffnung eines Büros in Tirana hat sich seit dem Frühjahr 2004 auch die österreichische Rechtsanwaltskanzlei Wolf Theiss in Albanien etabliert, wodurch sich die Verlässlichkeit bei Rechtsauskünften erhöht, was sich nicht zuletzt bei Firmengründungen oder den Abschlüssen von Vertretungsverträgen positiv auswirken sollte."

Bereiche wie Infrastruktur-, Bau- und Bauzulieferungs- sowie Energiemarkt zählen in Albanien zu den Top Prioritäten. Hier gibt es einen großen Nachholbedarf, wobei Projekte auch mit ausländischer Hilfe finanziert werden. Dringlicher Modernisierungsbedarf besteht im Sektor Energie, da die Wasserkraftwerke veraltet sind und die Kapazitäten dem rasch steigenden Stromverbrauch nicht gewachsen sind. In all diesen Bereichen werden sich künftig für österreichische Unternehmen gute Chancen ergeben. Weitere Chancen sieht Schenz bei Ausschreibungen im gesamten Energiebereich sowie solchen zur Verbesserung der Wasserversorgung und dem Bau von Kläranlagen. Aufgrund des steigenden Lebenshaltungsniveaus wird Albanien auch als Absatzmarkt für Konsumgüter zunehmend interessant. Eine längerfristige Perspektive bietet ferner der Tourismus. Mit anhaltender Stabilität im Lande und Eindämmung der Rechtsunsicherheit könnten entsprechende Investitionen für österreichische Unternehmen durchaus interessant sein. (BS)

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