Leitl nimmt EU-Regierungen in die Pflicht: "Wer 20 Millionen Jobs will, muss etwas dafür tun"

EUROCHAMBRES-Kongress fordert Kurskorrektur in Richtung Wachstum und Beschäftigung

Wien (PWK 768) - Zum Abschluss des 12. Kongresses der Europäischen Wirtschaftskammern hat EUROCHAMBRES- und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl die EU-Regierungen in die Pflicht genommen: "Wer 20 Millionen Jobs in Europa will, muss die Dinge in die Hand nehmen und für ein wirtschaftsfreundliches Klima und damit Wachstum sorgen. Wer diese gesamtgesellschaftliche Verantwortung nicht wahrnimmt, versündigt sich an der Jugend und den nachfolgenden Generationen", stellte Leitl fest.

Einen Kostenwettbewerb mit den anderen Teilen der Welt werde Europa nicht gewinnen können, sagte der EUROCHAMBRES-Präsident, "wir haben nur eine Chance mit Kreativität und Aus- und Weiterbildung". Diesem Thema werden sich die Europäischen Wirtschaftskammern im Jahr 2005 auch schwerpunktmäßig widmen.

Ähnlich argumentierte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein in seiner Rede anlässlich der Abschlussveranstaltung des Kongresses. "Europas Bemühungen müssen in den kommenden Jahren auf Wachstum auf der einen und Beschäftigung auf der anderen Seite ausgerichtet werden." Es könne nicht zugelassen werden, dass brain drain an die USA und industrielle Jobs an China verloren gehen. "Nach fünf Jahren von wenig Aktion und viel Rhetorik muss es in den nächsten fünf Jahren der Lissabon-Strategie wenig Rhetorik und viel Aktion geben."

EUROCHAMBRES stehe bereit, seinen Beitrag zur Belebung der Lissabon-Strategie und damit zur Kurskorrektur in Richtung Wachstum und Beschäftigung zu leisten, sagte Leitl. "Im Gegenzug verlangen wir von unseren Regierungen nichts anderes, als das, was wir selbst in unseren Unternehmen mit unseren Mitarbeitern tun. Nämlich: Ziele setzen, Maßnahmen fixieren und ihre Umsetzung kontrollieren." Die Europäischen Wirtschaftskammern werden darauf achten, dass die Fortschritte bei den Lissabonner Reformen nunmehr jährlich überprüft werden.

An dem zweitägigen Kongress in der Wiener Hofburg haben mehr als 500 Wirtschaftsvertreter aus der ganzen Welt teilgenommen. (SR)

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