ÖGB: ORF lehnt Infospot zur Harmonisierung ab

Start des ÖGB-Infospot zur Harmonisierung und was der ORF den Fernsehzuschauern nicht zeigt

Wien (ÖGB) - Ab morgen, Donnerstag, 28. Oktober 2004, startet der ÖGB seine Infospots zur Harmonisierung der Pensionen. Aber ohne ORF:
Dieser lehnte die Aufklärungskampagne des ÖGB zur Pensionsharmonisierung unter Hinweis auf seine Richtlinien ab. Der Infospot wird dennoch österreichweit via Privatsender - von ATV+ über die Österreichfenster von RTL II, SAT, Kabel, bis RTL und PRO 7 und in 99 Kinosälen gezeigt. Im Vorspann weist der ÖGB aber darauf hin "Eine Information zur Pensionsharmonisierung, die der ORF mit Hinweis auf seine Richtlinien so nicht sendet". ++++

Stundenlange Telefonate und Mails des ÖGB mit dem ORF und auch ein dreimaliges Umschreiben des Treatments für den Infospot zur Pensionsharmonisierung halfen nicht: Der ORF lehnte den 25-Sekunden-Spot zur Pensionsharmonisierung unter Berufung auf seine Richtlinien ab. Einmal war das Drehbuch den ORF-EntscheidungsträgerInnen zu politisch, dann wollte man die Beispiele mit den drastischen Pensionsverlusten nicht zeigen und schließlich wollte der ORF auch nicht die textliche Aufforderung, dass sich die Menschen wegen der Pensionsharmonisierung an die Abgeordneten des Nationalrates wenden. Mit Datum 21. Oktober 2004 flatterte schließlich das Schreiben des ORF beim ÖGB ein, in dem der ORF unter Berufung auf seine Richtlinien mitteilt, den Werbespot überhaupt nicht auszustrahlen. Begründung: "Die übermittelten Treatments lassen eine Einordnung als Beitrag im Dienste der Allgemeinheit nicht zu".

In den ORF-Richtlinien zu Social-PR-Aktionen steht: "Der ORF entscheidet aufgrund der Vorlage eines Konzepts inklusive beigefügten Treatments, ob der Spot für eine Kampagne im Dienste der Allgemeinheit eingesetzt werden kann." Welche Kriterien für die Entscheidungsfindung aber wesentlich sind, wird nur rudimentär und sehr allgemein festgehalten. Es ist daher eine entschiedene Forderung des ÖGB an die Geschäftsleitung des ORF, rasch eindeutige und nachvollziehbare Kriterien festzulegen.

Dennoch wird der ÖGB in sehr sachlicher Form die Menschen in Österreich über die Auswirkungen der Pensionsharmonisierung informieren. Eben über die Privatsender, die in diesem Werbespot ganz zum Unterschied zum ORF keine politische Sendung orten und ab 28. Oktober darüber informieren werden, was es wirklich mit der Pensionsharmonisierung auf sich hat. Eines erspart der ÖGB dem öffentlich rechtlichen ORF aber nicht: Nämlich schon im Vorspann den Hinweis darauf, "was der ORF unter Hinweis auf seine Richtlinien den Fernsehzuschauern so nicht sendet".

Der ÖGB-Infospot ist übrigens ab morgen, Donnerstag, auch auf der ÖGB-Homepage www.oegb.at als Download-Datei bereit gestellt. Alle Besucher unserer Homepage können dann selbst beurteilen, ob es sich dabei um einen politischen Werbespot handelt oder nicht doch um eine Information des ÖGB, die dem Allgemeininteresse dient. (ew)

ÖGB, 27. Oktober
2004
Nr. 680

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