AKNÖ-Staudinger: Niederösterreich fällt zurück

1. NÖ-Arbeitsklimaindex: Beschäftigte sind immer weniger mit Arbeitsumfeld zufrieden

Wien (aknö) - Das Bruttoeinkommen in NÖ beträgt im Jahr 2003 1.607 Euro. Das Netto-Realeinkommen ist im Vergleich zum Jahr 2000 um 6 Euro und 30 Cent pro Monat gesunken! NÖ ist im österreichweiten Vergleich vom sechsten auf den siebten Platz zurückgefallen. Die Zufriedenheit der NiederösterreicherInnen mit ihrem Arbeitsumfeld lässt nach, beweist eine aktuelle IFES-Umfrage.

"Alles in allem sind das keine allzu erbaulichen Entwicklungen", sagt der Präsident der Arbeiterkammer NÖ, Josef Staudinger und erklärt:
"Wir sind der Ansicht, dass diese auf eine völlig verfehlte Wirtschaftspolitik zurückzuführen ist." Zusätzlich dazu verschlimmere die hohe Arbeitslosigkeit die angespannte Lage.

Wirtschaft ankurbeln
"Wir fordern daher eine Lohnerhöhung mindestens im Ausmaß der gesamtwirtschaftlichen Produktivitätssteigerung, damit der Konsum wieder belebt wird", so der AKNÖ-Chef weiter. Dadurch werde die Wirtschaft angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte betragen immerhin mehr als die Hälfte des BIP.

Einkommen entlasten
Parallel dazu müssen die kleinen und mittleren Einkommen wirklich entlastet werden. Die aktuelle Steuerreform bringt gerade diesem Einkommenssegment nichts, im Gegenteil. "Wir brauchen aber kräftige Impulse, um die Massenkaufkraft zu heben", erklärt Staudinger.

Keine Lohnkürzungen durch Arbeitszeitverlängerung
Der AKNÖ-Präsident erteilt auch der Arbeitszeitverlängerung und den diversen Flexibilisierungsmodellen, die alle auf Lohnkürzungen abzielen, eine klare Absage: Die Löhne in Österreich sind nicht zu hoch, im Gegenteil sie sind moderat. Seit Jahren steigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs kontinuierlich. Auch die Exporte boomen, weil die Produktivität steigt.

Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen verringern Staudinger fordert die Politik auf, endlich einen Beitrag zur Verkleinerung der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen leisten: Das ist aber nur möglich, wenn sie endlich Verbesserungen für die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie schafft. Das bedeutet mehr Kinderbetreuung und Ganztagsschulen.

Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für ArbeitnehmerInnen verstärken Im Bezug auf die EU-Osterweiterung muss in die Infrastruktur investiert werden. Ebenfalls müssen die Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für die ArbeitnehmerInnen verstärkt werden. "Im Land NÖ könnte die Einführung eines Bildungskontos nach oberösterreichischem Vorbild eine Maßnahme sein", so AKNÖ-Präsident Staudinger. In NÖ gibt es leider noch keinen finanziellen Anreiz für Arbeitgeber, in die Qualifikation ihrer Mitarbeiter zu investieren. Dafür stelle die AKNÖ für weiterbildungswillige Kammermitglieder einen Bildungsbonus von 100 bzw. 150 Euro für Wiedereinsteigerinnen zur Verfügung. Der AKNÖ-Präsident will auch den Bund mit der Einführung einer Bildungsprämie, die hauptsächlich den BezieherInnen geringerer Einkommen zugute kommt, in die Pflicht nehmen.

AKNÖ-Präsident Staudinger fordert alle politischen Verantwortungsträger auf, dieser Entwicklung entgegenzusteuern: "Die Auswirkungen in NÖ sind deutlich, wir haben uns im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Es bedarf einer gemeinsamen Kraftanstrengung, damit die NÖ ArbeitnehmerInnen nicht den Anschluss an die EU-Top-Ten-Regionen verlieren."

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