Kukacka in Enns: Donau soll wettbewerbsfähige Alternative zu Straße und Schiene werden!

Enns, 22. Oktober 2004 (OTS) - "Es ist ein verkehrspolitisches
Ziel dieser Bundesregierung die Donau zu einer wettbewerbsfähige Alternative zu Straße und Schiene zu machen, damit die Donau ihren Beitrag zur Entlastung der Ost-West-Verkehrsachsen und des grenzüberschreitenden Güterverkehrs im Zuge der EU-Erweiterung leisten kann", sagte heute, Freitag, Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka im Rahmen der Eröffnung des neuen Containerterminals im Hafen Enns. ****

Dabei gehe es zum Einen darum, bestehende Engpässe auf der Donau zu beseitigen um ganzjährig schiffbare Fahrwassertiefen auf der Donau sicherzustellen und zum Anderen darum, eine nachhaltige Stabilisierung der Stromsohle gegen die fortschreitende Eintiefung zu erreichen. Weitere zusätzliche Maßnahmen sind der Ausbau der Donauhäfen, die Entwicklung neuer Navigationseinrichtungen und die Vereinheitlichung der Rechtsvorschriften für die Binnenschifffahrt auf EU-Ebene.

"Die Donau verfüge als Verkehrsweg über ausreichend freie Kapazitäten und könnte mit gezielten Entwicklungsmaßnahmen ihr Transportaufkommen bis zum Jahr 2015 von derzeit rund 12 Millionen Tonnen auf rund 30 Millionen erhöhen", so der Staatssekretär. Im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern biete die Schifffahrt bedeutend größere Transportkapazitäten. Ein Schubverband mit 3700 Tonnen Ladung entspreche 93 Waggons zu 40 oder 148 LKWs zu 25 Tonnen. "Schätzungen gehen davon aus, dass durch stärkere Einbindung der Schifffahrt die österreichische Wirtschaft jährlich rund 30 Millionen Euro an Transportkosten einsparen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern könnte", betonte Kukacka.

Ein wichtiges Projekt sei der Ausbau der Donau östlich von Wien bis Gabcikova, wo Engpässe bei der Fahrwassertiefe bestünden. Ziel sei es, eine ganzjährige Fahrwassertiefe zu sichern. Dabei sei eine Anhebung des Wasserspiegels durch die Errichtung sogenannter Buhnen, kleine Steinwälle in der Schifffahrtsrinne, und Leitwerken geplant. Eine weitere Maßnahme sei eine nachhaltige Stabilisierung der Stromsohle gegen die fortschreitende Eintiefung, die durch Schotterzugabe zum Stillstand gebracht werden solle. Ein Grundkonsens über eine durchgehende Fahrwassertiefe von mindestens 2,60 Meter konnte im Lenkungsausschuss zwischen den Experten des BMVIT, des Nationalparks und des WWF nach intensiver Diskussion im April erzielt werden. Jetzt gehe es an die konsequente Umsetzung.

Eine weitere wichtige Maßnahme sei der Ausbau der österreichischen Häfen zu intermodalen Logistikzentren. Österreich verfüge über fünf wichtige Binnenhäfen: den Werkshafen VOEST-Linz, die öffentlichen Häfen Linz, Enns, Krems und Wien. In den österreichischen Häfen wurden 2003 insgesamt 8,6 Millionen Güter umgeschlagen

Für den Ausbau der österreichischen Häfen habe das BMVIT konkrete Förderprogramme entwickelt. Das Förderprogramm für den kombinierten Verkehr Schiene-Straße-Schiff forciere den Infrastrukturausbau der Häfen. Der Hafen Enns wurde seit 1994 mit 3,1 Millionen Euro aus diesem Programm vom Bund gefördert. Zusätzlich wurden für Investitionen in Terminal- und Gleisanlagen vom BMVIT über die sogenannte "Anschlussbahnfinanzierung" in den vergangenen 5 Jahren 1,9 Mio Euro überwiesen. Mit der geplanten Inbetriebnahme des Containerbrückenkrans gewinnt Österreich ein zusätzliches trimodales Terminal. "Hier im Ennshafen lässt sich die Verknüpfung von sternförmigen Eisenbahnverkehren mit der Wasserstraße Donau in Richtung Südosteuropa dank der vollautomatischen Hafenbahn optimal realisieren. Der Containerterminal Enns ist momentan der Einzige, der auch von privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen angefahren werden kann. Diese Investition wird durch das BMVIT nochmals mit 5,1 Millionen bis 2006 gefördert", schloss Kukacka.

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