Grilc: Streit um Stadttheater und Seebühne ist Theaterposse ersten Ranges

Klagenfurt (OTS) - Als Theaterposse ersten Ranges bezeichnet heute der Clubobmann der Kärntner Volkspartei, Mag. Raimund Grilc, den aktuellen Streit um das Klagenfurter Stadttheater und die Wörtherseebühne. Dieses Stück verdiene sich den Titel "Dichtung und Wahrheit". Im Bereich der Dichtung anzusiedeln seien vor allem die gestrigen Behauptungen des FPÖ-Obmannes Strutz, wonach es für alle Bereiche und natürlich auch für den Kulturbereich lineare Budgetkürzungen von zwei bis sechs Prozent gebe und deshalb auch das Stadttheater sparen müsse.

Grilc: "Wahr ist vielmehr, dass im Budgetentwurf für das Jahr 2005 für den Kulturbereich eine Ausweitung der Ausgaben von 1,2 Mio. bzw. um 3,7 Prozent vorgenommen wurde. Wahr ist weiters, dass im Budgetentwurf des Landes Kärnten für das Jahr 2005 eine marginale Minderdotierung des Stadttheaters Klagenfurt von 142.900 Euro im Vergleich zum Vorjahr vorgesehen ist (von 9,485.600 auf 9,342.700 Euro). Es stellt sich die Frage, warum nur wenige Wochen nach erfolgter Budgeterstellung das Stadttheaterbudget noch um weitere 300.000 Euro gekürzt werden soll." Im Jahr 2001 habe der Beitrag des Landes Kärnten zum Stadttheater 9,038.428 Euro betragen.

Dies ist für Grilc nicht nur ein offenkundiges Ablenkungsmanöver vom finanziellen Debakel der Seebühne. Auch die Beschlussfassung der Nachfolgeschau von "Eremiten-Kosmopoliten" mit einem Budgetvolumen von 1,7 Mio. Euro dürfe dabei eine Rolle spielen, zumal dieses Projekt bisher nicht budgetiert gewesen sei. Grilc: "Nun müssen offenbar beim Stadttheater Kürzungen vorgenommen werden, um nicht eine weitere Aufblähung des Kulturbudgets zu verursachen."

Für die ÖVP ist laut Grilc das heurige Desaster der Seebühne vorhersehbar gewesen. Der ÖVP-Clubobmann erinnert daran, dass die Kärntner Volkspartei Anfang dieses Jahres angesichts des drohenden Fiaskos bei der Klagenfurter Seebühne die Installierung einer Festspielkommission gefordert und Zweifel an der Qualifikation des von Haider aus dem Hut gezauberten Intendanten Renato Zanella erhoben habe. Grilc: "Diese Zweifel haben sich jetzt inhaltlich voll bestätigt."

Für die ÖVP sei aber auch aufklärungsbedürftig, ob - und wenn ja:
welche - Beträge von der Kärntner Privatstiftung, deren Präsident und Aufsichtsratsvorsitzenden Haider selbst ist, an Zanella bzw. an die Cine-Culture-Carinthia oder die Wörtherseebühne geflossen seien. Grilc weist in diesem Zusammenhang auf eine Aussendung von Landeshauptmann Haider im November 2003 hin, in der dieser mitgeteilt habe, dass Zanella bei der Verwirklichung seiner künstlerischen Pläne völlig freie Hand habe und "ausreichend" Produktionsbudget vorhanden sei. Als Hauptsponsor würde die Kärntner Privatstiftung fungieren. Jetzt müsse der Rechnungshof prüfen, wieso es trotz einer Einmalsubvention des Bundes in Höhe von 1,6 Mio. Euro und weiterer Förderungen von Land und Stadt in Höhe von je 600.000 Euro 2004 zu einem Abgang von einer halben Mio. Euro gekommen sei. Dies, obwohl Haider großzügig angekündigt habe, dass die Kärntner Privatstiftung als Hauptsponsor auftreten würde. Überprüfungsbedürftig sei auch, ob die 1,6 Mio. Euro des Bundes widmungsgemäß verwendet worden seien. "Der Rechnungshof soll für dieses Trauerspiel den letzten Akt schreiben", verlangt Grilc.

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