Kampagne Sozialwirtschaft nur Ergänzung langjähriger Aktivitäten

Öffentliche Gelder sollten Betroffenen direkt zukommen

Wien (OTS) - Die am Donnerstag vorgestellte Imagekampagne Sozialwirtschaft soll unter dem Gesichtspunkt, dass jeder Schritt zur Festigung des sozialen Netzes zu begrüßen ist, betrachtet werden. Diese Aktivitäten können aber nicht vergessen lassen, dass in Österreich der Dritte Sektor seit Jahren sachkompetent besetzt ist und umfassend behandelt wird. Dafür besteht auch ein von Fachleuten getragener Apparat: Bereits seit 1952 vertritt der Verband der Öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) die Interessen Österreichs im Internationalen Forschungs- und Informationszentrums für Öffentliche Wirtschaft und Sozialwirtschaft (IFIG/CIRIEC), das im Auftrag des damaligen EU-Präsidenten Jacques Delors 1992 gemeinsam mit dem Europäischen Zentralverband der Öffentlichen Wirtschaft (CEEP) - der öffentlichen Arbeitgeberinteressenvertretung im Europäischen Sozialen Dialog - die Charta Öffentlicher Dienstleistungen ausgearbeitet hat. Diese Arbeit bildet den Grundstein für die heute auf breiter Basis geführte Diskussion über die DASEINSVORSORGE, wobei nicht übersehen werden darf, dass die sukzessive Beseitigung von Staatsverantwortung zu einer Gefährdung des Gemeinwohls und damit zu schwerwiegenden Leistungsverschlechterungen für die Bürger führen wird.

Die Dienstleistungen im allgemeinem wirtschaftlichem Interesse haben inzwischen in Brüssel einen besonderen Stellenwert erlangt, soziales und humanitäres Gedankengut hat speziell in Österreich eine Tradition - deshalb der Appell unseres Verbandes an die politisch Verantwortlichen, diesen Weg weiter zu beschreiten, um einen drohenden Sozialabbau zu verhindern. Unter diesem Gesichtspunkt könnten auch die Aktivitäten des Netzwerks Sozialwirtschaft hilfreich sein, sofern sie sich nicht auf Aktionismus beschränken. Hier ist handeln gefordert, eine Imagekampagne kann nur als Ergänzung bestehender Aktivitäten gesehen werden. Es stellt sich damit die Frage, inwieweit nicht Fördermittel aus Brüssel und österreichischen Bundesministerien zweckdienlicher den Betroffenen direkt zugute kämen.

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