Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 22.Okt. 04 1,262 2,15% 3,88% 2100,3 3941,6 9865,8 15.Okt. 04 1,239 2,15% 3,88% 2080,8 3925,4 9894,5 Veränderung -1,79% 0,00%Pkt 0,00%Pkt 0,94% 0,41% -0,29%

Die Mehrzahl der Wirtschaftsdaten, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden, fiel neuerlich schwach aus. Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes ist im Oktober nach vorläufigen Berechnungen der Universität Michigan überraschend stark gefallen. Der entsprechende Index sank auf 87,5 Punkte (Markterwartung: 94,0; September: 94,2). Die US-Industrie hat ihre Produktion im September nach Berechnungen der US-Notenbank unter anderem wegen der dämpfenden Effekte zahlreicher Hurrikans mit 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat (Markterwartung: 0,3%; August: -0,1%) nur geringfügig gesteigert. Die US-Konsumentenpreise stiegen im September um 2,5 Prozent J/J (August: 2,7%). Die Kerninflationsrate ohne die stark schwankenden Preise für Nahrungsmittel und Energie erhöhte sich auf 2,0% (August: 1,7%). Die Kernrate stellt einen wichtigen Einflussfaktor für die Geldpolitik der US-Notenbank dar. Der Index der Frühindikatoren, der Hinweise über die künftige Entwicklung der US-Wirtschaft gibt, ist im September gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent auf 115,6 Punkte (August: -0,3%) gefallen. Einen deutlichen Anstieg verzeichneten im September die US-Einzelhandelsumsätze, die vor allem aufgrund einer starken Nachfrage nach Autos um 1,5 Prozent M/M zulegten (Markterwartung:
0,7%; August: -0,2%). Die Umsätze des Einzelhandels sind für rund ein Drittel der gesamten Verbraucherausgaben verantwortlich, die wiederum rund zwei Drittel der US Wirtschaftsleistung ausmachen. Deutlich zulegen konnte auch der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia für Oktober, der auf 28,5 Punkte anstieg (September:
13,4). Deutliche Rückgänge gab es bei den Produktionsunternehmen der Region Philadelphia jedoch bei den Indizes der Geschäftserwartungen und Beschäftigung. In der nächsten Woche steht in den USA bereits die erste offizielle Schätzung zum Wirtschaftswachstum des dritten Quartals auf dem Programm, in Deutschland wird der Ifo Geschäftsklimaindex veröffentlicht.

Die Anleiherenditen tendierten in der vergangenen Woche seitwärts. Nach wie vor werden von den Marktteilnehmern die negativen Auswirkungen eines steigenden Ölpreises auf das wirtschaftliche Umfeld stärker beachtet, als den Effekt einer dadurch steigenden Inflationsrate bzw. steigenden Inflationserwartungen. Dies manifestiert sich in sinkenden anstatt steigenden Renditen im Falle eines Ölpreisanstiegs. Auch in der nächsten Woche erwarten wir wenig Veränderung bei den Renditen.

Der Datencocktail der letzten Tage bekam dem US-Dollar nicht gut. Nicht einmal eine gestiegene Kerninflationsrate, die eine US-Leitzinserhöhung wahrscheinlicher macht und damit eigentlich dollarstützend wirkt, konnte in der vergangenen Woche die US-Währung zwischenzeitlich stärken. Auch in der nächsten Woche solle die Schwächephase des Dollars anhalten. Dafür spricht auch die relativ hohe Markterwartung zum US-BIP-Wachstum im dritten Quartal von auf das Jahr hochgerechneten 4,1 Prozent Q/Q, die ein nicht unbeträchtliches Enttäuschungspotential birgt.

Die Ölpreise präsentierten sich in der vergangenen Woche volatil. Sowohl US Light Crude als auch die in Europa wichtigste Ölsorte Brent notieren nach einem zwischenzeitlichen Rückgang um etwa 2 US-Dollar je Barrel mittlerweile wieder in der Nähe ihrer Rekordstände. Der Grund für den neuerlichen Anstieg lag in zuletzt deutlich gesunkenen US-Heizöllagerbeständen. Der Chef der US-Notenbank bezifferte kürzlich den negativen Effekt des diesjährigen Ölpreisanstiegs auf das US-Wirtschaftswachstum, der nach Greenspan "für die Konsumenten wie eine Steuer wirkt" mit etwa 0,75 Prozent.

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