Apothekerkammer droht Drogeriemarktkette dm mit rechtlichen Schritten

Schmudermaier: "Bei Gesetzesübertretungen werden wir sofort Einschreiten" - Nur Apotheker garantieren den bestmöglichen Gebrauch von Arzneimitteln

Wien (OTS) - Die Österreichische Apothekerkammer scheut nicht
davor zurück, rechtliche Schritte einzuleiten, wenn Arzneimittel unzulässig über den pharmazeutisch ausgebildeten Einzelhandel verkauft werden. "Sollte die deutsche Drogeriemarktkette dm Ihre Ankündigung, in Österreich rezeptfreie Medikamente zu verkaufen, tatsächlich wahr machen, werden wir sofort einschreiten", kündigt Leopold Schmudermaier, Vizepräsident und Wirtschaftssprecher der Österreichischen Apothekerkammer an.

Schutz vor Medikamentenmissbrauch

Aus Konsumentenschutzgründen schreibt der Gesetzgeber vor, dass Medikamente in Österreich grundsätzlich nur über Apotheken bzw. hausapothekenführende Ärzte abgegeben werden. Und das hat gute Gründe:

Medikamente können nicht einfach wie Lippenstifte oder Haarshampoos verkauft werden mit dem Gedanken, möglichst hohe Umsatzzahlen zu erreichen. Den Apothekern ist es wichtig, dass die Gesundheit des Einzelnen im Vordergrund steht. "In einer Apotheke werden die Kunden von hochqualifizierten Pharmazeuten mit abgeschlossenem Hochschulstudium beraten. Nur diese übernehmen die Verantwortung für die Sicherheit und die richtige Einnahme von Medikamenten", betont Schmudermaier. "Wir garantieren dem Konsumenten den für ihn bestmöglichen Gebrauch von Arzneimitteln."

Als Beispiel für fehlende apothekerliche Beratung und die dadurch möglichen gefährlichen Zwischenfälle bei der Einnahme von Medikamenten nennt der Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer den Lipobay-Skandal. Das cholesterinsenkende Präparat hat in Kombination mit außerhalb von Apotheken erhältlichen Medikamenten zu Todesfällen geführt. Auch könnte die Kombination von Blutverdünnungspräparaten mit einfachen Schmerzmitteln gefährlich enden.

Einzelhandelsketten haben offenbar aber auch nicht das Vertrauen der Bevölkerung bei der Abgabe von Arzneimitteln. Laut einer neuen Umfrage des Instituts für Sozialmedizin will die Mehrheit der Österreicher, exakt 93 Prozent, Medikamente ausschließlich aus der Hand eines Apothekers.

Österreichs Apotheken auf einen Blick

In Österreich werden derzeit 1.170 öffentliche Apotheken von selbständigen Apothekerinnen und Apothekern geführt. Fast 4.500 Apotheker mit einem abgeschlossenen Pharmazie- Studium stehen der Bevölkerung beratend zur Verfügung. Insgesamt arbeiten in Österreichs Apotheken ca. 12.300 Personen, 90 Prozent davon sind Frauen. Mehr als die Hälfte der öffentlichen Apotheken befindet sich am Land und in Kleinstädten, womit die Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheits-Nahversorger erfüllen. Allein im Jahr 2003 wurden in den Apotheken über 100 Millionen Kundengespräche geführt und 85 Millionen Packungen, die auf rund 44 Millionen Rezepten verschrieben wurden, überreicht.

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