Prokop: Sozialbetreuungsberufe bekommen einheitliche Standards

800.000 hilfs- und pflegebedürftige Menschen in Österreich bis 2011

St. Pölten (NÖI) - In der gestrigen Sitzung der Landesregierung wurde der Landeshauptmann ermächtigt die richtungsweisende Vereinbarung über Sozialbetreuungsberufe mit dem Bund nach Art. 15a B-VG zu unterfertigen, wonach die Sozialbetreuungsberufe einheitliche Ausbildungen und Berufsbezeichnungen bekommen sollen, berichtet LH-Stv. Liese Prokop. Damit wurde einem langjährigen Wunsch Prokops Rechnung getragen, die bereits 1992 aus Anlass der Einführung des Pflegegeldes ein einheitliches Ausbildungssystem gefordert hatte. Insgesamt sind davon rd. 9000 Mitarbeiter betroffen. Dies sei besonders wichtig, da bereits in den nächsten Jahren die Nachfrage nach ambulanten, teilstationären und stationären Pflege- und Betreuungsleistungen stark steigen wird. Bis 2011 werde die Anzahl der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen in Österreich bereits auf ca. 800.000 geschätzt, so Prokop. Die Sozialbetreuungsberufe würden daher in Zukunft besonders gefordert.

Bisher gab es in dieser Berufsgruppe allerdings neben uneinheitlichen Berufsbildern und Berufsanforderungen auch uneinheitliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern und Unterschiede was die Anerkennung von Ausbildungen betrifft. Damit sollen die Sozialbetreuungsberufe auch attraktiver gestaltet werden.

Die vorliegende Art. 15a B-VG Vereinbarung bringt nun österreichweit einheitliche Standards bei der Ausbildung und den Tätigkeitsbereichen in den Sozialbetreuungsberufen. Eine Arbeitsgruppe mit Sozial- Gesundheit- und Bildungsministeriums hat gemeinsam mit den neun Bundesländern diese Vereinbarung erarbeitet.

Erklärtes Ziel war es, so Prokop, ein modulares Ausbildungssystems und einheitliche Qualitäts- und Ausbildungsstandards zu schaffen. Ebenso wurde die einheitliche Berufsanerkennung geregelt und eine weitgehende Harmonisierung der Berufsbilder und Berufsbezeichnungen erreicht. In erster Linie solle es mit dem Vereinbarungsentwurf, der noch der Genehmigung des Landtages bedarf, eine spürbare Qualitätsverbesserung für 2 Gruppen geben: für die betroffenen KlientInnen einerseits, aber auch die betroffenen Menschen die in der Behindertenhilfe, Behindertenbegleitung, Familienarbeit und Altenarbeit äußerst wertvolle und gute Arbeit leisten, andererseits.

Zusätzlich wolle man mit diesen Änderungen auch die Menschen in der Sozialbetreuung am Arbeitsmarkt mobiler machen und den Zugang zur Beschäftigung verbessern, unterstreicht Prokop.

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