Tabaktrafikanten: "Flächendeckende Rauchverbote entmündigen erwachsene Bürger"

Trinkl: "Vertreibt Konsumenten, aber keine Zigarette weniger wird geraucht werden" Trafikanten sehen sich in ihrer Existenz gefährdet - Informationsaktion samt Unterschriftensammlung startet

Wien (PWK806) - "Wir lassen uns nicht bevormunden", so Peter
Trinkl, Obmann des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Mittwoch, vor Journalisten in der Wirtschaftskammer Österreich. Grund der Empörung ist der Entwurf einer Novelle zum Tabakgesetz, der das Rauchen in allen öffentlich zugänglichen Räumen verbietet - beispielsweise in Einkaufszentren, Geschäften, Büroräumen oder ähnlichen Räumen mit Kundenverkehr, Bahnhöfen, etc. In all diesen Räumlichkeiten sind Rauchverbotshinweise anzubringen, die überall klar ersichtlich sind. Wer die Tafeln nicht aufhängt, kann mit bis zu 720 Euro Geldstrafe bestraft werden.

Deshalb wurde mit heutigem Tag eine Informationsaktion gestartet, mit der Konsumenten durch Plakate und Informationsblätter in Trafiken zum Thema Rauchverbote informiert und sensibilisiert werden sollen. Weiters können sich die Kunden heimischer Trafiken - täglich immerhin bis zu 4 Millionen Menschen - durch Abgabe ihrer Unterschrift gegen flächendeckende Rauchverbote aussprechen. Trinkl stellt klar: "Wir Trafikanten sind zu jeder Jugendschutzmaßnahme bereit. Auch Maßnahmen wie in der Gastronomie halten wir für sinnvoll. Aber weder unsere Kunden noch wir nehmen eine Bevormundung erwachsener Menschen durch flächendeckende Rauchverbote hin. Wir werden uns daher wehren und unseren Kunden eine Stimme verleihen."

Gabriele Karanz, stellvertretende Obfrau des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten, berichtet aus eigener Erfahrung: "Wir sind täglich mit Protesten unserer Kunden konfrontiert. Nicht nur die Raucher beklagen sich über das Kesseltreiben seitens der Politik. Auch meine nicht rauchenden Kunden sehen die Bevormundung nicht ein." Deshalb will die Interessenvertretung der Trafikanten - "die in diesem Fall auch Sprachrohr für Raucher ist" - den Protest kanalisieren und die entsprechenden Reaktionen an die Politik weiterleiten, so Bundesgremialobmann Trinkl.

Die rund 8000 heimischen Tabaktrafikanten - viele davon behinderte Menschen - sehen sich derzeit von mehreren Seiten in ihrer Existenz bedroht:
Einbrechen der Tabakumsätze durch Tabakschmuggel: Schmuggel und Schwarzmarkt haben rasant zugenommen. Die mit Tabakwaren erzielten Umsätze sind im 2. und 3. Quartal 2004 im Vergleich zum Vorjahrszeitraum österreichweit um 5,2 Prozent - in manchen politischen Bezirken wie beispielsweise in Scheibbs/NÖ (-11,55 Prozent) oder im Bezirk Melk (-9,85 Prozent) sogar um mehr als 10 Prozent - zurückgegangen.
die geplante Tabaksteuererhöhung um 18 Cent je Packung: In Deutschland hat die heurige Steuererhöhung durch den vermehrten Schmuggel zu einem Einbruch der Umsätze und des Steueraufkommens um 6,8% geführt. Umgelegt auf Österreich schließt Trinkl: "Am Ende des Tages könnten auch dem österreichischen Finanzminister statt der erhofften Mehreinnahmen 200 Millionen Euro an Steuereinnahmen verloren gehen."
sowie eben die nach dem Tabakgesetz vorgesehenen Rauch- und Werbeverbote

Klemens Sederl, Trafikant aus Niederösterreich, weiß aus seiner täglichen Praxis: "Auf Grund der Umsatzrückgänge bei Tabakwaren mussten bereits Mitarbeiter gekündigt werden." Sederl bekam auf Grund seiner Behinderung - er ist herztransplantiert - und der damit verbundenen 80-prozentigen Erwerbsunfähigkeit eine Trafik zugesprochen und stellt nun die Existenzfrage: "Wenn in Zukunft immer mehr Trafiken zusperren müssen, welche Erwerbsmöglichkeiten kann Frau Gesundheitsministerin Rauch-Kallat Tausenden Menschen mit Behinderung in Österreich dann anbieten?" (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
BGr der Tabaktrafikanten
Dr. Rolf Gleißner
Tel.: (++43) 0590 900-3338
presse@wko.at
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0004