Arzneimittelabgabe in Drogerien erst heuer neu geregelt

Univ.Prof. Dr. Eckhard Beubler: "Sogar das weltberühmte Aspirin soll nicht unkontrolliert eingenommen werden"

Wien (OTS) - Die Drogeriemarktkette dm, die laut eigenen Angaben künftig Arzneimittel über ihre Ladenkette vertreiben will, geht von falschen Voraussetzungen aus. Die von ihr genannten angeblich 150 Jahre alten Rechtsgrundlagen für die Abgabe bestimmter Arzneimittel in Drogerien sind alles andere als korrekt. Vielmehr handelt es sich dabei um eine völlig neue Verordnung, die erst im laufenden Jahr 2004 vom Gesundheitsministerium verabschiedet wurde.

Die neue Abgrenzungsverordnung, die alle aktuellen Entwicklungen am Arzneimittelsektor berücksichtigt, regelt exakt, welche Arzneimittel in Drogerien abgegben werden dürfen und welche nicht. Diese Verordnung wurde vom Ministerium unter der Beiziehung von Universitätsprofessoren, von Standesvertretern der Apotheker und Ärzte, von Konsumentenschützern der Arbeiterkammer und Vertretern der Wirtschaftskammer gemeinsam erarbeitet.

Missbrauch von Arzneimittel als Umsatzbringer

Medikamente können nicht einfach mit dem Gedanken verkauft werden, möglichst hohe Umsatzzahlen zu erreichen. Aus Konsumentenschutzgründen schreibt der Gesetzgeber vor, dass Arzneimittel bis auf wenige genau definierte Ausnahmen nur über Apotheken bzw. hausapothekenführende Ärzte abgegeben werden dürfen -und das nicht nur in Österreich. Pharmazeuten sind speziell ausgebildete Arzneimittelfachleute mit Hochschulabschluss. Nur diese übernehmen die Verantwortung für die Sicherheit und die richtige Einnahme von Medikamenten und garantieren dem Konsumenten den für ihn bestmöglichen Gebrauch von Arzneimitteln.

USA kein Vorbild in Gesundheitsfragen

Die USA, wo Arzneimittel über Supermärkte abgegeben werden, sieht der bekannte Pharmakologe Prof. Dr. Eckhard Beubler, Leiter des Instituts für experimentelle und klinische Pharmakologie an der Univerisät Graz, keineswegs als Vorbild: "15.000 Personen sterben in den USA jährlich an den Folgen unsachgemäßer Einnahme einfacher Schmerzmittel."

Dem Ansinnen der Drogeriemarktkette dm, Aspirin und andere Medikamente des täglichen Gebrauchs anzubieten, kann Beubler nichts abgewinnen. Beubler: "Es gibt keine banalen Arzneimittel. Alle Arzneimittel haben Wirkung und Nebenwirkung. Sogar das weltberühmte Aspirin soll nicht unkontrolliert eingenommen werden. Nur der Apotheker kann darüber fachmännisch Auskunft geben."

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