Trio des Jahres: Politik lobt KMU als "Kettenhemd" der heimischen Wirtschaft

Toifl: EU-Erweiterung nutzen um aktiv an Kunden heranzugehen

Wien (PWK 780) - Dickes Lob ernteten gestern die heimischen Gewerbe,- Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe im Rahmen der Ehrung des Unternehmertrio des Jahres 2004. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein betonten unisono, dass die Leistungen der rund 152.000 Branchenmitglieder Ansporn seien und zeigten, dass man nicht groß sein müsse "um Großes zu leisten", so Leitl.

Bundesspartenobmann Georg Toifl betonte, dass die österreichische Wirtschaft ohne den kleinen und mittleren Betrieben des Gewerbe und Handwerks "nicht das wäre, was sie ist, und Österreich ohne diese Betriebe auch nicht zu den reichsten Ländern der Welt zählen würde". Gewerbe und Handwerk seien darüber hinaus auch der Arbeitsplatzmotor schlechthin: Während die Branche die Zahl ihrer Arbeitsplätze von 400.000 auf 600.000 gesteigert habe, seien in der Industrie genau diese Arbeitsplätze verloren gegangen. Ganz besonders hob Toifl auch die "Standfestigkeit" der bisher beim Trio des Jahres ausgezeichneten Betriebe hervor. "Alle Unternehmen existieren noch und sind äußerst erfolgreich. Es sind teilweise Betriebe, die Jahrzehnte alt sind, die aber keine alten Produkte verkaufen, sondern Innovationen. Und das zeichnet sie aus", so der Bundesspartenobmann.

In Hinblick auf die EU-Erweiterung dürften die österreichischen Betriebe keine Angst haben. "Die neuen Mitglieder sehen unseren Vorsprung als sehr hoch an. Wir dürfen aber nicht passiv sein und warten, bis der Kunde zu uns kommt, sondern aktiv an die Kunden herangehen", apellierte Toifl an die Betriebe. In eine ähnliche Kerbe schlug WKÖ-Präsident Leit, der in seiner Ansprache die Betriebe der Sparte aufforderte, verstärkt in den Export zu gehen und das Netzwerk der Außenwirtschaftsorganisation zu nutzen. Er, Leitl, wünsche sich mehr als 5 Prozent Exportquote bei den Gewerbe- und Handwerksbetrieben.

Als wichtig wertete der WKÖ-Präsident die Köst-Senkung, die ein gutes Signal gewesen sei: Früher hätten 65 Prozent der investitionsrelevanten Betriebe andere Standorte als Österreich bevorzugt, heute sei diese Zahl auf 13 Prozent gefallen. In Sachen Lohnnebenkosten werde man trotzdem weiter das Programm abarbeiten. Es gelte Lust zu machen, in Österreich unternehmerisch tätig zu sein.

"Das Trio ist ein Modellpreis für den Mittelstand und das österreichische Modell ist ein Modell, das wir dem Mittelstand verdanken", hob Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in seiner Festrede hervor. Die ausgezeichneten Betriebe zeigten Jahr für Jahr aufs Neue, welche Entwicklungen sich unter den KMU abzeichneten. Seit nahezu drei Jahrzehnten - begründet durch eine Studie des WIFO - wisse man um die Stärke des Kleinen, die das "Kettenhemd" der heimischen Wirtschaft seien. "Der Mittelstand liefert Neugier auf das Neue und reagiert sofort auf neue Herausforderungen. Wir können von den Unternehmen lernen, und vieles haben wir uns bewußt von der lebenden Wirtschaft abgeschaut", so Schüssel.

In vielen Bereichen zeige sich, dass viel Dynamik in Österreich vorhanden sei: Die Zahl der Neugründer hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, das Bildungssystem verändere sich rasant. Heute habe man doppelt so viele FH-Studenten wie vor zehn Jahren und das Wort Elite-Universitäten werde öffentlich ausgesprochen.

Einen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern in Punkto Lehrlinge legte Wirtschaftsminister Bartenstein in seiner Rede: Durch die integrative Berufsausbildung habe man rund 1.000 Lehrverhältnisse zusätzlich abschließen können. Die Politik, die bei geburtenstarken Jahrgängen in die Ziehung komme, habe mit zusätzlichen Lehrgangsplätzen reagiert. Um künftig keine Facharbeiterlücke entstehen zu lassen, apellierte Bartenstein gemeinsam mit Leitl und Schüssel an die Betriebe, jugendlichen Menschen in den Betrieben eine Chance zu geben und dieses Potential für den Arbeitsmarkt von Morgen zu heben.

Der Vorstandsvorsitzende der Bank Austria/Creditanstalt, Willibald Cernko, und Mitveranstalter des Unternehmertrios, wollte seine Rede als Ansporn verstanden wissen, gemeinsam zu Verbesserungen zu kommen:
Durch Untersuchungen zu Basel II habe sich gezeigt, dass die Hälfte der heimischen KMU keinen dauerhaft gelebten Planungsprozess hätten. Um die unternehmerische Zukunft abzusichern, habe sich die Bank Austria/Creditanstalt entschlossen, sogenannte Planungsworkshops anzubieten und die Ratingberatung in Hinblick auf Basel II als Thema positiv zu gestalten.

Das "Trio des Jahres" ist eine gemeinsame Veranstaltung der Bundessparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Österreich, des Wirtschaftsmagazins Trend und der Bank Austria/Creditanstalt. In diesem Jahr wurden zum bereits 12. Mal herausragende Unternehmerpersönlichkeiten aus den Bereichen Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung geehrt.

Nähere Informationen zu den ausgezeichneten Firmen sowie Fotos zur Veranstaltung finden sie unter wko.at. (us)

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