Generika: Gratis-Rezeptgebühr als Marketing-Gag

Geschäftemacherei auf dem Rücken von Ärzten und Apotheken

Wien (OTS) - Eine klare Absage erteilt Wolfgang Andiel, Obmann des österreichischen Generikaverbandes (OEGV), der Idee des deutschen Herstellers Stada, Patienten für eine Umstellung auf Stada-Generika zu belohnen. "Ärzte und Apotheker werden damit zu Verkaufsgehilfen eines einzelnen Unternehmens degradiert, die Interessen der PatientInnen stehen nur zum Schein im Vordergrund", so Andiel,

Auf den ersten Blick eine erfreuliche Nachricht für alle PatientInnen, der deutsche Generika-Hersteller Stada möchte ab Anfang November für zwei Monate die Rezeptgebühr übernehmen. Der Haken dabei: die Aktion gilt nur für chronisch kranke Patienten und nur dann, wenn sie beim Arzt auf der Verschreibung eines Stada-Produktes bestehen. Die Abrechnung soll durch Gutschriften erfolgen, die der Arzt ausstellt und der Apotheker weiter verrechnet. Für den Obmann des Generikaverbandes ein klarer Fall von blindem Aktionismus: "Hier wurde nicht nachgedacht. Vor allem ist es undenkbar, dass sich Ärzte und Apotheker vor den Karren eines einzelnen Unternehmens spannen lassen. Uns ist diese Vorgehensweise völlig unverständlich", so Andiel, "wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Aktion von Stada nicht die Meinung des OEGV wiedergibt und dass das Unternehmen kein Mitglied des Generikaverbandes ist."

Unabhängigkeit von Ärzten und Apothekern muss gewahrt bleiben

Mit der Einführung der niedrigeren Generika-Rezeptgebühr von 4 Euro gibt es ab 2005 erstmals Anreize für Patienten verstärkt zu preiswerten, aber wirkungsgleichen Arzneimitteln zu greifen. "Ärzte und Apotheker müssen aber auch weiterhin die Eckpfeiler der Versorgung mit hochwertigen Arzneimitteln sein", so Andiel, "Arzneimittel sind keine Konsumgüter, die sich jeder einfach nach Bedarf aussuchen oder verschreiben lassen sollte." Alle bisherigen Aktionen zur Förderung von Generika wurden gemeinsam von Gesundheitsministerium, Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Apotheker- und Ärztekammer und Österreichischer Generikaverband getragen. "Hier versucht ganz klar ein einzelnes Unternehmen auf den Generika-Zug aufzuspringen und stellt damit die Integrität von Ärzten und Apothekern in Frage." Er sei überzeugt, so Andiel weiter, dass die Aktion die nicht die Zustimmung von Ärzten- und Apothekern finden wird. " Gerade wir als Generikaverband haben großes Interesse daran, dass die Unabhängigkeit von Ärzten und Apothekern gewahrt bleibt. Ohne ihre Unterstützung wäre das Projekt Generikaförderung von vorne herein zum Scheitern verurteilt."

Über den Österreichischen Generikaverband

Der Österreichische Generikaverband (OEGV) wurde im November 2000 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Generika-Produzenten und Anbietern, die sich zur optimalen Versorgung der österreichischen PatientInnen mit hochwertigen Arzneimitteln zu günstigen Preisen bekennen. Die Mitglieder des OEGV sind: Genericon Pharma Ges.m.b.H., Hexal Pharma GmbH, Interpharm ProduktionsgmbH, Sandoz GmbH, ratiopharm Arzneimittel VertriebsGmbH;

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