Wiener Tabaktrafikanten warnen vor Umsatzeinbußen und Arbeitsplatzverlusten durch geplantes Tabakgesetz sowie Schmuggel

Wien (OTS) - Jeder Bürger unseres Landes, der eine Zigarre, Pfeife oder Zigarette in Ruhe genießen will, muss dies hinkünftig versteckt tun. "Diese Gesellschaftsgruppe, die immerhin zu den stärksten Steuerzahlern zählen, wird durch das von Gesundheitsministerin Rauch-Kallat geplante strengere Tabakgesetz an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt - gegen diese Bevormundung werden wir uns zu wehren wissen" meint die Obfrau der Wiener Tabaktrafikanten, Grete Frank.

Jeder 3. Arbeitsplatz ist gefährdet

Es wird befürchtet, dass von den 1000 Wiener Tabaktrafikanten ein Drittel die nächsten zwei Jahre wirtschaftlich nicht überleben wird. Derzeit verzeichnet dieser Berufsstand bereits
15 % Tabakumsatzrückgänge durch den kriminellen organisierten Schmuggel. Durch dieses verschärfte Tabakgesetz ist ein weiterer Tabakumsatzrückgang von bis zu 12 % zu erwarten. "Wir sprechen von einem gesamten Umsatzrückgang von 27 %, was bedeutet, dass ein Drittel der Trafikanten dies nicht überleben wird", warnt Grete Frank. Gespräche mit der Gesund-heitsministerin seien bisher ergebnislos geblieben. Nun kündigen die Trafikanten eine Protestbriefaktion an, bei der sich jeder Bürger anschließen kann, wenn er mit den Plänen der Regierung nicht einverstanden ist. "Heute ist es das Rauchen, morgen der Genuss einer Stelze, eines Achterl Wein, oder vielleicht wird irgendwann auch das Autofahren wegen der Abgase eingeschränkt", ermuntert Frank alle Wienerinnen und Wiener zum Unterschreiben der Protestbriefaktion.

Schmuggel ist kein Kavaliersdelikt

Seit 1.5.2004 sind Warenverkehrskontrollen an den Grenzen nicht mehr zulässig, gleichzeitig bestehen aber aufgrund der unterschiedlichen Steuerniveaus eklatante Preisunterschiede zwischen Österreich und den östlichen Nachbarn. Dadurch haben Tabakschmuggel und Schwarzmarkt rasant zugenommen. Die mit Tabakwaren erzielten Umsätze sind im 2. und 3. Quartal österreichweit um 5,2 % zurückgegangen. 25 % der geschmuggelten Zigaretten sind gefälscht, diese aber von normalen Zigarettenpackungen nicht unterscheidbar. Die Rauchinhaltsstoffe sind jedoch "Rauchmüll". Es wurden nachweislich Plastik, Bleikugeln, ja sogar Ratten- und Mäusekot in diesen Tabakmischungen entdeckt. Oft ist die Herkunft der geschmuggelten Tabakwaren ungewiss.

Enormer Steuerverlust durch Schmuggelware

Nicht nur dem Finanzminister sind durch Schmuggel rund 50 Millionen Euro an Tabak- und Umsatzsteuer im ersten Halbjahr entgangen, sondern dem ganzen Staat Österreich fehlen diese Einnahmen. Die Umsatzrückgänge durch den Schmuggel der großen organisierten kriminellen Banden bewegen sich in Wien fast durchgängig zwischen 10 und 15 %. Dazu Grete Frank abschließend:
"Jeder Unternehmer, der den Verbrauch oder Verkauf geschmuggelter Ware in seinem Betrieb duldet, schadet damit dem Wirtschaftsstandort Österreich und macht sich strafbar".

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