Kioto: Russland setzt ersten Schritt zum Klimaschutz

Greenpeace fordert Klimaschutz über das Kioto-Protokoll hinaus

Wien, Moskau (OTS) - Die russische Duma hat heute nach langen, zähen Verhandlungen das Kioto-Protokoll zum Klimaschutz ratifiziert. Greenpeace fordert aus diesem Anlass ein klares Bekenntnis der internationalen Staatengemeinschaft zum Klimaschutz. "Das Kioto-Protokoll ist jetzt für die meisten großen Industriestaaten verbindlich - ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", begrüßt Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer die Entscheidung Russlands. Laut Greenpeace-Rechnung müssen die Industriestaaten bis 2020 ein Drittel ihrer Treibhausgasemissionen von 1990 (dem Basisjahr für das Kioto-Protokoll) einsparen. Sonst droht ein unumkehrbarer Klimawandel mit verheerenden Auswirkungen.

Bei den Klimaschutzverhandlungen im kommenden Dezember in Buenos Aires beginnen die Verhandlungen über die zweite Verpflichtungsperiode des Kioto-Protokolls von 2010 bis 2020. Greenpeace fordert eine Abkehr von der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, den Umstieg auf erneuerbaren Energien und effizienteren Energieeinsatz. "Wir müssen jetzt handeln, damit wir nicht in 20 Jahren das Ruder plötzlich herumreißen müssen", so Mayer. Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts müssen weltweit 50 Prozent und innerhalb der Industrienationen 70 Prozent der Treibhausgase eingespart werden.

Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass das Klima sensibler auf den Ausstoß von Treibhausgasen reagiert, als noch vor kurzem angenommen. "Die globale Erwärmung muss unter 2 Grad Celsius bleiben um die Klimakatastrophe zu verhindern", verweist Mayer auf die Klimarahmenkonvention. "Der Treibhausgasanteil muss unbedingt unter der Grenze von 400 ppm (Teilchen CO2 pro Million Teilchen Luft) bleiben, sonst wird die Erwärmung die 2 Grad-Marke überspringen." Von dem vorindustriellen Wert von 270 ppm hat sich die Konzentration von Treibhausgasen auf heute schon 379 ppm erhöht.

Die Folgen wären ein kompletter Kollaps der Grönlandeisschildes, eine gefährliche Instabilität des westantarktischen Eisschildes, ein über mehrere Jahrhunderte dauernder deutlicher Anstieg des Meeresspiegels oder der Kollaps der Korallenriffe. "Österreich muss seine stark steigenden Treibhausgase endlich absenken und eine Trendwende herbeiführen", so Mayer. "Österreich muss innerhalb der EU wieder seine Vorreiterrolle aus den 1990er-Jahren zurückerobern."

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Axel Grunt, Pressesprecher Greenpeace, 0664-2407075
Mag. Erwin Mayer, Klimaexperte Greenpeace, 0664-2700441

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