Barbara Prammer und Anna-Elisabeth Haselbach erhalten Ehrengabe des Mauthausen Komitees

Wien (SK) Das Mauthausen Komitee und die Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen haben am Mittwoch Barbara Prammer, der Zweiten Nationalratspräsidentin, und Anna-Elisabeth Haselbach, der Präsidentin des Bundesrates, als Anerkennung für ihre langjährige Erinnerungsarbeit für die Opfer des Nationalsozialismus die Ehrengabe des Mauthausen Komitees verliehen. ****

Die Ehrengabe wurde vom Mauthausen Komitee, vertreten durch Helmut Edelmayr, Wolfgang Bandion und Andreas Baumgartner, sowie von der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen, vertreten durch Hans Marsalek, überreicht.

Barbara Prammer betonte in ihrer Dankesrede die doppelte Verantwortung und Verpflichtung, die sie sehe, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten.
Sie werde darauf achten, dass das kommende Jahr in Würde begangen werde. "Das Jahr 2005 darf kein Jubeljahr werden, sondern ein Jahr des Nachdenkens und Gedenkens." Ihre persönliche Betroffenheit habe bereits in ihrer Studienzeit begonnen, erzählte Prammer. Im Rahmen ihres Wahlfaches Geschichte habe sie ihre Diplomarbeit zum Thema "Die Kinder in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern" verfasst. Damals selbst Mutter kleiner Kinder, seien ihr die Geschehnisse sehr nahe gegangen. Seither sehe sie es als selbstverständliche Verpflichtung, bei der jährlichen Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen anwesend zu sein. Als Zweite Nationalratspräsidentin sagte sie dem Mauthausen Komitee und der Lagergemeinschaft Mauthausen jede mögliche Unterstützung zu, das Vergessen zu verhindern.

Anna-Elisabeth Haselbach schilderte ihre persönliche Betroffenheit, da ihre eigene Großmutter von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Sie habe daher als Kind keine Großmutter gehabt, dafür hätte im Gegensatz zu vielen anderen, ihr Vater den Zweiten Weltkrieg überlebt, weil er als Mann einer Jüdin nicht wehrfähig war. Obwohl ihre Großmutter nicht in Mauthausen umgekommen sei, sei Mauthausen ein wichtiger Ort des Gedenkens und der Erinnerung. Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers sei für sie ein wichtiger Tag, auch der persönlichen Bewältigung der eigenen Geschichte.

Die Ehrengabe des Mauthausen Komitees ist eine Grafik des Schweizer Künstlers Stephan Hilge und thematisiert die Erinnerung aus der Sicht eines jungen Künstlers. (Schluss) up/mm

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