"Schauplatz Gericht": Die verlorenen Millionen

Tragische bis skurrile Vermögensverluste

Wien (OTS) - "In einer Bank wird üblicherweise nichts gestohlen" -sollte man meinen. Dass diese Ansicht eines Rechtsanwaltes in einem der "Schauplatz Gericht"-Fälle so nicht stimmt, beweist der Fall des Herrn L. aus Wien. Der ältere Herr wollte seinem Sohn in einer Bankfiliale 70.000 Euro schenken und auf dessen Konto einzahlen. Das Geld hatte er bar bei sich. Aber während der Transaktion hat ihm ein Mann die Tasche mit dem Geld gestohlen - das zeigte die spätere Auswertung von Videobändern der Bank. Herrn L. wird diese Angelegenheit wohl zu viel: Er verstirbt während des laufenden Gerichtsverfahrens. Bekommt er das Geld ersetzt oder hat er Pech gehabt? Das "Schauplatz Gericht"-Team - Peter Resetarits, Ludwig Gantner und Mica Kruck - verfolgte fünf Prozesse, in denen jemand behauptet, dass er durch die Schuld eines anderen ein Vermögen verloren hätte - zu sehen am Freitag, dem 29. Oktober 2004, um 21.20 Uhr in ORF 2.

Ludwig Gantner: "Einer der schlimmsten Fälle von 'Schauplatz Gericht'!"

"Einer der schlimmsten Fälle, eine der berührendsten Geschichten, die Peter Resetarits und ich je erlebt haben, ist jener der kleinen Anastasia", so Gestalter Ludwig Gantner. Familie K. aus Niederösterreich steht vor der furchtbaren Situation, dass Anwälte, Versicherungen und Gerichte diskutieren, was das Leben ihrer Tochter fiktiv wert ist. Die zwölfjährige Anastasia ist nach einer Operation nicht mehr richtig aufgewacht, liegt seit bald zwei Jahren im Wachkoma, reagiert auf nichts und muss rund um die Uhr gepflegt werden. "Ich bin's, dein Papa", sagt der Vater ständig zu seiner Kleinen, so Gantner. "Ein solcher Dreh geht einem sehr nahe. Der Vater verlor den Arbeitsplatz, die Mutter ließ sich karenzieren, um sich rund um die Uhr um die Kleine kümmern zu können - und beide geben die Hoffnung nicht auf. Da sitzt man als Redakteur im Schneideraum und kommt nur noch ins Schlucken", so Gantner.

Rotunden, Bordell und Kautsch: Wo sind die Millionen?

Die Geschichte von Frau G. und ihrem Vater gleicht einer Krimi-Vorlage, ein Drehbuch, das allerdings die Wirklichkeit geschrieben hat: Frau G. kommt nach dem Tod ihres Vaters drauf, dass der offensichtlich nicht so seriös gewesen ist, wie sie gedacht hat. Er soll an einem Bordell beteiligt gewesen sein. Die Tochter findet in seiner Wohnung ein Tonband, auf dem der Verstorbene Wiener Andeutungen über ein Millionenvermögen macht, das er sich scheinbar heimlich erwirtschaftet hat, und spricht irgendwas von Rotunde. Sie durchsucht seine Wohnung und findet tatsächlich in allen Ecken und Winkeln Geld, so flattern ihr aus einem Weidling mehrere 500-Euro-Scheine entgegen und so nebenbei kommen 50 Sparbücher mit einem Betrag von knapp 600.000 Euro zum Vorschein. Aber das gesamte Geld ist abgehoben. Über der Couch steht das Wort "Kautsch" - in der Sitzgelegenheit sind die wertvollen Scheine jedenfalls nicht zu finden. Frau G. sucht jetzt diese verschwundenen Millionen und macht immer neue Entdeckungen über das geheime Leben ihres Vaters.

Tod auf der Autobahn: "Ein Pferd war Schuld"

Der gut verdienende Familienvater Herr E. war geschäftlich unterwegs, als ihm auf der Autobahn ein Pferd ins Auto galoppierte. Der Wiener verstarb noch an der Unfallstelle. Wer ersetzt der Familie das Geld, das der Vater in den nächsten Jahrzehnten verdient hätte? Im fünften Fall beschäftigt sich "Schauplatz Gericht" mit Herrn K. aus Niederösterreich, der leichtfertigerweise seinem Sohn zu Lebzeiten sein Haus geschenkt, sich aber kein Wohnrecht gesichert hat. Kann ihn der Sohn jetzt einfach hinauswerfen?

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