Viele Ottakringer Beisl-Wirte verriegeln die Notausgänge

Behörden stufen nach nächtlicher Lokalrazzia die Situation als sehr bedenklich ein

Wien (OTS) - In der Nacht von Freitag auf Samstag haben in
Ottakring Magistrat, Finanz und Polizei im Rahmen einer konzertierten Überprüfung sechs Lokale geschlossen. Der Grund: Entweder fehlende Gewerbeberechtigung oder massive Sicherheitsmängel im Bereich der Notausgänge. Zudem erwischten die Behörden 17 Schwarzarbeiter beim Kochen, Servieren oder Kassieren. Die Polizei nahm einen Mann wegen des Verstoßes gegen das Fremdenrecht vorübergehend fest. Hygien e mängel und zu laute Musik führte n zu vielen Anzeigen seitens des Marktamtes.

Wegen der miserablen Notausgang-Bilanz will das Büro für Sofortmaßnahmen die Wirtschaftskammer einschalten

In den 20 überprüften Lokalen waren 16 Notausgänge kontrolliert worden. Kein einziger war in Ordnung. Entweder waren sie verstellt, verschlossen oder der Fluchtweg zum Notausgang war unbeleuchtet. Der Einsatzleiter der Aktion, OAR Josef Wustinger, zeigte sich gegenüber der Rathauskorrespondenz entsetzt: "Wir werden die Wirtschaftskammer ersuchen zu überlegen, wie man diese bedenkliche Situation in den Griff bekommen kann." Die Wirte begründeten die verschlossenen Sicherheitstüren meistens mit dem Argument, Gäste könnten ohne die Zeche zu bezahlen durch die Hintertüre verschwinden.

Team KIAB und Finanzfahnder wurden fündig

Die Kontrolleure der aus dem Ausland illegal Beschäftigten ( Team KIAB ) und die Sondereinsatzgruppe 12 ( SEG 12 ) des Finanzministeriums stießen bei der Aktion wieder auf eine Fülle von Finanzvergehen. 10 illegal aus dem Ausland stammende Köche und Kellner wurden wegen Schwarzarbeit angezeigt, sieben österreichische Beschäftigten waren nicht sozialversichert. Die Lokalbesitzer müssen je Schwarzarbeiter mit Strafen von mindestens 1000 Euro rechnen. Bei einigen Beisln werden die Finanzfahnder in den nächsten Wochen die Finanzgebarung genauer überprüfen. Die Polizei unter der Leitung von Oberst Manfred Posch nahm einen Mann wegen des Verstoßes gegen das Fremdenrecht fest, ein weiterer wurde wegen desselben Vergehens angezeigt, zwei weitere überprüfte Personen gaben falsche Meldedaten an .

Marktamt und Lärmmesser deckten wieder viele Mängel auf

Das Marktamt schrieb zehn Anzeigen wegen Verstöße gegen die Gewerbeordnung, zudem verhängten die Marktamt - Mitarbeiter zehn Organmandate. Auffällig sei laut Marktamt vielfach der schlechte Hygienezustand in den Küchen gewesen. Zudem seien die Preisangaben manchmal unkorrekt und die sanitären Anlagen in einigen Fällen in einem schlechten Zustand gewesen, betonten die Kontrolleure.

Bewohner beschweren sich über extremen Lärm durch Schläge gegen Boxhandschuh

Ein Phänomen tauch t nach Angaben des Bezirksamtes von Ottakring in letzter Zeit immer wieder auf: sogenannte Box-Apparate verursachen in den über den Beisln befindlichen Wohnungen wiederholt Lärm. In der Regel wird die Aufstellung dieser Apparate von der Behörde nicht

genehmigt. In zwei Lokalen wurden die Apparate daher außer Betrieb genommen ..

Das Büro für Sofortmaßnahmen kündigte, vor allem im Hinblick auf die baldige Verbesserung der Notausgang - Situation, weitere Kontrollen sowohl in Ottakring, als auch in anderen Bezirken an.

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Presse - und Informationsdienst der Stadt Wien
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OAR Josef Wustinger
Büro für Sofortmaßnahmen - MDA - KS Magistratsdirektion
Krisenmanagement und Sofortmaßnahmen
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