ÖAMTC: Wer auf Winterreifen verzichtet, verschenkt Sicherheitsplus

Längerer Bremsweg, Kurvenhaftung verschlechtert sich

Wien (ÖAMTC-Presse) - Autofahrer, die noch nicht auf Winterreifen umgerüstet haben, verschenken wichtige Meter an Sicherheit. Die Gummimischung der Sommerreifen ist für Temperaturen unter plus sieben Grad Celsius zu hart. Der Bremsweg wird länger und die Kurvenhaftung schlechter. "In Österreich gibt es zwar keine gesetzliche Verpflichtung zur Verwendung von Winterreifen. Sehr wohl können allerdings die Behörden für einzelne Straßen oder Gebiete eine Winterreifen- oder Schneeketten-Pflicht anordnen", weiß ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer.

Bei einem Unfall im Winter mit Sommerreifen bleibt der Versicherungsschutz aufrecht. "Die Kfz-Haftpflicht muss auf jeden Fall zahlen und kann keine Regressansprüche an den Kfz-Besitzer stellen. Die Kaskoversicherung ist nur dann von der Leistung befreit, wenn der Autolenker sich zusätzlich grob sorgfaltswidrig verhalten hat. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Lenker alkoholisiert oder zu schnell unterwegs war und dabei auch noch am Autoradio hantiert hat", erklärt Hoffer.

Die Verwendung von Sommerreifen alleine begründet nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes (OGH) keine grobe Fahrlässigkeit. Darum rät der ÖAMTC bei einer für den Fahrzeugbesitzer negativen Entscheidung eines unterinstanzlichen Gerichtes, sich an die Rechtsberatung des Clubs zu wenden, um sich dagegen zu wehren und um der ständigen Rechtsprechung des OGH zum Durchbruch zu verhelfen.

Aber auch wenn die Versicherung die Schäden abdeckt, steht bei fahrlässiger Verletzung von Personen eine Anzeige durch die Staatsanwaltschaft bei Gericht ins Haus. Daher und auch aus reinem Selbstschutz sollte jeder bei winterlichen Temperaturen oder Fahrbahnzuständen jedenfalls nur mit Winterausrüstung und so vorausschauend fahren, dass längerer Bremsweg und unerwartete Fahrbahnglätte problemlos bewältigt werden können. Wer ein neues und daher ungewohntes Fahrzeug sicher durch den Winter lenken möchte, sollte - noch vor dem "großen Schnee" einen Fahrsicherheitskurs absolvieren, bei dem alle typischen Gefahrensituationen ausgiebig trainiert werden. ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren gibt es flächendeckend neun mal in Österreich.

Wer neue Winterreifen für sein Auto braucht, sollte noch vor dem Wintereinbruch den Weg zum Reifenhändler oder zur Autowerkstatt suchen: Die Auswahl an Winterreifen ist noch groß und man erspart sich lange Warteschlangen. Eine wichtige Entscheidungshilfe für die richtige Wahl der Winterreifen findet sich auf der Homepage des Clubs. Unter http://www.oeamtc.at/reifentests/ sind die Ergebnisse des ÖAMTC-Winterreifentests 2004 der wichtigsten Hersteller gelistet. Darüber hinaus sind die Ergebnisse der Reifentests aus den Vorjahren abrufbar.

Autobesitzer, die nicht wissen, ob sie mit ihren Reifen noch sicher durch den Winter kommen, sollten die ÖAMTC-Sicherheitsformel beachten. Sie lautet: 4 x 4 x 4. Die Formel besagt, dass immer vier gleiche, also als Winterreifen gekennzeichnete Reifen montiert sein sollen. Das Profil darf nicht weniger als vier Millimeter betragen und die Reifen sollten nicht länger als vier Jahre in Gebrauch sein.

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