Bauer: Kombination regionaler und nationaler Energieträger für Energieversorgung in Österreich notwendig

Bauer stellt Ergebnisse einer Befragung zum Thema "Energie" vor

Wien (SK) In Zukunft werde sich die Energielücke noch weiter vergrößern, prognostizierte der Vorsitzende des Instituts für Trendanalysen und Krisenforschung, SPÖ-Abgeordneter Hannes Bauer, bei einer am Donnerstag gemeinsam mit Günther Bauer (Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft, TU Wien) veranstalteten Pressekonferenz zum Thema "Energiepolitik auf dem Prüfstand -Strategie für die Zukunft". "Energiesparen und eine Kombination von regionaler und überregionaler Energieträger werden notwendig sein, um in Zukunft die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können", fasste Bauer seinen Standpunkt zusammen, bevor er die Ergebnisse einer repräsentativen Studie zum Thema "Energie" vorstellte. ****

"Der Energieverbrauch der fossilen Energie hat sich in den letzten 50 Jahren verfünffacht", erklärte Bauer. Der weltweite Energiebedarf werde in den nächsten Jahren noch weiter steigen, zudem werde es zu einer Spaltung kommen zwischen Menschen, die einen Zugang zur Energie haben, und solchen, denen dieser verwehrt bleibt. "20 Prozent der Weltbevölkerung lebt in den reichen Ländern und verbraucht 60 Prozent der Energie", erklärte Bauer: "Die Energie-Nachfrage wird steigen, es wird zu einer Verknappung der Ressourcen kommen, was wiederum einen Preisanstieg zur Folge haben wird. Man muss davon ausgehen, dass in der Energiepolitik neue Strategien notwendig sein werden", so Bauer.

Eine der wichtigsten Energie-Ressourcen zur Hebung der Energieeffizienz stelle demnach das Energiesparen dar, erklärte Bauer. Zudem werde in Zukunft eine Art Energie-Mix von unterschiedlichen Energieträgern notwendig werden, erklärte Bauer:
"Ein Energieträger allein kann die Nachfrage nicht stillen." Die globalen Strukturen würden zwar hochwertige Energie zur Verfügung stellen, zusätzlich müssten jedoch auch lokale und regionale Energieträger eingebaut werden.

"Vor zehn Jahren war Österreich noch ein klassisches Exportland, heute muss Österreich Energie importieren, wobei die Importe auch durch hohe Anteile von Atomstrom gekennzeichnet sind", kritisierte Bauer. Auch in der unter über 2000 ÖsterreicherInnen durchgeführten Umfrage, die vom Institut für Trendanalysen und Krisenforschung erhoben und von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS) durchgeführt wurde, wurde ersichtlich, dass der Import von Atomstrom von 78 Prozent der Befragten abgelehnt werde. Bei der Frage der Gefahren bei der Gewinnung und Nutzung von Energie würden nur zwei Prozent der Befragten die Kernenergie als "überhaupt nicht gefährlich" einstufen, verwies Bauer auf die Gefahren der Kernenergie. "Solarenergie wird als geringst gefährliche Energiequelle eingestuft, gefolgt von Windkraft, Wasserkraft und Kohle", erklärte Bauer.

"Lediglich sieben Prozent der Österreicherinnen und Österreicher denken, dass der steigende Strombedarf durch steigende Importe gedeckt werden soll", so Bauer weiter. 71 Prozent sprechen sich für die Errichtung neuer Wasserkraftwerke aus, 26 Prozent für die Errichtung neuer kalorischer Kraftwerke und 82 Prozent sprechen sich für Alternativstrom aus Wind und Sonne aus", erklärte Bauer

Weiters wurde in der Befragung erhoben, wer für die Verteuerung der Erdöl- und Erdgas-Preise verantwortlich sei. "72 Prozent vertreten die Meinung, dass die Ölkonzerne selber dafür verantwortlich sind, 62 Prozent nehmen an, dass das auf die Spekulanten an den Erdölbörsen zurückgeht, 53 Prozent sehen einen Zusammenhang mit kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten", erklärte Bauer.

Die Verteuerung der Strompreise für die Industrie werden laut 60 Prozent der Befragten dazu führen, dass die Betriebe ihre Produktion ins Ausland verlagern, so Bauer weiter. "58 Prozent glauben, dass die höheren Energie-Kosten die Löhne der Arbeitnehmern drücken werden, und 87 Prozent sagen, dass die Energie-Erhöhung auch eine Erhöhung der Produktpreise zur Folge haben wird", erklärte Bauer abschließend.

Günther Brauner betonte, dass für eine sichere Energieversorgung Österreichs Ressourcensicherheit bei der Primärenergie, eine ausreichende regionale Eigenerzeugung und sichere Übertragungs- und Verteilernetze notwendig sein werden. "Aufgrund der Altersstruktur muss der Kraftwerkspark in der ganzen EU erneuert werden", erklärte Brauner. So sollen alle thermischen Kraftwerke, die älter als 35 Jahre sind, erneuert werden. In Österreich werden bis 2015 durch die Stilllegung von thermischen Kraftwerken zusätzlich 3.000 bis 5.000 MW notwendig sein, erklärte Brauner. (Schluss) gg

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