PRÖLL: STARTSCHUSS FÜR KLIMA:AKTIV-MUSTERHÄUSER

Bauwirtschaft wichtiger Partner beim Klimaschutz

Wien (OTS) - "Wer ein neues Haus baut, kann einen wichtigen
Beitrag zum Klimaschutz leisten und für die Energiekosten der Zukunft vorsorgen. Mit der heute gestarteten Initiative zu den klima:aktiv-Musterhäusern wollen wir gemeinsam mit der Wirtschaft zeigen, wie man heute klima:aktiv baut und damit minimalen Energieverbrauch mit maximalen Wohnkomfort verbinden kann. Die klima:aktiv Musterhäuser sollen Vorbildwirkung für die gesamte Baubranche und die Hausbauer entfalten. Ziel ist es, dass in naher Zukunft mehr als 10 Prozent aller Neubauten klima:aktiv sind." Das erklärte Umweltminister Josef Pröll heute, Donnerstag, anlässlich des Starts der Initiative "klima:aktiv Musterhaus" vor hochrangigen Vertretern der Bau-, Energie- und Technologiebranche. ****

Für den Bau der klima:aktiv Musterhäuser konnten im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums "klima:aktiv" 45 namhafte Unternehmen gewonnen werden. Dank der Unterstützung durch die Wirtschaft können ein Fertighaus und ein Ziegel-Massivhaus gebaut werden, die sich durch minimalen Energieverbrauch, den Einsatz erneuerbarer Energieträger, optimales Raumklima und den Einsatz besonders umweltfreundlicher Materialien auszeichnen. Beide Häuser unterschreiten mit einem geplanten Heizwärmebedarf von 20 kWh pro Quadratmeter und Jahr den in der mit den Ländern verhandelten Neuausrichtung der Wohnbauförderung nach Klimaschutzkriterien für 2010 festgelegten Wert von 40 kWh deutlich und erfüllen auch die Empfehlungen für ökologisches Bauen ideal.

"Ich danke der Österreichischen Bauwirtschaft, die mit den klima:aktiv Musterhäusern beweist, dass sie an innovativen Konzepten interessiert ist. Durch den Einsatz bester verfügbarer Technologien setzen wir gemeinsam mit allen Zulieferern neue Standards für den Klimaschutz, indem wir nicht Einzelmaßnahmen, sondern ein Gesamtkonzept für den Klimaschutz am Bau umsetzen. Und wir geben damit auch die Richtung für die Neuausrichtung der Wohnbauförderung vor. Ich appelliere an die Länder, im Interesse des Klimaschutzes die vorliegende 15a Vereinbarung zur Wohnbauförderung rasch zu unterzeichnen", so der Umweltminister.

Die klima:aktiv Musterhäuser

Das Besondere an den klima:aktiv Musterhäusern ist, dass erstmals nach eigens von Österreichischen Wissenschaftlern und Experten unter der Leitung des Ökobauclusters Niederösterreich (ÖBC) entwickelten, bislang einzigartigen Baurichtlinien gebaut wird. So wurden für alle verwendeten Materialien und eingebauten Geräte klare Umwelt-Richtlinien festgelegt, wobei auf die Verwendung von Produkten mit dem österreichischen Umweltzeichen besonders geachtet wird.

Mithilfe des neuen Ökobau Labels, das vom ÖBC gemeinsam mit dem Österreichischen Institut für Baubiologie und -ökologie (IBO) entwickelt wurde, werden die beiden klima:aktiv Musterhäuser nach Ökobaukriterien wie Behaglichkeit, Energie, Gesundheits- und Umweltwirkung sowie Infrastruktur bewertet. Für Abwicklung und Logistik der Initiative "klima:aktiv Musterhaus" ist die Energieverwertungsagentur in Kooperation mit dem NETZWERK ENERGIE verantwortlich.

Sanierung bestehender Gebäude ist wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Um die hohen Einsparpotenziale im Gebäudebereich - laut Klimastrategie bis zu 4 Millionen Tonnen CO2 bis 2012 - anzusprechen, setzt das Lebensministerium mit seinen klima:aktiv Programmen auch deutliche Impulse für die thermische Sanierung bestehender Gebäude. Einige Programme wurden bereits heuer gestartet, weitere folgen im kommenden Jahr.

Mit dem klima:aktiv Programm ecofacility soll die thermisch-energetische Modernisierung und Optimierung von privaten Dienstleistungsgebäuden wie Bürogebäude, Hotels, Altersheime oder Schwimmbäder angekurbelt werden.

Mit dem Programm wohnmodern sollen hohe Sanierungsstandards im Mehrgeschoßigen Wohnbau umgesetzt werden. Dabei entstehen nicht nur Kosteneinsparungen bei den Betriebskosten, sondern es werden auch Wohnkomfort und Attraktivität des Objekts für Mieter und potenzielle Käufer gesteigert.

Hohe Einsparpotenziale finden sich auch bei den über eine Million Ein- und Zweifamilienhäusern aus den Jahren 1950 - 1980. Durch optimale Sanierung können Energieeffizienz und Wohnkomfort mehr als verdoppelt werden. Das Programm eigenheimsanierung wird diese Zielgruppe dabei unterstützen.

"Mit all diesen Programmen und der Initiative zu den klima:aktiv Musterhäusern leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung unserer Klimaschutzziele", betonte Umweltminister Pröll abschließend.

INITIATIVE KLIMA:AKTIV-MUSTERHÄUSER - Daten & Fakten

Im Rahmen des klima:aktiv Programms werden zwei Musterhäuser errichtet. In Wien entsteht ein Fertigteilhaus, in Tulln ein Massivhaus. Die beiden Gebäude haben eine Wohnnutzfläche von rund 150 bis 170 m2. Beide Familien, welche die Häuser bewohnen werden sind im Consulting- bzw. Beratungsbereich tätig, daher werden die Keller für Büro- und Seminarnutzung ausgebaut.

Zwl: Besondere Kennzeichen der Gebäude:

Energetische Standards: Die Energiekennzahl der Gebäude wird < 15-20 KWh/m2a betragen und damit passivhausnahen Standard aufweisen. Die Gebäude werden mit Pellets-Miniheizungen ausgestattet, die Wärmeabgabe erfolgt über Bauteilheizungen bzw. verkleinerten Wandheizflächen. Wohnraumkomfortlüftungen mit hoher Wärmerückgewinnung, moderne Kommunikationssysteme, PVC-freie Sanitär und Elektroinstallationen ergänzen das Konzept

Schadstofffreie Innenräume: Die Innenausbaustoffe wie Farben, Beläge, Möbel etc. werden nach ökologischen Kriterien ausgewählt, lösemittelarme bzw. -freie Produkte, sowie Produkte mit dem Umweltzeichen werden bevorzugt eingesetzt. Eine abschließende Messung der Innenraum-Luftqualität soll die erreichten Ergebnisse dokumentieren.

Ressourcenschonende Baustoffe: Die Keller der beiden Häuser werden in Fertigbauweise errichtet. Zur Reduktion des Ressourcenbedarfes für Zement, wird ein Zementersatzprodukt eingesetzt, welches zur deutlichen Reduktion der CO2 Bilanzen führt. Die Dämmung der Bodenplatte erfolgt mit Recyclingglas in loser Schüttung, die Kellerwände werden mit Foamglasplatten mit hohem Recyclingglasanteil hergestellt. Die Wände des Holzbaues bestehen aus klassischen Holzkonstruktionen, wie sie in der Passivhausbauweise üblich sind. (Thermisch optimierte Träger, Dämmung mit Zellulose oder ähnlichen Dämmstoffen) Der Massivbau besteht aus Ziegel plus Wärmedämmverbundsystem (Kork oder Materialien mit ähnlichen Eigenschaften). Die Dächer sind ebenfalls hochwärmedämmend hergestellt. Im Massivbau ist eine teilweise Begrünung vorgesehen.Die Verglasungen und Fenster sind ebenfalls in Passivhausqualität mit thermisch optimierten Rahmen und Dreischeibenverglasung vorgesehen.

Hoher Wohnkomfort: Neben Schadstofffreiheit, thermischer Behaglichkeit und gesunder Luft werden auch Kriterien wie Schallschutz, Tageslichtnutzung optimiert.

Klima aktiv Musterhaus, ein Gesamtkonzept: Ziel ist ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, moderne energetische Standards, stoffökologisch optimierte Produktauswahl, solide Verarbeitung und die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse für Behaglichkeit. Mit neu entwickelten Ökobau-Kriterien wird der Planungs- und Bauprozess unterstützt und abschließend eine externe Zertifizierung der Gebäude vorgenommen.

Die Firmen

An der Realisierung der klima:aktiv Musterhäuser wirken folgende Unternehmen mit (in alphabetischer Reihenfolge)

ACO Passavant GmbH (Kellerfenster und Lichtschächte)
Aust Bau GmbH (Baumeister)
Baduscho VertriebsgesmbH (Duschkabinen)
Bramac Dachsysteme int. GmbH (Dackdeckungsmaterial)
Clima Super (Dämmstoffe)
Durmont Teppichbodenfabrik GesmbH (Teppichböden)
Forbo Linoleum HandelsgesmbH (Böden)
Hartl Haus Holzindustrie GesmbH (Fertighaus)
ICI Österreich GmbH (Innenwandfarbe)
Ideal Standard Austria GmbH (Armaturen)
Josko Fenster und Türen GmbH (Fenster und Türen)
Kährs VertriebsgesmbH (Parkettböden)
Katzenberger GmbH (Keller, Betoninnen und Außenwände, Decken) Laufen Austria AG (Badezimmer, Keramik)
Leca-Liapor Baustoffe GesmbH (Keller, Betoninnen- und Außenwände) Maba Fertigteilindustrie GmbH (Kellerstiegen)
Moeller Gebäudeautomation KG (Gebäudeautomation)
Mölzer (Sonnenschutz und Beschattung)
Naturkraft EnergievertriebsgmbH (Energieversorger)
Ökostrom AG (Energieversorger)
Osram GmbH (Lampen und Leuchten)
Österreichischer Fertighausverband (Fertighaus)
Pittsburg Corning GesmbH (Keller, Außenwanddämmung)
Prehal Möbel GmbH (Fenster)
Rehau GmbH (Installationsmaterial)
Rheinzink Austria GmbH (Dacheindeckung)
Rika MetallwarengesmbH & Co KG (Pelletsheizung)
Saint Gobain Isover Austria GmbH (Dämmstoffe)
Schiedel Kaminwerke GmbH (Kamin)
Semmelrock Baustoffindustrie GmbH (Flächenbefestigung)
Siblik Elektrik GesmbH & Co KG (Gegensprechanlage und Kontrollierte Wohnraumlüftung)
Siemens Hausgeräte Gesellschaft (Hausgeräte)
Sigg GmbH & Co KG (Fenster)
Somfy GmbH (Feinmechanik und Elektrotechnik)
Sto GesmbH (Innenwand - Strukturen)
SW Umwelttechnik AG (Senkgrube und Regenwassernutzungsanlage)
Team 7 Natürlich wohnen GmbH (Inneneinrichtung)
Telekom Austria AG (Telekommunikation)
Umdasch AG (Pellets)
Weitzer Parkett (Parkettböden
WHI Holz GmbH (Holzbauteile)
Wienerberger Ziegelindustrie GmbH (Ziegelrohbau, Material Außenwand) Wodtke GmbH (Pelletsheizung)
Wopfinger Baustoffindustrie (Baustoffe und Zementersatzmittel)
Xella Trockenbausysteme (Trockenbau)

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

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