"kreuz&quer: Die sieben Todsünden": ORF fördert junge österreichische Filmemacher

ORF-Programmdirektor Dr. Scolik und Filmakademie-Wien-Professoren Haneke und Wippersberg stellten Ergebnisse des Drehbuchwettbewerbs der ORF-TV-Religion vor

Wien (OTS) - Der ORF setzt auf Nachwuchsförderung und bietet
jungen österreichischen Filmemachern die Möglichkeit, anhand eines anspruchsvollen Themas ihre Kreativität auszuloten, ihre Ideen unter optimalen Bedingungen umzusetzen und einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Dies ist der Gedanke hinter dem Drehbuchwettbewerb zur "kreuz&quer"-Reihe "Die sieben Todsünden" der ORF-TV-Hauptabteilung Religion. Die sieben Filme, die aus dem Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der Filmakademie Wien hervorgegangen sind, wurden von ORF-Programmdirektor Dr. Reinhard Scolik, den Akademie-Professoren Michael Haneke und Walter Wippersberg sowie von Gerhard Klein, Leiter der ORF-TV-Hauptabteilung Religion, am Dienstag, dem 9. November 2004, im ORF-Zentrum Wien präsentiert. Mit den jungen Filmemachern freuten sich u. a. Herbert Fux, Julian Pölsler und Dr. Arnold Mettnitzer, stellvertretender Vorsitzender des ORF-Publikumsrats. Sendestart für "kreuz&quer: Die sieben Todsünden" ist am Dienstag, dem 23. November, um 23.05 Uhr in ORF 2.

Die Dokumentationen über Wollust, Neid, Geiz, Völlerei, Zorn, Hochmut und Trägheit entstanden in Zusammenarbeit mit der Filmakademie Wien, insbesondere mit den Akademie-Professoren Michael Haneke und Walter Wippersberg. Nach der thematischen Erarbeitung des Themenkreises mit Studierenden der Filmakademie wurden 20 Drehbuchaufträge erteilt, in einer Jurysitzung im März 2004 wurden die besten Projekte ausgewählt. Die Beiträge wurden in diesem Jahr von und für "kreuz&quer" (sendungsverantwortlich: Mag. Christoph Guggenberger) produziert. Produzent der Filme ist Michael Cencig, die Musik zu den sieben Filmen gestalteten Studierende der Klasse für Medienkomposition der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Die theologische Beratung erfolgte durch Univ.-Ass. Dr. Michael Hofer von der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz.

Programmdirektor Dr. Reinhard Scolik: Junge Filmemacher gezielt fördern

"Dem ORF ist es ein Anliegen, junge Filmemacher aus Österreich gezielt in ihrer Kreativität zu fördern und ihnen die besten Möglichkeiten zur Umsetzung ihrer Ideen zu bieten. Mit dem Projekt 'kreuz&quer: Die sieben Todsünden' - und auch mit dem Nachwuchsfilmprojekt '8x45' - will der ORF als bedeutendster Partner der österreichischen Filmwirtschaft den Filmstandort Österreich langfristig stärken. Die 20 Drehbücher zum Thema 'Die sieben Todsünden' und die sieben 'kreuz&quer'-Dokumentationen zeigen, welch großes kreatives Potenzial in Österreich vorhanden ist. Mein besonderer Dank gilt der Filmakademie Wien und den Professoren Michael Haneke und Walter Wippersberg für die gute Zusammenarbeit."

Starregisseur Professor Michael Haneke: Kreativität herausfordern

"Der Drehbuchwettbewerb 'Die sieben Todsünden' ist für junge österreichische Filmemacher eine gute Gelegenheit, anhand eines anspruchsvollen Stoffes die eigene Kreativität herauszufordern. Um Filme realisieren zu können, bedarf es der Entdeckung des persönlichen, ureigenen, unverwechselbaren Potenzials. Und das ist ein zäher, dornenvoller und oft frustrierender Befreiungskampf gegen zu leicht gefundene Vorbilder, gegen Vorurteile, Trägheit, Entmutigung und Selbstbetrug. Vielleicht kann man als Lehrer bei dieser Entdeckungsreise zu den Wurzeln der eigenen Begabung hilfreicher Begleiter sein. Dem ORF ist zu danken, dass er mit den 'Sieben Todsünden' kreative Entdeckungsreisen für Filmemacher und für das Publikum ermöglicht hat."

Professor Walter Wippersberg: Qualitätsmaßstäbe erarbeiten

Die Filmakademie Wien ist eine der erfolgreichsten Filmschulen der Welt. Die Grenzen zwischen dem Studium und der Arbeit in der TV- und Filmbranche sind längst verschwommen. Filme, die an der Akademie entstanden sind, reüssieren auf großen Festivals, aus Drehbüchern, die als ganz normale Semesterpraktika im Buch-Unterricht geschrieben wurden, werden gelegentlich viel beachtete Kinofilme. Freilich: Die Filmakademie ist ein Institut an einer Kunstuniversität, und die Betonung liegt für mich auf Kunst. Die augenblickliche kommerzielle Verwertbarkeit dessen, was an der Filmakademie entsteht, kann für uns kein Kriterium sein. Wir haben Künstler auszubilden, und das heißt auch, Qualitätsmaßstäbe jenseits des hier und jetzt grad Opportunen zu entwickeln. Sich dabei von Zeit zu Zeit auch der real existierenden Medienwelt zu stellen, um darin nach eben jenen Qualitätsmaßstäben zu arbeiten, das gehört unbedingt dazu. So habe ich unsere Zusammenarbeit mit der ORF-TV-Abteilung Religion verstanden, und die Ergebnisse können sich, meine ich, sehen lassen."

Gerhard Klein, Leiter der ORF-TV-Hauptabteilung Religion: Wettbewerb als kreativer Anfang

"Förderung ist keine Einbahnstraße, sondern ein kreativer und für beide Seiten fruchtbarer Dialog. Die ORF-TV-Religion und insbesondere der Sendungsverantwortliche von 'kreuz&quer', Christoph Guggenberger, haben mit den jungen Filmemachern intensiv gearbeitet, beide Seiten konnten viel von dieser Zusammenarbeit profitieren. Der Drehbuchwettbewerb zum Thema 'Die sieben Todsünden' ist nicht das vorläufige Ende, sondern ein kreativer Anfang: Wir haben Talente gesucht - und wir haben Talente auch für weitere Projekte der ORF-TV-Religion gefunden."

"kreuz&quer: Die sieben Todsünden": Termine in ORF 2

Die sieben Todsünden: Hochmut
Ein Film von Martin Betz
Dienstag, 23. November, 23.05 Uhr, ORF 2

Die sieben Todsünden: Neid
Ein Film von Selina de Beauclair und Roland Zumbühl
Dienstag, 23. November, 23.35 Uhr, ORF 2

Die sieben Todsünden: Wollust
Ein Film von Stefan Brunner
Dienstag, 30. November, 23.05 Uhr, ORF 2

Die sieben Todsünden: Studiodiskussion
Dienstag, 30. November, 23.35 Uhr, ORF 2

Die sieben Todsünden: Trägheit
Ein Film von Alexander Melach
Dienstag, 14. Dezember, 23.05 Uhr, ORF 2

Die sieben Todsünden: Geiz
Ein Film von Marie Kreutzer
Dienstag, 14. Dezember, 23.35 Uhr, ORF 2

Die sieben Todsünden: Zorn
Ein Film von Thomas Reider
Dienstag, 21. Dezember, 23.05 Uhr, ORF 2

Die sieben Todsünden: Völlerei
Ein Film von Barbara Grascher und Sigmund Steiner
Dienstag, 21. Dezember, 23.35 Uhr, ORF 2

Michael Haneke-Schwerpunkt im ORF-Fernsehen

Starregisseur Michael Haneke steht übrigens im Mittelpunkt einer Ausgabe der ORF-Reihe "Unbequeme Österreicher": Am Sonntag, dem 21. November, zeigt ORF 2 um 23.05 Uhr die Dokumentation "24 Wirklichkeiten in der Sekunde" von Eva Testor und Nina Kusturica, ihrerseits Absolventin der Filmakademie Wien. Die beiden österreichischen Filmemacherinnen porträtieren darin den Regiestar in Form einer Langzeitbeobachtung. Im Anschluss (0.00 Uhr) folgt Michael Hanekes erster Kinofilm, die 1988 entstandene Produktion "Der siebente Kontinent". Und anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises an Elfriede Jelinek zeigt ORF 2 im Rahmen eines Programmschwerpunkts Hanekes brillante Jelinek-Verfilmung "Die Klavierspielerin" am Sonntag, dem 12. Dezember, um 23.05 Uhr in ORF 2.

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