Sima zu Winterdienst: Verstärkte Kontrolle für Salzstreuverbot

10-Meter-Schutzzone gilt rund um Bäume und Wiesen - Überwachung der Einkehrpflicht für Streumittel

Wien (OTS) - "So schön Wien mit einer frischen Schneehaube auch ist, die weiße Pracht sorgt in Verbindung mit Eis in jeder Großstadt für Probleme", stellte die Wiener Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima in einem gemeinsamen Pressegespräch mit DI Josef Thon, dem Leiter der MA 48, und MA 48-Winterdienstleiter Ing. Franz Bischof fest. "Es gilt, zum einen die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten", so Sima, "andererseits müssen die Auswirkungen der eingesetzten Streumittel auf die Umwelt so gering wie möglich gehalten werden." Die in Wien gültige Regelung, die Winterdienst-Verordnung 2003, sei ein sehr guter Kompromiss, betonte die Umweltstadträtin: "Es ist gelungen, die Splittmenge auf den Straßen zu reduzieren, wodurch die Staubbelastung der Luft deutlich zurückgegangen ist. Gleichzeitig ermöglicht die von der MA 48 optimierte Feuchtsalz-Technologie den gezielten Einsatz der Streumittel, was zu einer Einsparung von bis zu 20 % bei Salz führt."

Die Winterdienst-Verordnung gelte aber nicht nur für die MA 48, sondern ebenso für private Schneeräumfirmen, Hausmeister und Hausbesitzer. "Auf der Straße hat die neue Regelung funktioniert, auf den Gehsteigen hat es im vergangenen Winter aber Probleme gegeben. Die Winterdienst-Verordnung ist kein Freibrief für Salzexzesse. Salzstreuen in jeder Form ist in den Schutzzonen - im Umkreis von zehn Metern rund um Wiesen und Bäume - streng verboten. Damit werden Boden, Pflanzen und Grundwasser geschützt", betonte Sima. Die Umweltstadträtin kündigte eine Informationsoffensive für Hausmeister und Schneeräumfirmen an. "Ein Folder, der in drei Sprachen aufgelegt wird, soll die geltende Regelungen in Erinnerung rufen. Die Einhaltung der Schutzzonen und die Verpflichtung zum Einkehren der Streumittel in Schönwetterperioden wird heuer aber auch verstärkt kontrolliert werden, Übertretungen werden geahndet", so Sima. Umweltsündern drohen Geldstrafen bis zu 700 Euro.

Wer räumt wo?

Gehsteige sind laut Straßenverordnung vom jeweiligen Liegenschaftseigentümer zu betreuen, Hausbesitzer sind also dafür verantwortlich. Die MA 48 ist für den Winterdienst auf allen Wiener Straßen mit Ausnahme von Autobahnen und Privatstraßen zuständig. Zusätzlich hat die MA 48 rund 25.000 Straßenübergänge für FußgängerInnen zu betreuen. Im Haltestellenbereich von öffentlichen Verkehrsmitteln sind die jeweiligen Betreiber zuständig.

Winterdienst der 48er in Zahlen

Das Straßennetz, das die MA 48 im Winterdienst zu betreuen hat, ist 2.800 Kilometer lang. Das entspricht der Strecke Wien-Lissabon. Bis zu 1.400 MitarbeiterInnen können im Winterdienst eingesetzt werden. 79 Großfahrzeuge des MA 48-Fuhrparks und 149 Fahrzeuge privater Partner sind bei Bedarf rund um die Uhr unterwegs. Für Nebengassen hat die Straßenreinigung Klein-Lkw und Traktoren zur Verfügung, insgesamt 179 Fahrzeuge. Die Abfolge der Betreuung der einzelnen Straßenzüge erfolgt nach einem genauen Plan, der jährlich überarbeitet wird. Jeder Mitarbeiter weiß also ganz genau, was wann zu tun ist.

"Das beste Konzept nützt aber nichts, wenn der Schneepflug hinter einem hängen gebliebenen Fahrzeug im Stau steckt", sagt MA 48-Chef Thon. Er appelliert an die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer: "Adäquates Schuhwerk bei Fußgängern und Winterreifen an den Fahrzeugen sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Sind Witterungs- und Fahrbahnverhältnisse ungünstig, ist der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel die beste Alternative."

Die Kosten für die Schneeräumung hängen natürlich von Verlauf des Winters ab. In der Saison 2003/2004 fielen in Wien 118 Zentimeter Schnee, die Stadt wendete für den Winterdienst - ohne Personalkosten der MA 48 - 7,3 Millionen Euro auf.

Hundepfoten sind sensibel

Was dem Menschen sicheren Halt auf den Gehsteigen gibt, ist für sensible Hundepfoten ein Problem. Streumittel können zu kleinen Verletzungen und brennenden Schmerzen führen. Tipp für Hundebesitzer:
Es empfiehlt sich, vor jedem Spaziergang die Pfoten ihres Vierbeiners einzucremen und nach dem Spaziergang zu waschen.

Mistkübel freischaufeln!

Auch im Winter muss die MA 48 die Müllabfuhr sicher stellen. Die ohnehin schon schwere Arbeit der Müllaufleger wird durch Eis und Schnee noch härter. Umweltstadträtin Sima appelliert: "Sind die Mistkübel in den Höfen freigeschaufelt und von ihrer Schneehaube befreit, erleichtert das den Job der 48er-Mitarbeiter. Aber auch unnötige Verzögerungen im Straßenverkehr werden dadurch vermieden."

Antworten am Schneetelefon

Für Anfragen und Beschwerden rund um den Winterdienst stehen MitarbeiterInnen der MA 48 am Schneetelefon unter der Nummer 546 48 zur Verfügung. Besetzt ist das Schneetelefon normalerweise Montag bis Freitag von 8-18 Uhr, bei Schneefall aber rund um die Uhr und auch an Wochenenden.

Allgemeine Informationen:

o Winterdienst: http://www.wien.gv.at/ma48/reinigung/winterdienst.htm

(Schluss) wög

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