OMV Bilanz 1-9/04 spiegelt profitables Wachstum wider

- EBIT: Steigerung um 56% auf EUR 742 Mio - Periodenüberschuss: Plus 67% auf EUR 507 Mio - Jahresergebnis 2003 wird übertroffen

Wien (OTS) - Die OMV, Mitteleuropas führender Öl- und Erdgaskonzern, setzte in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres ihr profitables Wachstum konsequent fort. Der Betriebserfolg (EBIT) stieg um 56% auf EUR 742 Mio gegenüber EUR 476 Mio im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Periodenüberschuss wuchs um 67% auf EUR 507 Mio. Der Cash Flow aus der Betriebstätigkeit lag mit EUR 906,47 Mio rund 31% über dem Vorjahresniveau (1-9/03 EUR 692,03 Mio). Die Gearing Ratio sank von 40% am Jahresende 2003 auf mittlerweile 19%. Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer: "Die Quartalsbilanz bestätigt neuerlich die Stärke der OMV. Wir haben nicht nur sehr gute Ergebnisse erwirtschaftet, sondern gleichzeitig unsere führende Position in Mitteleuropa weiter ausgebaut, und im internationalen E&P Geschäft unsere Produktion gesteigert."

In den ersten neun Monaten 2004 lag der Konzernumsatz mit EUR 7.481 Mio um 33% über dem entsprechenden Vorjahresergebnis. Der Umsatz des dritten Quartals stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003 um 42% auf EUR 3.019 Mio. Das EBIT des dritten Quartals stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003 um 80% auf EUR 277 Mio. Der Mitarbeiterstand erhöhte sich um 21 und liegt derzeit bei 6.210.

Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie: EBIT Steigerung von 61%

Im Geschäftsbereich R&M inkl. Petrochemie steigerte die OMV das EBIT in den ersten drei Quartalen um 61% auf EUR 314,68 Mio (1-9/03:
EUR 195,05 Mio). Beim Umsatz Jänner bis September 2004 ist gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003 ein Zuwachs um 48% auf EUR 6.351,92 Mio zu verzeichnen. Bedeutend für diese Entwicklung waren höhere Absatzmengen durch die Einbeziehung der 2003 akquirierten Downstream Assets und deutlich verbesserte Raffineriemargen. Die Referenzmarge in Rotterdam stieg in den ersten neun Monaten 2004 um 34% auf 3,67 USD/bbl (1-9/03: 2,73 USD/bbl)

Im Bereich Petrochemie stiegen die Absatzmengen um 6%. Aufgrund niedrigerer Margen sank der EBIT Beitrag der Petrochemie von EUR 78,25 auf EUR 70,82 Mio.

Die Raffinerieverkaufsmengen stiegen in den ersten drei Quartalen 2004 auf 12,92 Mio t (1-9/03: 9,95 Mio t.) Die 45% Beteiligung an BAYERNOIL trug mit 3,78 Mio t dazu bei. Der Raffinerieeinsatz stieg auf 13,24 Mio t, davon stammen 4 Mio t aus der BAYERNOIL Beteiligung. Die Kapazitätsauslastung der Raffinerien sank von 94% auf 92% infolge eines geplanten Wartungsstillstands in Schwechat im zweiten Quartal 2004.

Durch die Akquisitionen im Vorjahr sind die Marketingaktivitäten der OMV signifikant gewachsen. Das Unternehmen verbesserte seinen Marktanteil im Donauraum von 11% auf 14%. Die Absatzmengen im Tankstellen- und Kundengeschäft erhöhten sich erheblich. Das Marketing steigerte in den ersten neun Monaten 2004 seine gesamte Absatzmenge um 23% auf 8,54 Mio t (1-9/03: 6,96 Mio t).

Seit Ende September 2003 vergrößerte die OMV ihr Tankstellennetz um 163 Stationen auf 1.794, davon befinden sich 616 in Österreich und 1.178 im Ausland. Der Anteil der Stationen außerhalb Österreichs liegt damit bei 66%.

Im September 2004 startete die OMV in Mitteleuropa den Ausbau eines Infrastrukturnetzes für den Einsatz von AdBlue, einer Harnstofflösung, die Schadstoffemissionen beim LKW Verkehr drastisch reduziert. Damit bestätigte das Unternehmen seine Innovationsführerschaft im Umweltbereich. Bis 2007 baut das Unternehmen entlang der mitteleuropäischen Hauptverkehrsachsen ein Netz von 67 mit AdBlue ausgerüsteten OMV Stationen.

Exploration und Produktion: Fördermengen weiter gesteigert

Im Vergleich der ersten drei Quartale 2004 mit jenen des Vorjahres wuchs das EBIT um 65% auf EUR 386,36 Mio. Der Bereichsumsatz stieg um 13% auf EUR 715,66 Mio (1-9/03: EUR 632,97 Mio). Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren die gestiegenen Produktionsmengen sowie der Verkauf sudanesischer Explorationslizenzen. Die Rahmenbedingungen waren von höheren Rohölpreisen gekennzeichnet.

Der durchschnittlich erzielte Rohölpreis lag in den ersten drei Quartalen bei 32,86 USD/bbl (Barrel) und damit um 24% höher als im Vergleichzeitraum des Vorjahres. Hingegen sank der durchschnittlich erzielte Gaspreis um etwa 12%, hauptsächlich aufgrund niedrigerer Gaspreise in Österreich und Pakistan.

Der gestiegene EURO/USD Wechselkurs - der EURO gewann gegenüber dem USD in den ersten drei Quartalen 10% an Wert - kompensierte teilweise die Auswirkungen des gestiegenen Ölpreises. Durch den höheren EURO/USD Wechselkurs verteuerten sich die Produktionskosten auf 5,46 USD/boe (Barrel of Oil Äquivalent) (1-9/03: USD 5,24 boe). Bei einer Verrechnung in EURO wären die Kosten für die Produktion um 6% gesunken.

Die OMV steigerte in den ersten neun Monaten die Förderung von Öl, NGL (Natural Gas Liquids) und Gas um 8% auf 126.000 boe/d (1-9/03:
117.000 boe/d). Ausschlaggebend dafür ist die Erhöhung der Gasproduktion um 25% auf 2,16 Mrd m", die vor allem auf die zusätzliche Produktion im neuen Sawan Gasfeld (Pakistan) zurück zu führen ist. Sawan war im Jahr 2003 in Betrieb genommen worden. Die Produktionsmenge von Öl und NGL lag mit 21,07 Mio bbl knapp unter dem entsprechenden Vorjahreswert (1-9/03: 21,21 Mio bbl). Hauptgründe dafür sind der Verkauf des Cabimas Ölfeldes in Venezuela und geringere Produktionsmengen in Großbritannien.

Im ersten Halbjahr 2004 wurden die Öl- und Gasreserven der OMV von den international führenden Reserven-Gutachtern, DeGolyer & McNaughton bewertet. Deren Evaluierung bestätigten die mit Stichtag 31.12.2003 berichteten sicheren OMV Reserven von 410 Mio boe.

Erdgas: Höhere Transportmengen über Pipelines

Der Geschäftsbereich Erdgas erzielte in den ersten drei Quartalen 2004 ein EBIT von EUR 57,31 Mio. Das entspricht einem Zuwachs von 6% gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (1-9/03: EUR 53,89 Mio).

Der Bereichsumsatz sank in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 15% auf 575,61 Mio EUR (1-9/03: 678,52 Mio EUR). Grund dafür ist weiterhin das Einbringen des Gasverkaufs in die Gashandelsgesellschaft EconGas im Jahr 2003. Die OMV ist an der EconGas zu 50% beteiligt.

Gestiegene Mengen im Transportgeschäft der OMV kompensierten zum Teil Einbußen durch die Regulierung der Pipeline-Infrastruktur für inländische Gastransporte. Die gesamte verkaufte Transportkapazität erhöhte sich um 2% auf 1.493 Mio m3/h*km (1-9/03: 1.460 Mio m3/h*km) hauptsächlich infolge des Ausbaues der TAG (Trans-Austria-Gasleitung) und gestiegener Mengen auf der PENTA West Pipeline nach Deutschland. Überdies kam es zu einem leichten Anstieg der Lagerbestände.

Ein Konsortium bestehend aus der OMV Gas GmbH und Partnern aus der Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn führt eine Machbarkeitsstudie für den Bau einer Erdgaspipeline von der Türkei nach Österreich durch. Die Pipeline mit einer möglichen Jahreskapazität zwischen 20 und 25 Mrd m" könnte Erdgas aus der Region um das kaspische Meer nach Westeuropa transportieren. Gegenwärtig wird an der Entwicklung eines Finanzierungsmodells gearbeitet. Eine Entscheidung, ob die Pipeline gebaut werden kann, ist für Anfang 2005 geplant.

Chemie: Verkaufszuwachs bei Melamin

Im Zuge der Umwandlung der OMV in eine Management Holding wurde die 100% Kunststofftochter Polyfelt vom Bereich Chemie in den Geschäftsbereich Raffinerien & Marketing inkl. Petrochemie transformiert. Aus diesem Grund und auch wegen niedrigerer Melaminpreise bzw. Margen sank das EBIT des Chemie Bereichs in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 44% auf EUR 15,10 Mio. Der Umsatz ging um 23% auf EUR 286,61 Mio zurück.

Im Melamin-Geschäft konnten die Verkaufsmengen in den ersten drei Quartalen 2004 um 13% - im dritten Quartal dieses Jahres sogar um 24% - gesteigert werden. Dies obwohl die Produktion durch wartungsbedingte Unterbrechungen an den Standorten in Österreich und Italien sowie durch Rohstoffengpässe in Italien beeinflusst wurde.

Das Geschäft mit Mineraldünger brachte in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres stabile Verkaufsmengen. Bei Kalzium-Ammonium-Nitrat verbesserten sich die Margen durch niedrigere Gaspreise. Im dritten Quartal stiegen auch die Verkaufsmengen leicht an.

Ausblick 2004:

Die für die OMV maßgeblichen Rahmenbedingungen - wie Rohöl- und Erdgaspreise, Raffineriemargen, EURO/USD Wechselkurs - werden weiterhin volatil bleiben. Der durchschnittliche Rohölpreis 2004 wird jedenfalls deutlich über dem des Jahres 2003 (USD 28,84) liegen. Dieser Preisauftrieb wird durch die Dollarschwäche gemildert. Ungewiss ist, ob sich das seit September 2004 weitere Erstarken des EURO auch weiterhin fortsetzen wird.

Im Bereich Raffinerien und Marketing wird die OMV weiter den Ausbau ihres Marktanteils in Mitteleuropa forcieren. Anfang Oktober hat die OMV den Kauf der zweiten Hälfte der Anteile an der OMV ISTRABENZ Holding Plc. abgeschlossen, die damit zu einer 100%-Tochter der OMV Refining & Marketing GmbH wird. Mit diesem Schritt stärkt die OMV ihre Position im Adriaraum (Slowenien, Norditalien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina). Die OMV verfügt in dieser Region über einen Marktanteil im Tankstellenbereich von 9%. Insgesamt wird für den Rest des Jahres 2004 mit einer schwächeren Nachfrage aufgrund hoher Produktpreise gerechnet.

Im Geschäftsfeld Exploration und Produktion wird sich die OMV weiter auf das Wachstum in ihren fünf Kernregionen konzentrieren. Im Oktober 2004 gab die neuseeländische Regierung grünes Licht für Entwicklung und Produktion des größten bis dato nicht entwickelten Erdgasfeldes des Landes, Pohokura. Damit eröffnet sich für die OMV die Perspektive, nach dem Produktionsbeginn im Jahr 2006 ihre Position als einer der bedeutendsten Gasversorger Neuseelands weiter auszubauen.

Anfang November steigerte die OMV mit dem Produktionsstart des Howe Feldes, an dem sie einen Anteil von 20% hält, ihre tägliche Öl-und Erdgasförderung in der britischen Nordsee um 2.600 boe/d.

Trotz des Verkaufes des 90% Anteils am produzierenden Feld Cabimas in Venezuela ist für 2004 nur eine marginale Senkung der aktuellen durchschnittlichen Gesamtproduktion zu erwarten.

Das Gasgeschäft der OMV wird sich weiter stabilisieren, es wird erwartet, dass EconGas seine Ergebnisse - vor dem Hintergrund günstigerer Rahmenbedingungen - leicht erhöhen kann. Für den Chemie Bereich werden im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Melaminmargen erwartet.

Wolfgang Ruttenstorfer: "Wir konnten in den ersten neun Monaten dieses Jahres unsere führende Position in Mitteleuropa hinsichtlich Mengen und Erträgen weiter ausbauen und uns damit im internationalen Wettbewerb gut positionieren. Obwohl die Rahmenbedingungen des vierten Quartals tendenziell herausfordernder werden dürften, wird die OMV 2004 das gute Ergebnis von 2003 übertreffen." Das Closing für den Erwerb von 51% Anteilen am größten rumänischen Öl- und Gaskonzern Petrom - ein Meilenstein für das Wachstum der OMV - wird im Laufe des vierten Quartals 2004 erwartet.

Jänner - September 2004 in Zahlen

in Millionen EUR (Mio) Quartalsvergleich 1-9/2004/2003 3.Q 3.Q Veränd. 1-9/04 1-9/03 Veränd. 2004 2003 in % in % Betriebserfolg (EBIT) 277 155 +80 742 476 +56 EBIT vor Sonder- effekten 294 155 +90 672 497 +35 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT)284 156 +82 756 456 +66 Periodenüberschuss 191 109 +76 507 304 +67 Umsatz 1) 3.019 2.131 +42 7.481 5.606 +33 Cash-flow 416 180 +131 906 692 +31 MitarbeiterInnen 6.210 6.189 0 6.210 6.189 0 1) Umsatz ohne Mineralölsteuer

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