10 Jahre psychosoziales Zentrum "ESRA" in Wien

Wien (OTS) - ESRA, das psychosoziales Zentrum für Holocaust-Überlebende und deren Familien und MigrantInnen, wurde vor zehn Jahren durch das Zusammenwirken der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und der Stadt Wien gegründet. "ESRA" - das hebräische Wort für Hilfe - betreut jährlich über 2.200 Menschen und bietet medizinische, therapeutische und sozialarbeiterische Unterstützung. Im Rahmen eines Pressegespräches präsentierten am Donnerstag Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag. Renate Brauner und der Obmann von ESRA, Dr. Alexander Friedmann, die Zehnjahres-Bilanz des Zentrums.

"Mit ESRA wurde eine psychosoziale Modelleinrichtung geschaffen, die Überlebenden des Holocaust und jüdischen MigrantInnen Hilfe und Unterstützung anbietet und die zugleich versucht, der jüdischen Gemeinde eine bestmögliche Entwicklungsbasis zu bieten. Die in zehnjähriger Arbeit erworbenen Erfahrungen bringt ESRA weit über die ursprünglichen Aufgaben hinaus in vielen Bereichen unserer Stadt ein" so Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag. Renate Brauner. "ESRA ist ein vielleicht einzigartiges Produkt des Zusammenwirkens einer Stadt und ihrer jüdischen Gemeinde, eine Einrichtung, von welcher wir mit Fug und Recht behaupten können, dass es ihresgleichen in der Welt nur wenige vergleichbare gibt. Einzigartig ist auch, dass es heute gelingt, die aus der Arbeit mit den Überlebenden der NS-Verfolgung erworbene Kompetenz auch in der Arbeit mit in ganz unterschiedlicher Weise traumatisierten Menschen dieser Stadt zu nutzen" so Prof. Alexander Friedmann.

Interdisziplinäre Betreuung

ESRA ist als Modell für interdisziplinäre Betreuung konzipiert und bietet sowohl medizinische Leistungen durch die ESRA Ambulanz als auch Beratungen durch diplomierte SozialarbeiterInnen der ESRA Sozialberatung an. Darüber hinaus gibt es ein Kommunikationszentrum mit einem Caféhaus und koscherem Mittagstisch. Menschen, die zu ESRA kommen, können sowohl die Leistungen der Ambulanz als auch der Sozialberatung je nach individuellem Bedarf in unterschiedlichen Kombinationen in Anspruch nehmen. Alle Angebote von ESRA sind grundsätzlich kostenlos, für Versicherte werden medizinische Leistungen gegen Krankenschein angeboten.

Betreuung von Überlebenden des NS-Regimes

ESRA betreut alle Überlebenden - unabhängig davon, ob sie aufgrund ihrer Ethnie, Religion, politischen Überzeugung etc. verfolgt wurden. ESRA steht auch den nachfolgenden Generationen und Angehörigen offen.

Betreuung von traumatisierten Menschen nach Katastrophen

Auf Grund ihrer langjährigen Erfahrung mit schwerst traumatisierten Menschen werden die MitarbeiterInnen von ESRA auch bei Katastrophen herangezogen, wie z.B. bei der sich dieser Tage jährenden Seilbahnkatastrophe von Kaprun.

Integrationsarbeit mit allen Altersgruppen

ESRA betreut jüdische MigrantInnen, die vor allem aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion nach Wien gekommen sind, und bietet ihnen eine breite Palette an Integrationsangeboten. Die PsychologInnen von ESRA arbeiten auch direkt mit den Schülerinnen und Schülern an den jüdischen Schulen und Bildungseinrichtungen.

Betreuung der jüdischen Bevölkerung Wiens

Hauptzielgruppe von ESRA sind die rund 7.000 Mitglieder der Wiener Jüdischen Gemeinde, vor allem Überlebende des Holocaust und deren Angehörige. Dies schließt auch jene Menschen mit ein, denen eine soziale Grundabsicherung, wie etwa eine Krankenversicherung, fehlt.

Multiprofessionelles Team

Das Team von ESRA besteht aus etwa 45 MitarbeiterInnen. Zusammen sprechen sie mehr als 15 Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Hebräisch, Jiddisch, Russisch, Bucharisch, Rumänisch, Polnisch, Tschechisch, Kroatisch, Serbisch, Bosnisch, Ungarisch, Türkisch u.a.). Viele der Beratungen und Behandlungen können deshalb in der Muttersprache stattfinden, was viel zur Schaffung der notwendigen Vertrauensbasis beiträgt. (Schluss) brc

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Tel.: 214 90 14-26
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