Generaldirektor Ledermüller beim Expertenhearing: 22,8 % gilt auch für die Selbständigen

Wien (OTS) - Beim Expertenhearing am 22.10.2004 im Sozialausschuss stellte Mag. Ledermüller, Generaldirektor der Sozialversicherungsanstalt der Bauern klar, dass im harmonisierten System der Beitragssatz von 22,8 % auch für die selbständig Erwerbstätigen gilt. Im Vergleich mit dem System der Unselbständigen - wo der Pensionsbeitrag zum einen Teil vom Dienstnehmer, zum anderen aber auch vom Dienstgeber geleistet wird - ist die Zusammensetzung bei den Bauern und Gewerbetreibenden eine andere.

Er weist darauf hin, dass es sich beim Solidaritätsbeitrag der Pensionisten, der Abgabe land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und der pauschalen Anrechnung des fiktiven Ausgedinges um Leistungen handelt, die jetzt und auch in Zukunft ausschließlich von der bäuerlichen Bevölkerung zu erbringen sind. Beispielsweise erspart sich der Bund dadurch, dass der Anspruch auf Ausgleichszulage durch die Anrechnung des fiktiven Ausgedinges bei den bäuerlichen Pensionisten pauschal gekürzt wird, Ausgaben an Ausgleichszulage, die einem Beitragsäquivalent von 3,6 % entsprechen.

Auch gibt es für Bauern, anders als bei den unselbständig Erwerbstätigen, keine Ersatzzeitenfinanzierung durch Bundesmittel für Zeiten des Bezuges von Krankengeld, Arbeitslosengeld und Notstandshilfe. Mag. Ledermüller betont, dass diese Aufwendungen des Bundes für die unselbständig Erwerbstätigen in gleicher Weise auch den Selbständigen zugute kommen müssen.

Bei Berücksichtigung all dieser Faktoren ergibt sich auch für den bäuerlichen Bereich ein Beitragssatz von 22,8 %.

Abschließend gibt Generaldirektor Ledermüller zu bedenken, dass es beim Berufsschutz derzeit noch sehr massiv auseinandergehende Regelungen in den einzelnen Sozialversicherungssystemen gibt, wodurch die körperlich am stärksten beanspruchten Personengruppen - wie Arbeiter und Bauern - enorm benachteiligt sind. Er sieht hier dringenden Handlungsbedarf im Sinne einer umfassenden Harmonisierung.

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